Notebooks: Mehr Power als Ausdauer

Notebooks Test

test 04/2005

Aktuelle Notebooks sind so leistungsfähig wie nie. Dafür lässt die Akkulaufzeit immer mehr zu wünschen übrig. Erstmals im Test: Geräte mit großem 43-Zentimeter-Bildschirm.

Notebooks

Sie sehen schicker aus als die meisten Schreibtischrechner und nehmen deutlich weniger Platz weg. Kein Wunder, dass die schlanken Mobilrechner immer beliebter werden. Doch was heißt hier eigentlich mobil? So großformatige Geräte, wie wir sie erstmals mit im Test haben, wiegen mit Netzteil gut und gerne vier Kilo. So etwas trägt man nicht so locker mit sich herum. Tatsächlich scheinen die Hersteller darauf zu bauen, dass Notebooks zunehmend für zu Hause gekauft werden und nicht für unterwegs. Eine Folge: Selten haben wir so schlechte Akkulaufzeiten gemessen wie in diesem Test. Wer viel unterwegs ist, kommt da oft nicht mehr weit.

Ein Problem namens Akkulaufzeit

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Samsung liefert zwei Akkus mit. Der größere hält länger, steht aber über.

Je mehr sich moderne Notebooks bei der Rechenleistung großen PCs annähern, umso schneller scheint ihnen auf ihrem ureigenen Terrain die Puste auszugehen: Traditionell eine der wichtigsten Kenngrößen von Mobilcomputern, ist die Akkulaufzeit in diesem Test bei keinem der Geräte überragend. Das in dieser Kategorie bestplatzierte Gericom-Notebook schafft bei starker Dauerbelastung immerhin noch drei Stunden. Richtig bitter wird es dagegen bei den Geräten von Acer, Fujitsu Siemens, IBM und Packard Bell sowie bei dem größeren von Toshiba: Hier reicht eine Akkuladung nicht einmal, eine Spielfilm-DVD bis zum Ende anzusehen. Interessanterweise sind darunter auch „Centrino“-Geräte mit Pentium-M-Prozessor, der doch als besonders stromsparend beworben wird. Hier müssten die Anbieter noch deutlich mehr tun. Dass dies möglich ist, zeigt das Aldi-Notebook vom Februar: Trotz sehr starker Rechenleistung hält sein Akku länger als alle im Test.

Eine Frage des Formats

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Drei Bildschirmformate: 38 cm (4:3-Format), 39 cm (16:10) und 43 cm (16:10).

Wer weiß, dass er ohnehin immer eine Steckdose in seiner Nähe hat, für den sind allerdings andere Aspekte wichtiger als die Akkulaufzeit. Zum Beispiel Größe und Qualität des eingebauten Displays. Es gehört zu den teuersten Komponenten und bestimmt daher neben der Größe auch den Preis des Notebooks mit. Wir haben diesmal Geräte mit drei verschiedenen Formaten getestet: Für die Bildbearbeitung oder das DVD-Gucken ist ein großes Breitbild-Notebook mit 43 Zentimeter (17 Zoll) Bilddiagonale am schönsten. Doch diese wuchtigen Rechner sind kostspielig – der teuerste im Test, Toshiba Qosmio, kostet stattliche 2 400 Euro – und kaum zum Herumtragen gemacht. Leichter und preiswerter sind Geräte mit einer Bilddiagonale von 38 Zentimetern (15 Zoll) im klassischen 4:3-Bildformat.

Ein interessanter Kompromiss für alle, die auch unterwegs eine höhere Bildschirmauflösung wünschen oder bei DVD-Filmen keine großen schwarzen Balken sehen wollen, sind die Geräte mit 39 Zentimeter (15,4 Zoll) Bilddiagonale im 16:10-Breitbildformat.

Ein Display wie ein Spiegel

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Spiegelnde Display-Oberflächen können ziemlich störend sein.

Neben dem Format des Displays kommt es natürlich auf die Bildqualität an. Größere Ausreißer gibt es dabei im Test weder nach oben noch nach unten. Bei einigen Notebooks zeigt sich aber eine seltsame Mode, die zurzeit bei Flachbildschirmen um sich greift: Bei Packard Bell, Sony und Targa sowie dem größeren der Toshiba-Geräte ist die Bildschirmoberfläche nicht matt, sondern spiegelblank. Das kann zwar subjektiv für ein brillanteres Bild sorgen, führt aber auch zu lästigen Reflexionen: Bei ungünstigen Lichtverhältnissen sieht man sein eigenes Gesicht oder wird von Lichtreflexen abgelenkt. Das ist gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Man sollte sich die Bildschirmdarstellung dieser Geräte genau ansehen, bevor man sich vom vermeintlich schicken Glanz blenden lässt.

Büro, Video, Spiele

Ein wichtiger Kostenfaktor ist auch die Rechenleistung von Hauptprozessor und Grafikchip. Wer sein Notebook nur zum Surfen oder für Büroanwendungen nutzt, wird hier bei keinem Testgerät Probleme bekommen. Sogar bei Multimediaanwendungen wie Bild- und Videobearbeitung, für die schon deutlich mehr Rechenpower nötig ist, zeigen die Kandidaten durchweg mindestens „gute“ Leistung. Drei Geräte sind hier sogar „sehr gut“, darunter das insgesamt „gute“ von Targa. Neben der Rechenleistung sollten Multimedia-­An­wender aber auch auf die Anschlüsse achten: Hat das Notebook ­einen Steckplatz, der zum Speicherkartenformat der Digitalkamera passt? Ist überhaupt ein Firewire-Anschluss für den digitalen Camcorder eingebaut? 

Die höchsten Anforderungen an die Leistung stellen schnelle 3D-Actionspiele. Die meisten Rechner im Test sind dafür nicht ausgelegt. Nur vier Geräte schlagen sich hier „gut“, das von Dell sogar „sehr gut“. Diese Notebooks haben neben einem leistungsfähigen Prozessor auch ­einen schnellen Grafikchip mit reichlich eigenem Grafikspeicher. Leistungsmäßig kommen sie selbst schnelleren Schreibtischrechnern nahe. Für Spiele-Freaks mit dem nötigen Kleingeld ist das toll. Der normale Nutzer dagegen kann getrost zu einem preiswerteren Gerät ohne aufwendige 3D-Fähigkeiten greifen.

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