Notebooks: Teuer oder billig?

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Große Anziehungskraft: Die Zahl der Notebook-Liebhaber wächst.

test 11/2005

Wir testen Windows-Notebooks um 750 und um 1300 Euro. Außerdem dabei: zwei Apple-Rechner. Ein Knackpunkt mal wieder: die Akkulaufzeit! 

Notebooks

Fast zwei Millionen Mobilcomputer haben die Bundesbürger im ersten Halbjahr 2005 gekauft – 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres! Erfreulicherweise befinden sich die Preise dabei in einem langsamen, aber stetigen Sinkflug: Nur noch rund eintausend Euro kostet das durchschnittliche Privat-Notebook in­­zwischen.

Billig oder teuer, Mac oder PC?

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Platzraubend: CD-Laufwerke mit mehr oder weniger wackeliger Schublade.

Wir wollen wissen: Wie viel muss man ausgeben, um ein vernünftiges Gerät zu bekommen? Darum vergleichen wir Win­dows-Notebooks zweier Preisklassen: Geräte um die 1 300 Euro mit Notebooks deutlich unter der Tausender-Marke. Außerdem testen wir zwei Geräte von Apple. Auch hier gibt es zwei Preisklassen, die allerdings über denen der Windows-Rechner liegen: Das iBook für Einsteiger und Normalnutzer kostet 1320 Euro, das Power­Book für Profis stolze 2 240 Euro.

Für viele vielleicht das erfreulichste Testergebnis: Wer bei Ausstattung und Rechenleistung Abstriche machen kann, weil er den Rechner nur fürs Schreiben, Surfen und ein bisschen Bildbearbeitung braucht, kann bei Dell schon für weniger als tausend Euro ein „gutes“ Notebook bekommen. Wer dagegen auf hohe Rechenleistung angewiesen ist oder Wert auf besonderes Design legt, muss tiefer in die Tasche greifen.

In einem Punkt allerdings trennt sich ganz unabhängig vom Preis die Spreu vom Weizen: bei der Akkulaufzeit. Längst nicht jedes Notebook im Test läuft lange genug, um ernsthaft als mobiler Computer dienen zu können.

Bei der Rechenleistung verläuft zumindest unter den Windows-Notebooks eine klare Trennlinie zwischen den Preisklassen: Die teureren Geräte sind hier fast durchgängig „gut“, die günstigen immerhin „befriedigend“. Dabei ist auch das langsamste im Test, das Thinkpad des chinesischen Anbieters Lenovo, der vor kurzem die PC-Sparte von IBM übernahm, immer noch schnell genug für Internet und Textverarbeitung. Wer aber häufig komplexe Tabellen kalkuliert oder viel mit großen Bild-, Video- oder Musikdateien zu tun hat, kann bessere Leistungswerte gut gebrauchen.

Ein Sonderfall sind 3D-Actionspiele: Neben einem flotten Hauptprozessor brauchen sie auch einen schnellen Grafikchip mit möglichst viel eigenem Speicher. So etwas gibt es in der untersten Preisklasse nicht. Doch unter den teureren Geräten schaffen die von Acer, Gericom, Fujitsu-Siemens und Asus sogar ein „Sehr gut“ in der Spieleleistung.

Ausstattung: Unterschiede

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Elegant gelöst: Bei Apple-Notebooks verschwinden CDs einfach in einem Schlitz.

Neben der Rechenleistung schlagen sich die Preisunterschiede besonders in der Hardwareausstattung nieder: Die billi­gen Windows-Notebooks kommen nicht nur ohne Lesegeräte für Speicherkarten, die von Dell und Lenovo haben auch keine WLAN-Karte für Funknetze. Wer mit ihnen drahtlos surfen will, muss sich einen zusätzlichen Adapter anschaffen, der über die USB-Schnittstelle oder den PC-Card-Steckplatz angeschlossen werden kann. Thinkpad und Medion-Notebook haben außerdem nur 40 Gigabyte Festplattenspeicher. Für Büroanwendungen reicht das, für große MP3- oder gar Videosammlungen ist es zu knapp.

iBook: Fast so schnell wie PowerBook

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Praktisch: Apple-Akkus zeigen auf Knopfdruck ihren Ladestand an.

Bei den Apple-Geräten scheinen die Werte bei der Rechenleistung das Vorurteil zu bestätigen: Rechenweltmeister sind iBooks und Powerbooks nicht gerade. Man darf gespannt sein, ob sich das ändern wird, wenn Apple nächstes Jahr von PowerPC- auf Intel-Prozessoren umsteigt, wie sie in den meisten Windows-Rechnern arbeiten. Eins zu eins lassen sich die Leistungswerte in unserer Tabelle zwischen Apple- und Windows-Rechnern freilich nicht ver­gleichen – dazu mangelt es an systemübergreifender Testsoftware. Beim Vergleich der beiden Apple-Geräte unterein­ander fällt dafür auf, wie gering der Leistungsunterschied zwischen iBook und Powerbook ausfällt – zumindest gemessen am Preisunterschied.

Wohl um diesen Unterschied zu rechtfertigen, hält Apple das iBook bei der Ausstattung ziemlich kurz: Als einziges Notebook im Test hat es weder einen PC-Card-Steckplatz noch einen Audio-Eingang. Au­ßerdem „verkrüppelt“ Apple beim iBook die Fähigkeiten des eingebauten Grafikchips: Der externe VGA-Ausgang kann im Auslieferungszustand nur den Bildinhalt des eingebauten Displays widerspiegeln. Alle anderen können einen externen Monitor auch unabhängig vom internen Display betreiben und so die Arbeitsfläche des Betriebssystems („Desktop“) um einen Bildschirm vergrößern.

Gerade bei Notebooks ist auch die Handhabung entscheidend. Einem Vielschreiber nutzen schneller Prozessor und tolle Steckplätze nichts, wenn die Tastatur wackelig ist. Anschlüsse und Laufwerke müssen gut zugänglich und leicht zu bedienen sein, und es muss sofort erkennbar sein, ob das Gerät gerade ausgeschaltet oder im Ruhezustand ist.

Bei solchen Fragen punkten die Apple-Geräte mit durchdachtem Design. So zeigen Apple-Akkus per Knopfdruck ihren Ladestand an. Das Powerbook hat zudem noch eine Tastaturbeleuchtung, die automatisch von unten die Tasten erhellt, sobald die Umgebung zu dunkel wird.

Wichtig nicht nur für Grafiker und Filmfreunde: die Bildqualität. Hier läge eindeutig das Vaio-Notebook von Sony vorn – wenn die Bildschirmoberfläche nicht so spiegeln würde! Seit einer Weile beobachten wir in Notebook- und Monitortests den Trend, Bildschirme ohne die gewohnte Entspiegelung zu verbauen. Die blanken Displays sollen brillantere Farben bringen, doch bei ungünstigen Lichtverhältnissen führen sie zu störenden Reflexionen. Im aktuellen Test sind davon neben dem Sony noch Hewlett-Packard, Gericom, Fujitsu-Siemens und Asus betroffen. Der Bildschirm des Sony-Notebooks schafft trotzdem ein „Gut“: Er ist der hellste im Test und hat einen sehr weiten Betrachtungswinkel – wichtig, wenn mehrere vor dem Gerät sitzen, etwa um sich DVD-Filme anzusehen.

Akkulaufzeit: Sieger und Verlierer

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Unpraktisch: Anschlüsse an der Vorderseite - wie soll man da tippen?

Wer dies unterwegs tun will, nimmt beim Sony aber besser ein Netzteil mit: Bei intensiver Nutzung (Abspielen einer DVD bei voller Bildschirmhelligkeit) hält der Akku weniger als eineinhalb Stunden. Ähnlich mittelprächtig sind die Akkulaufzeiten bei Thinkpad, Samsung, Toshiba und Fujitsu-Siemens. Den Vogel schießt aber das Medion-Notebook ab: Wird es intensiv genutzt, läuft der Akku nicht einmal eine Stunde – und braucht zum Laden über fünf! Diesmal können wir bei der Akkuleistung aber auch Bestnoten verge­ben: Das Dell-Notebook und Apples iBook schaffen vier bis fünf Stunden, das finden wir „sehr gut“.

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