Handytarife: Günstig ohne Grundgebühr
Aus 1022 Handytarifen haben wir die billigsten zusammengestellt – für verschiedene Telefoniertypen. Welcher Typ sind Sie? Wer zum Beispiel 15 Minuten im Monat telefoniert, zahlt nur vier Euro.
Haben Sie schon mal mit dem Stichwort „Handytarif“ im Internet gesucht? Da finden sich 615 000 Treffer. Beim ersten Sichten all der „Billigtarife“, „Topangebote“ und „Preisrechner“ ist Kopfweh nicht ausgeschlossen. test erspart Ihnen die Recherche und hat aus 1022 Guthabenkarten und Vertragsangeboten die billigsten für mehrere Telefoniertypen ermittelt. Auf der Basis aktueller Erhebungen haben wir die Nutzerprofile überarbeitet, sodass sich noch mehr Leser in ihnen wiederfinden können.
Für Wortkarge: Guthabenkarten
Das wichtigste Kriterium für die Tarifwahl und somit Hauptunterscheidungsmerkmal der Profile ist die vertelefonierte Zeit pro Monat. test unterscheidet zwischen Kaum- und Wenigtelefonierer (15 und 30 Minuten) sowie Normal- und Vieltelefonierer (90 Minuten und 180 Minuten). Daneben spielen Anrufziel und Tageszeit eine Rolle sowie die Anzahl der SMS.
Beispiel „Kaumtelefonierer“: Katharina, 28 Jahre, Berufsanfängerin, frisch verheiratet, keine Kinder. Sie nutzt ihr Handy selten, im Monat nur 15 Minuten. Da sie gern in Ruhe telefoniert und noch nicht viel verdient, führt sie lange Telefonate stets von zuhause aus dem Festnetz. Werktags (70 Prozent der Gespräche) telefoniert sie nur ein Viertel der Zeit tagsüber per Handy, um mal einen Termin abzusprechen. Abends und am Wochenende (30 Prozent der Gespräche) braucht sie es öfter, um abzuklären, wer was einkaufen geht oder wann das Treffen mit der Freundin stattfindet. Auf Handys ruft Katharina kaum an, häufiger im Büro ihres Mannes (60 Prozent Festnetz). SMS versendet sie selten, da ihre Tastatur zu klein ist (sechs SMS). Kaumtelefonierer wie Katharina finden mehrere billige Angebote (siehe Tabelle rechts). Mit fünf Guthabenkarten würde sie im Monat nur vier Euro für Handygespräche ausgeben.
Für Anspruchsvolle: Service prüfen
Trotzdem führen wir in den Nutzerprofilen nicht nur die allerbilligsten Tarife auf, sondern im Fall des Kaumtelefonierers auch solche mit bis zu zehn Euro Kosten im Monat. Der Grund: Weicht das Telefonierverhalten von den Anrufzielen oder -zeiten im Profil deutlich ab, kann ein anderer Tarif geeigneter sein. Falls Katharina gezwungen wäre, ihren Mann oft auf dem Handy anzurufen – er nutzt Tchibo Prepaid – wäre statt Blau.de oder Aldi Talk der Tchibo Prepaid-Tarif sinnvoll. Mit ihm zahlt sie zu Tchibo-Handys nur 5 statt 16 Cent pro Minute wie bei Blau.de.
Weitere mögliche Gründe, nicht einfach das billigste Angebot zu nehmen: Wenn man einen Vertrag vorzieht, um sich nicht um das Aufladen der Guthabenkarte kümmern zu müssen. Oder wenn man auf bestimmte Serviceleistungen wie kostenlose Hotline und Papierrechnung Wert legt, die bei den billigsten Tarifen meist nicht inklusive sind. Vielleicht will man auch einfach ein Handy dazu, das es verbilligt zu oft eher teureren Tarifen gibt. Solche Angebote sind in den Tabellen am Handysymbol erkennbar.
Für Plaudertaschen: Vertragstarif
Selbst mit 30 Minuten im Monat würde Katharina mit denselben Guthabenkarten bei acht Euro Kosten am günstigsten fahren. Sollte sie irgendwann deutlich mehr telefonieren, wäre es besser, sich in eines der anderen zwei Profile einzuordnen. Denn bei 90 oder 180 Minuten führen andere Tarife die Rangliste an. Für solche Plaudertaschen empfiehlt sich ein Vertrag des Netzbetreibers O2: Mit der Active Card 100 online oder 250 online legt man sich zwar für zwei Jahre fest, spart aber sogar gegenüber der nächstbesten Variante schon bis zu 24 Euro im Jahr.
Bei Viel- und Normaltelefonierern sind auch Anrufzeiten und -ziele anders verteilt – wie bei Katharinas Freundin Paula, 36, Mutter und Führungskraft: Da sie oft auf Dienstreise ist, telefoniert sie am Tag öfter per Handy von unterwegs mit ihrem Mann, oft zwischen zwei Konferenzen (30 Prozent). Weil auch ihr Mann oft reist und es mit Kind viel zu organisieren gibt, ruft sie häufig auf anderen Handys an (50 Prozent Funknetz). Ein bis zwei SMS täglich schickt sie, um dem Sohn ein Gutenachtbussi und dem Mann die Einkaufsliste fürs Wochenende zu senden (50 SMS). Klingt teuer – kostet sie mit dem billigsten Angebot aber nur 19 Euro im Monat (siehe Tabelle, S. 38). Voraussetzung: Sie ruft die Mailbox selten ab. Das kostet 39 Cent.
Für Unentschlossene: Kaufhilfen
- Prüfen Sie vorab: Kostet die Mailboxabfrage? Was fällt für Leistungen wie Papierrechnung oder Hotline an?
- Ein Vertrag bedeutet monatliche Fixkosten, auch wenn man gar nicht telefoniert.
- Jugendliche fahren wegen besserer Kostenkontrolle mit Guthabenkarten gut.
Tipp: Die Stiftung Warentest bietet die billigsten Angebote ständig aktualisiert im Infoabruf.
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