Monitore: Besser, breiter, billiger

Monitore Test
Hochkant: Der Dell lässt sich für Textarbeiten ins Hochformat drehen.

test 12/2006

Immer flacher werden die Preise bei schlanken Bildschirmen für den PC. Unser Preishit kostet knapp 200, der beste im Test 300 Euro. Wir haben 15 Monitore geprüft.

Monitore

Schlank, energiesparend, flimmerfrei – Flachbildschirme für den PC haben die dicken Dinger mit Röhrentechnik zu einem Nischendasein verbannt. Auf sie entfielen 2005 nur noch sieben Prozent der Monitorverkäufe. Professionelle Grafiker schwören zwar noch immer auf die Röhre, aber die meisten PC-Anwender greifen lieber zum raumsparen­den, optisch gefälligeren und inzwischen auch technisch gereiften TFT-Flachmann (siehe Glossar). Und das Schöne für den Käufer: Die Preise sind gesunken und sie fallen wahrscheinlich weiter.

Zwischen relativ bescheidenen 199 (Medion) und 335 Euro (Dell) kosten im Mittel die diesmal geprüften 19-Zoll-Flachbildschirme mit einer Bildschirmdiagonale von 48 Zentimetern. Die Neunzehnzöller gehen zwar noch nicht so häufig über den Kassenscanner wie die etwas kleineren und meist auch billigeren 17-Zoll-Bildschirme mit 43-Zentimeter-Diagonale. Im direkten Vergleich spricht aber außer dem Preis einiges für die größeren Bildschirmformate: Beide haben zwar dieselbe Zahl von Bildpunkten und zeigen auch gleich viel an, aber auf dem kleineren Monitor ist die Schrift vieler Webseiten nur noch schwer zu entziffern.

Die Überbreiten zeigen weniger

Monitore Test
Adlerauge: Automatisch gesteuert wird hier Stück für Stück der Monitor-Ober­fläche abgetastet.

Unter den 15 getesteten 19-Zoll-Monitoren finden sich drei, die auffällig in die Breite gehen. Das Bildformat dieser Widescreen-Modelle beträgt 16 zu 10, bei den anderen ist das Seitenverhältnis 5 zu 4. Wir halten den Trend zu den Überbreiten für zwiespältig, denn sie bieten weniger Raum auf dem Bildschirm. Wir haben nachgerechnet: Um immerhin acht Prozent verringert sich die Darstellungsfläche – Nutzer können zum Beispiel mit kleinen, sehr scharfen Buchstaben Probleme bekommen. Wer den Widescreen-Monitor aber hauptsächlich zum Betrachten von Videos und Filmen nutzt, kommt dagegen voll auf seine Kosten. Von den Bildschirmen im Movie-Format können wir den Samsung SyncMaster 940BW für 284 Euro empfehlen.

Fünf „Gute“ deutlich vorn

Wie Rudi Ratlos steht der Kunde oft vor den Regalen der Fachhändler oder Elektronikdiscounter – alles schön bunt, aber was soll er nehmen? Denn Qualitätsunterschiede zwischen den Flachbildschirmen sind auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen und die Kaufberatung in Elektronikmärkten ist, wie unser Test vom Oktober zeigte, auch nicht immer Gold.

Völlig danebengreifen wird aber der PC-Laie wahrscheinlich nicht. Denn schlechter als mit dem Urteil „befriedigend“ schnitt keins unserer Testmodelle ab. Und wir haben uns diesmal an die eher billigeren Monitore gehalten. Das Risiko, einen richtig schlechten Bildschirm zu erwischen, dürfte bei dem heute erreichten Qualitätsniveau, auch bei preiswerterer Ware, relativ gering sein.

Das heißt aber nicht, dass es keine bemerkenswerten Unterschiede gäbe. Fünf Monitore im Test heben sich mit „gutem“ Qualitätsurteil deutlich vom Rest des eher mittelmäßigen Feldes ab. Aber die Spitzenmodelle waren durchaus nicht teurer. Zu ihnen gehört sogar das billigste des Vergleichs, Medion MD 30919 (auch als Medion MD 32119 angeboten) für 199 Euro. Und wer einen knappen Hunderter drauflegt, kann den mit Abstand Besten unter den „Guten“, Fujitsu Siemens Scaleoview H19-1, mit nach Hause nehmen.

Bild im Vordergrund

Im Vordergrund unserer Beurteilung stand natürlich die Bildqualität, die mehr als die Hälfte der Punkte bei der Errechnung des Endurteils beisteuerte. Drei Experten gaben im Sehtest und bei der Schnelligkeit des Bildaufbaus ihre subjektiven Eindrücke zu Protokoll. Der Kollege Roboter tastete außerdem die Bildschirmoberflächen ab und versorgte die Tester mit einer Fülle von Daten für die Vergabe des Qualitätsurteils (siehe Foto).

Schwächen gab es hauptsächlich bei der Schnelligkeit des Bildaufbaus: Hier schnitt bis auf den in diesem Punkt „sehr guten“ Siemens Fujitsu kein Monitor besser als „befriedigend“ ab. Der Fujitsu Siemens ist die mit Abstand beste Wahl für Video- und Spielefreunde. Wenn die Pixel auf dem Display zu träge reagieren, können nämlich schnelle Bewegungen auf dem Schirm zu verwischten Bildern führen.

Umgekehrt heißt das aber auch, dass PC-Benutzer, die sich in erster Linie mit Textverarbeitung beschäftigten oder im Internet surfen, auch mit weniger schnellen Monitoren gut zurecht kommen. Es lohnt sich also ein genauer Blick auf die Tabellenzeilen. Gleichen Sie die Ergebnisse dort mit Ihren eigenen Ansprüchen ab. Unser Glossar hilft dabei.

Ein manchmal leidiges Thema bei den Flachmännern: Die Bildqualität hängt vom Betrachtungswinkel ab. Das wird problematisch, wenn mehrere Personen gleichzeitig vor dem Monitor sitzen, um ihn als Heimkino zu nutzen. Nur Fujitsu Siemens und der LG-Monitor machen hier eine „gute“ Figur. Der Rest ist allerdings nicht schlechter als „befriedigend“.

Kaum noch Farbprobleme

Anders als noch in unserem Test vor zwei Jahren haben die TFT-Displays heute keine größeren Farbprobleme mehr. Die Abstufung und die Gleichmäßigkeit der darge­stellten Farben hat sich seither teilweise deutlich verbessert. Wer seine Fotos am PC bearbeitet, sollte trotzdem einen Blick in die entsprechende Tabellenzeile werfen und sich für einen der neun Monitore im Test entscheiden, der in diesem Prüfpunkt mit „gut“ benotet wurde.

Auch Pixelfehler gehören offenkundig der Vergangenheit an. Ganze zwei Fehler konnten wir im gesamten Testfeld aufspüren. Treten sie auf, ist an einer oder mehreren Stellen des Schirms ein farbiges Pünktchen sichtbar. Einmal entdeckt, stören sie den Betrachter immer wieder. Pixelfehler zeigen sich meist in den ersten Betriebsstunden. In der Produktion werden die Monitore deshalb oft künstlich 24 Stunden „gealtert“, um Modelle mit Fehlern rechtzeitig zu erkennen – eine Reifeprüfung für den Flachmann.

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