Notebooks und PCs: 16 Rechner im Test
Neue Technik sorgt für Tempo, doch schwache Akkus und das Betriebssystem Windows Vista verhindern oft Höhenflüge.
Stationäre Rechner sind billiger und leistungsfähiger als Notebooks, aber die meisten privaten Anwender interessiert das nicht: Im vergangenen Jahr fanden laut einer Cemix-Marktinformation 2,3 Millionen Notebooks ein trautes Heim, aber nur 1,5 Millionen PCs.
Geliebtes Notebook
Erklärungen für die Liebe zum Notebook finden sich viele. Sie punkten mit Mobilität und verschwinden nach Gebrauch in der Schublade. Das spricht „Mobilisten“ wie auch Ästheten an. Außerdem schmilzt der Preisvorteil stationärer Rechner, werden die Kosten für ein Computerdisplay eingerechnet. Und obwohl sich ein Notebook kaum der technischen Entwicklung anpassen lässt – allenfalls wird ihm eine größere Festplatte oder mehr Arbeitsspeicher eingebaut –, verzichten viele Nutzer gern darauf. Sie wollen ihren Rechner nicht aufrüsten, sondern mit ihm im Internet surfen und einkaufen – Musik beispielsweise. Mehr passiert nicht auf zwei von drei Rechnern daheim, ermittelte die Branchenvereinigung Bitkom. Und dafür taugt jedes Allerweltsnotebook, ebenso wie für Digitalfotos, Bankgeschäfte, E-Mails an Freunde, Internettelefonie und Videotelefonate.
Bester Akku beim Apple MacBook
Bei der Rechenleistung heben sich die Notebooks von Acer, Asus, Fujitsu-Siemens, Samsung und Toshiba mit der Note „gut“ im Test hervor. Ihnen geht aber wie den meisten anderen im Akkubetrieb schnell die Puste aus. Unsere Messlatte liegt bei anderthalb Stunden DVD-Wiedergabe. Das reicht für die meisten Spielfilme. Doch die geprüften Notebooks von Asus, Fujitsu-Siemens und Samsung halten so lange nicht durch. Das klappt bei dem etwas kleineren MacBook von Apple besser. Mit fast drei Stunden erzielt sein Akku als Einziger im Test die Note „gut“.
Tipp: Für viele Notebooks gibt es „HighCapacity“-Akkus mit mehr Ausdauer. Sie kosten 10 bis 200 Euro mehr als Standardakkus (siehe „Ausstattung“ in der Tabelle).
Dient das Notebook zuhause oder im Büro als PC-Ersatz, spielt die Akkufrage kaum eine Rolle. Der Strom kommt aus der Steckdose. Intensive Nutzer greifen am Schreibtisch zum externen PC-Bildschirm und schließen auch eine externe Maus und Tastatur an. Die lassen sich flexibler aufstellen und bequemer bedienen als das Notebook mit seinem festen Abstand zwischen Bildschirm und Tastatur.
Tipp: Wer die meiste Zeit an der Steckdose arbeitet, sollte den Akku aus dem Notebook nehmen. In der Ladebucht wird der Akku bei jedem Einschalten kurz nachgeladen. Das ist zwar bequem, verringert aber die Lebensdauer des Akkus. Und ein Ersatzakku kostet 100 bis 200 Euro.
Spiegelt, aber glänzt nicht
Die Notebooks im Test kosten um 1 100 Euro. Das ist kein Pappenstiel, dennoch erreichen sie keine Glanznoten, obwohl oder gerade weil ihre Displays glänzen.
Die Details
Gespiegelt: Hochtrabende Kunstwörter wie „CrystalBrite“, „Super Bright Glare“ oder „x-Black“ suggerieren einen Fortschritt der spiegelnden Displays hin zu einem besseren Bild. Doch der ist nur bei gedämpftem Licht im Büro zu sehen. Da sind sie hell und zeigen brillante Bilder. Tatsächlich sparen die Hersteller jedoch und lassen die teure Antireflexschicht weg. Die Folge: Ist es hell, spiegelt sich die Umgebung im Display und überstrahlt den Bildschirm. Ist es dunkel, leuchtet das Display den Nutzer und seine Hände an. Und die spiegeln sich auch im Bild.
Die Notebooks von Acer, Apple, Asus, Lenovo und Toshiba schnitten in der Summe der Bildschirmprüfungen noch am besten ab. Am Ende rangieren Fujitsu-Siemens und HP. In deren Displays fanden wir Staubpartikel (siehe Bild). Die winzigen Schmutzpartikel beeinträchtigen zwar nicht die Bildqualität, stehen aber auch nicht für einen hohen Qualitätsanspruch bei der Produktion.
Tipp: Einige Anbieter liefern alternativ zu spiegelnden auch sorgfältig entspiegelte Displays. Das ist sicher eine bessere Wahl.
Träge: Noch sind externe Flachbildschirme besser. Um Energie zu sparen, ist bei Notebookdisplays eine schwächere Hintergrundbeleuchtung eingebaut. Deshalb sind sie dunkler (vor allem Asus, Dell, Lenovo) und ungleichmäßiger ausgeleuchtet (vor allem Dell und Lenovo). Außerdem zeigen sie beim Blick von der Seite eher Farbfehler (siehe Bild, vor allem Acer) und schalten träger zwischen hell und dunkel um (Fujitsu-Siemens, Samsung und Sony) als externe Displays. Auch sattes Schwarz ist ein Problem. Allenfalls Asus, Dell und Lenovo dunkeln gut ab.
Der Vista-Effekt
Die geprüften Notebooks bergen leistungsfähigere Technik denn je. Sie haben:
- Doppelkernprozessoren (AMD Athlon X2 oder Intel Core Duo oder sogar Intel Core 2 Duo). Die zwei Prozessorkerne in einem Gehäuse machen das Notebook schneller und brauchen dabei nicht mehr Energie als alte Einkernprozessoren.
- Ein Gigabyte Arbeitsspeicher oder mehr.
- Meist 256 Megabyte separaten Videospeicher (nur HP: 64 Megabyte und Apple MacBook: kein separater Videospeicher).
Doch das neue Betriebssystem Windows Vista frisst bei Büro- und Multimediaanwendungen den Leistungszuwachs der im Vergleich zum Vortest deutlich potenteren Technik fast auf. Hauptsünder ist die schicke Bedienoberfläche mit optischen Effekten wie durchsichtige Fenster. Dadurch starten Programme langsamer, der Rechner reagiert insgesamt träger.
Da auch viele ältere Programme nicht unter Windows Vista laufen, liegt der Sprung zurück zum Betriebssystem Windows XP nahe. Also stellten wir exemplarisch drei Notebooks auf XP um. Damit liefen die alten Programme, doch der Tempozuwachs vor allem bei 3D-Spielen blieb bescheiden. Und der Wechsel war so mühselig, dass wir davon abraten.
Tipp: Beschleunigen Sie einfach Ihren Vista-Rechner, zum Beispiel so:
- Erweitern Sie den Arbeitsspeicher auf zwei Gigabyte. Das könnte insbesondere die Notebooks von Acer, Apple, Asus, Lenovo und Sony etwas beflügeln. Am besten werden sie gleich so geordert. Ein Gigabyte kostet um 100 Euro.
- Schalten Sie die optischen Effekte von Vista so weit wie möglich ab – besonders bei HP und Lenovo. Diese Notebooks haben eine nur bescheidene 3D-Grafikleistung und wenig Videospeicher.
- Wenn Ihnen das Notebook wegen der automatischen Energiesparschaltung im Akkubetrieb zu langsam und das Bild zu dunkel ist, können Sie das im Energiemanagement ändern. So haben Sie stets die maximale Rechenleistung zur Verfügung. Allerdings ist der Akku nun schneller leer und das Notebook erwärmt sich kräftig.
MacBook mit Windows aufrüsten
Etwas einfacher als die Rückkehr von Windows Vista auf XP gelingt die Installation von Windows parallel zu Apples Betriebssystem Mac-OS X. Dadurch wird das MacBook vielseitiger. Es kann zwar keine DVDs brennen – das ist teureren Modellen vorbehalten –, doch es ist schnell, ausdauernd und hat sogar eine eingebaute Kamera – praktisch für Videotelefonate.
Windows lässt sich relativ einfach mit der Hilfssoftware Bootcamp installieren, die Apple im Internet kostenlos anbietet. Windows kostet allerdings extra. Ist es installiert, kann der Anwender fortan zwischen Mac OS und Windows wählen. Das hat seinen Charme: Windows-Programme laufen nun auch auf dem Mac schnell und reibungslos. Unser Excel-Test beispielsweise war unter Windows Vista rund sechsmal schneller als unter Office Mac. Beim Surfen im Internet dagegen ist Apples Betriebssystem gut, weil es sicherer ist.
Die friedliche Koexistenz der Betriebssysteme von Microsoft und Apple ist für den Anwender aber nicht frei von Spannungen: Um das Betriebssystem zu wechseln, muss er den Rechner neu starten. Einfach umschalten kann man nicht. Außerdem schreibt Apple nichts auf den Windows-Teil der Festplatte, und Windows kann den Apple-Teil der Festplatte nicht einmal lesen. Das erschwert den Austausch von Daten und setzt zum Beispiel einen vermittelnden USB-Stick voraus.
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