Handys: Tricorder gefällig?
Im Internet surfen, Musik spielen, Lautstärke messen, Fotos machen und per Knopfdruck auf- und zuklappen. Handys haben immer mehr Funktionen und wiegen oft nur 100 Gramm.
Captain Kirk und die Jungs von der Enterprise sind auf ihren Reisen immer gut ausgerüstet. Der handliche Enterprise-Tricorder erkundet die Umgebung, Gespräche werden mit leistungsfähigen Mini-Funkgeräten geführt.
Ganz so weit sind wir in unserer Sternenzeit noch nicht, aber auf dem besten Wege. Handys, die „Biodaten“ fremder Lebensformen analysieren, konnten wir im aktuellen Test zwar noch nicht prüfen, dafür aber diverse andere Fähigkeiten. Wer wie Captain Kirk häufiger auf Outdoor-Reisen ist, sollte ein Mobiltelefon wie das Nokia 5140 dabeihaben. Das etwa 100 Gramm leichte Gerät ist Handy, Kompass, Wasserwaage, Lautstärkemesser, Radio und Taschenlampe in einem. Nicht ganz so extrem, aber ebenfalls mit ungewöhnlichen Funktionen ausgerüstet, sind Nokia 7610 und Samsung P510. Das Nokia 7610 hat einen „richtigen“ Internetbrowser. Die Darstellung der Seiten ist zwar beengt, genügt aber für gelegentliches Surfen. Doch Vorsicht: Mit einem herkömmlichen Handyvertrag kann eine Minute Surfen per Mobiltelefon mehrere Euro kosten. Die Liste der Funktionen, die interessant, aber nicht unbedingt notwendig sind, soll hier mit dem Samsung P510 beendet werden. Die Welt hat lange auf ein Klapphandy gewartet, das sich per Knopfdruck selbst öffnet oder schließt – das P510 tut es. Der Vorgang hat allerdings einen gewissen Charme und ist in der Öffentlichkeit sicher auch ein Hingucker. Das P510 lässt sich aber auch noch von Hand klappen.
Oft nicht leicht: Fotos auf PC laden
Aufgrund der vielen neuen Funktionen von Handys entwickelt sich auch unser Testverfahren weiter. Im aktuellen Test haben wir erstmals Fotohandys abgewertet, die den Datentransfer zu einem Computer nur schwer oder gar nicht ermöglichen (siehe Tabelle „Handys mit integrierter Kamera / UMTS“, Spalte „Fototransfer zum Computer“). Wer das Foto auf dem PC haben will, muss es dann per Multimedia-Mail versenden. Das kostet mindestens 39 Cent – pro Foto! Bei Samsung E600 und Nokia 6610i ist der Transfer per Infrarotschnittstelle zwar möglich, doch die Software muss aus dem Internet geladen werden (bis 120 MB) und ist auch von Fachleuten nur schwer in Betrieb zu nehmen. Empfehlenswert sind von außen zugängliche Speicherkarten wie zum Beispiel beim Siemens S65 oder beim SonyEricsson Z1010.
Auch die Bewertung des Akkubetriebs wurde verändert. In der Tabelle stehen nun Werte für „reine“ Betriebszustände, die bei ausschließlicher Nutzung den Akku leeren. Beim Vodafone Sagem myV-55 ist ein voller Akku nach einem Dauertelefonat von 7,6 Stunden im D-Netz leer telefoniert. Sein erneut gefüllter Energiespeicher hält beim Spielen (Betriebsart „helles Display“) sieben Stunden durch. Mit diesen Werten kann sich jeder Nutzer die für ihn relevanten heraussuchen. Spiele-Fans und SMS-Schreiber wählen ein Handy mit guten Ergebnissen bei hellem Display. Wenigtelefonierer achten auf gute Stand-by-Werte.
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