Multifunktionsdrucker: Herr W. kauft ein Mufu

Multifunktionsdrucker Test
Gequetschte Lieblingsmaus im Scanner: Das eingelesene Bild wird sofort ausgedruckt.

test 03/2006

Der Nachwuchs druckt oft die Tintenpatronen leer. Gesucht wird nun ein neues Gerät mit geringeren Verbrauchskosten.

Multifunktionsdrucker

Das ist die Geschichte von Herrn W. Er hat drei Töchter (6, 8 und 9 Jahre) und einen Multifunktionsdru­cker (3 Jahre). Der Dreijährige macht Probleme: Seine Tintentanks sind ständig leer. Das kostet viel. Der Nachwuchs von Herrn W. hat jede Menge Ideen, das „Mufu“ einzu­setzen. Da werden Kuscheltiere gescannt, die Lieblings-Comicfiguren aus Witch und SpongeBob Schwammkopf kopiert. Ganz neu ist folgender Einfall: Die Töchter scannen bereits ausgemalte Lieblingsmotive aus einem Malbuch, „entfärben“ die bemalten Stellen am PC-Bildschirm und drucken das „leere“ Malbild wieder aus – um es erneut auszumalen ...

So viel Kreativität will Vater W. nicht bremsen. Gegen die Folgekosten muss er aber etwas tun. In den letzten Wochen waren zweimal neue Tintentanks fällig, zusammen für über 100 Euro. Er sucht nun ein Drucker-Scanner-Kombigerät mit günstigeren Verbrauchskosten.

Probleme mit preiswerten Patronen

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Vorsicht: Die Werke junger Künstlerinnen reduzieren den Tintenvorrat oft drastisch.

Das Angebot ist für Verbraucher schwer überschaubar, und es wird immer schlimmer. Die Firma Canon wurde bislang oft gelobt, weil sie Drucker mit guter Qualität und recht günstigen Verbrauchskosten produzierte. Wer zusätzlich sparen wollte, konnte preiswerte Ersatzpatronen von Zweitanbietern kaufen. Doch nun akzeptieren neue Canon-Modelle wie der Pixma MP 800 nur Tintentanks mit einem speziellen Computerchip – und dessen Nachbau ist kompliziert. Die neuen Tintentanks sind teurer als die alten, im Vergleich zu älteren Modellen kostet das Drucken von Texten etwa 30 Prozent mehr als früher (siehe test 3/05: Multifunktionsgeräte).

Konkurrent Hewlett-Packard setzt nun ebenfalls verstärkt auf Geräte mit separat wechselbaren Tintentanks. Das senkt die Ausgaben für Grafik- und Fotodruck, da leere Farbpatronen einzeln getauscht werden können. Auch die Kosten für Textdruck sind geringer als früher. Doch ebenso wie bei Canon haben die neuen HP-Patronen einen speziellen Computerchip.

Auch der dritte große Hersteller Epson benutzt Computerchips. Allerdings sind sie bislang kein allzu großes Hindernis für Zweitanbieter, sodass es hier meist günstige Ersatztintenpatronen zu kaufen gibt. Wer wie Herr W. die Tintenkosten der verschiedenen Ge­räte vergleichen möchte, kann das leicht tun: mit einem Blick in die test-Tabellen. Dabei fällt auf: Die Kosten haben sich im Gesamtverbrauch angenähert – egal, von welchem Anbieter das Gerät stammt. Sehr teure Drucker, die für ein DIN-A4-Foto mehr als 4 Euro Tinte verbrauchen, gibt es glücklicherweise kaum noch. Dafür aber auch keine Modelle, die so richtig günstig sind. Das Ausdrucken einer Testseite Text kostet zwischen 3 und 7,5 Cent, ein seitenfüllendes Foto zwischen 100 und 280 Cent. Manche Geräte sind günstig beim Textdruck, dafür teuer beim Fotodruck – bei anderen „All-In-Ones“ ist es wiederum genau umgekehrt.

Funktionen

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Praktisch: Großes Vorschaudisplay (oben). Günstig: Für jede Farbe ein eigener Tank (unten).

Zumindest beim Funktionsumfang gibt es keine Klagen. Auch die einfachsten Multifunktionsgeräte scannen, drucken und kopieren. Viele Modelle drucken Fotos auch ohne Computer aus. Möglich ist das beispielsweise über integrierte Speicherkartenleser, von denen die Daten eingespeist werden. Oft wird die Digitalkamera auch direkt per USB-Kabel angeschlossen („Pictbridge“-Funktion).

Die Kinder von Herrn W. sind begeistert von der Möglichkeit, auch CD- oder DVD-Rohlinge bedrucken zu können. So ist auf der Scheibe gleich von außen gut zu sehen, welche Daten sie enthält: zum Beispiel die Fotos vom Hockeyturnier, von der letzten Geburtstagsfeier oder dem Wochenende am Meer. Entsprechende Rohlinge tragen den Zusatz „printable“ und können auf Geräten wie Epson Stylus Photo RX700 oder Canon Pixma MP 800 verwendet werden.

Entscheidung

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Selten: Bedrucken von CDs oder DVDs (oben). Einfach: Druck von Karte oder Kamera (unten).

Doch das wichtigste Kaufkriterium bleibt für Herrn W. der Tintenpreis. Damit empfehlen sich derzeit vor allem Epson-Modelle. Für sie gibt es noch recht häufig preiswerte Ersatzpatronen. Der Epson Stylus DX4200 beispielsweise kostet nur 100 Euro, hat niedrige Tintenkosten, aber kaum Zusatzfunktionen. Eine Alternative könnte der Canon Pixma MP750 sein. Er ist schon länger auf dem Markt (siehe test 3/05: Multifunktionsgeräte), verursacht geringe Tintenkosten und hat außerdem viele Funktionen, zum Beispiel CD-Druck und beidseitiges Bedrucken von Papier. Darüber hinaus verwendet er Canon-Patronen ohne Chip, für die es Nachbauten gibt. Leider hat er einen hohen Stand-by-Stromverbrauch. Über das Internet ist der Canon Pixma MP750 ab etwa 200 Euro zu kaufen.

Wenn das neue „Mufu“ da ist, kommt das alte zu Oma. Sie hat einen neuen PC und druckt nur selten etwas aus. Könnte aber sein, dass sich das zeitweise ändert. Immer dann, wenn die Enkelinnen zu Besuch sind.

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Laserdrucker-Multifunktionsgeräte

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