Notebooks: 14 Modelle im Test
Den wuchtigen Standardnotebooks bieten Subnotebooks Paroli und halten dabei sogar länger durch. Das wird jedoch teuer erkauft.
Die Notebookwelt ist aus den Fugen geraten, und es bedarf wohl mehr als der Macht eines Jedi-Ritters, sie wieder in Ordnung zu bringen. Rückrufaktionen wegen schadhafter Akkus sind schlicht blamabel. Trotzdem konnten wir die Sicherheit der Akkus nicht prüfen. Dazu hätten wir Tausende Akkus kaufen, zerlegen und kriminologisch untersuchen müssen – in der Hoffnung, einen Verdächtigen zu erwischen. Dass es sich um die sprichwörtliche Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen handelt, zeigen folgende Zahlen: Akkus mit Li-Ion-Technologie wurden in zig Millionen Geräten eingebaut, aber es sind nur 300 Fälle von überhitzten Akkus bekannt (zur Ursache des Problems siehe Meldung: Risiken meiden). Doch nicht nur bei Akkus liegt einiges im Argen.
Die dunklen Seiten
Akkulaufzeit: Dank neuer Prozessoren verspricht die Werbung mehr Leistung bei weniger Energieverbrauch. Und tatsächlich sind der AMD-Turion64 X2 und der Intel-Core Duo Prozessor effizienter als ihre Vorgänger. Doch die Betriebszeit pro Akkuladung stieg im Vergleich zum Vortest Notebooks und PCs (2/06) nur geringfügig. Schon in test 4/04 kratzte ein Samsung-Notebook an der Fünf-Stunden-Schallmauer (bei normaler Nutzung). Heute spielen nur die Subnotebooks von Asus, Fujitsu-Siemens, Dell und LG sowie das MacBook jeden Star-Wars-Film in voller Länge (gut zwei Stunden) bei maximaler Displayhelligkeit ab. Den anderen geht die Puste teilweise schon nach gut einer Stunde aus (1:10 Stunden beim großen Fujitsu-Siemens-Notebook).
Spiegelnde Displays: In einem dunklen Raum wird der Benutzer vom Display angeleuchtet und es spiegeln sich seine Hände, das Gesicht und helle Kleidung darin. An einem Sonnentag auf dem Balkon oder im Garten überstrahlt die sonnenhelle Umgebung den Bildschirm. Unser Monitorexperte meint: „Die Hersteller lassen einfach die teure Antireflexbeschichtung weg. Der Kostenvorteil wird jedoch nicht an den Kunden weitergereicht, sondern der Nachteil kurzerhand zum Fortschritt erklärt, den der Kunde sogar mit einem Aufpreis bezahlt.“
Bildqualität: Der Fortschritt bei den PC-Monitoren (weniger Wischeffekte bei Bewegtbildern und großer Blickwinkel) ist bei den von uns getesteten Notebooks nicht angekommen. Acer und Lenovo bieten zwar mit 12 Millisekunden halbwegs kurze Reaktionszeiten (das kleine LG hat 13). Doch selbst das reicht Spiele-Enthusiasten nicht. Und alle anderen Displays sind noch träger, zum Teil deutlich: Das Fujitsu-Siemens und das Samsung (beide aus der 15-Zoll-Klasse) sind so langsam, dass die Anzeige schon beim Scrollen durch eine Internetseite oder einen langen Text verschwimmt. Fehlanzeige auch beim seitlichen Blickwinkel. Zu zweit einen Film anzusehen, setzt sehr viel Vertrautheit voraus, denn dafür muss man die Köpfe zusammenstecken. Sonst sieht man nur ein falschfarbiges Bild.
Software: Die mitgelieferten Programmpakete werden immer dünner. Bis auf ein Brennprogramm und Abspielsoftware für DVD ist kaum Nützliches vorhanden. Word legt niemand mehr bei. Bestenfalls das Einsteiger-Büropaket „Works“ findet sich hier und da. Auch nicht selbstverständlich ist eine simple, Laien zumutbare Systemwiederherstellung direkt von einer „Recovery-DVD“. Bei Dell kostet sie extra (Resource CD, 5,80 Euro), bei Acer, HP und Sony wird der Anwender aufgefordert, sie selbst zu „basteln“ – der nötige CD-Rohling fehlt aber.
Die helle Seite
Die Rechenleistung selbst ist zwar nicht intergalaktisch gut, aber mehr als angemessen. Wie schon lange bei stationären (Desktop-)Rechnern üblich bieten nun selbst die Subnotebooks mehr Leistung, als der Alltag erfordert. Meist haben auch sie einen schnellen Doppelkernprozessor – nichts anderes bedeuten die Prozessor-Typbezeichnungen „Core Duo“ und „X2“ – und ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher ist das Subnotebook von Fujitsu-Siemens sogar ausgesprochen komfortabel ausgestattet. Damit kann es schnell zwischen geöffneten Programmen umschalten und geht auch nicht bei der Bearbeitung vieler großer digitaler Bilder in die Knie. Allein das kleine Notebook von Asus bleibt bei mageren 512 Megabyte Arbeitsspeicher.
So gehts mit Subnotebooks
Die gleiche Leistung wie ein großes Notebook, dabei kleiner, leichter und länger mit einer Akkuladung mobil – wer viel unterwegs ist, fährt mit einem Subnotebook am besten. Doch im Schnitt sind sie um 200 Euro teurer und im Vergleich zu den in der Bilddiagonale acht Zentimeter größeren Modellen stellen sie den Bildschirminhalt deutlich kleiner dar. Dafür braucht man gute Augen. Als Ersatz für den stationären Rechner taugen sie deshalb nur mit externem Monitor, gesonderter Tastatur und Maus.
Vorteil der Großen
Abgesehen vom großen Display punkten die Notebooks mit 39-Zentimeter-Bilddiagonale mit besserer Grafikleistung. Allerdings nutzen nicht alle diesen Vorteil. Das entscheidende Ausstattungsmerkmal ist ein guter Grafikchip (hier: ATi Mobility Radeon X1400 und X1600, Nvidia GeForce Go 7300 und 7400) mit separatem Grafikspeicher. Subnotebooks haben einen integrierten Grafikchip mit Zugriff auf den Arbeitsspeicher. Das bremst 3D-Anwendungen – Konstruktionsprogramme und Computerspiele.
Doch auch mit den bei 3D besseren Modellen im Test werden Spieler nicht so recht glücklich: Sie wünschen sich ausreichend Leistung auch für die kommenden Spiele. Das ginge nur mit einem Austausch des Grafikchips. Das geht bei keinem Notebook im Test.
Und der Saft geht ihnen beim Spielen auch zu früh aus. Da haben es die Jedi-Ritter besser – oder kennt jemand eine Filmszene, in der das Laserschwert zum Nachladen an die Steckdose muss?
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Unser Rat
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Kommentare (0)
weitere Kommentare anzeigen