Handytarife: Keiner für alle
Mehr als 600 Handytarife stehen zur Auswahl. Mit welchem Sie am meisten sparen, finden Sie hier heraus.
Vielfalt freut den Verbraucher und stärkt den Wettbewerb. Doch zu viel der Vielfalt führt dazu, dass der Verbraucher die Orientierung verliert – etwa im Dickicht von über 600 Mobilfunktarifen, neuen Preismodellen und Datendiensten. test hilft Ihnen, Ihrem Idealtarif auf die Spur zu kommen.
Neu: Minutenpakete zum Fixpreis
Mehr Transparenz ist ein Schlüssel zum Erfolg. Das haben auch die Mobilfunkanbieter gemerkt und ihrer Meinung nach einfach zu verstehende Minutenpakete ohne Grundpreis auf den Markt gebracht: So wirbt T-Mobile seit Februar mit Tarifen, die den vielversprechenden Namen „Relax“ (Entspann dich) tragen: Für 15 Euro monatlich darf der Kunde 50 Minuten plaudern, für 25 Euro 100 Minuten, für 50 Euro sind 200 Minuten drin und für 100 Euro sogar 500 Minuten – rund um die Uhr, die ganze Woche lang. Ein Handy gibts dazu. Mit ähnlichen Tarifen zog auch Vodafone im März nach. Nur kosten die beiden größeren Minutenpakete hier je zehn Euro weniger, also 40 und 90 Euro.
Das klingt zunächst ziemlich „relaxt“ – bis man den Taschenrechner zückt: Je kleiner das Paket, desto teurer die Minute: 20 Cent (Relax 500), 25 (Relax 100/200) oder 30 Cent (Relax 50) kostet sie. Bei Vodafone sind es 18 bis 30 Cent. Klassische Tarife dagegen punkten mit weitaus niedrigeren Minutenpreisen: bis hinab zu 9 Cent. Sie machen es möglich, Gespräche bewusst in preisgünstige Nebenzeiten zu legen oder die City-Option zu nutzen. Mit den Pauschaltarifen geht das nicht. Deshalb lohnen sie sich in erster Linie für sorglose Telefonierer, die nicht auf Anrufziel und Tageszeit achten möchten. Allerdings sollten auch sie einiges beachten:
Wichtig: Telefonierverhalten prüfen
- Tipp 1: Prüfen Sie Ihre Handyrechnungen. Wie lange im Monat telefonieren Sie? Wählen Sie danach das Volumen des Pakets. Denn sobald Sie es überschreiten, gelten deutlich höhere Minutenpreise (25 bis 40 Cent). Und wenn Sie die Minuten nicht aufbrauchen, verfallen diese zum Monatsende. Können Sie sich nicht auf ein Telefoniervolumen festlegen, sind eventuell die Time&More-Tarife von E-Plus passend: Sie kosten pro Minute 15 Cent plus 9,95 bis 17,95 Euro Grundpreis pro Monat. Dafür sind aber nicht genutzte Minuten in den nächsten Monat übertragbar (Ausnahme: Time & More 20).
- Tipp 2: Überlegen Sie, in welche Netze Sie hauptsächlich telefonieren. Denn nur bei Relax 200/500 und Time & More werden Anrufe in fremde Mobilfunknetze automatisch auf die Inklusivminuten angerechnet. Bei Relax 50/100 kosten sie teure 60 und 50 Cent, bei den Vodafone-Paketen 30 bis 60 Cent. Umgehen lässt sich das durch eine Zusatzoption für 5 Euro, mit der auch solche Anrufe inklusive sind.
- Tipp 3: Führen Sie hauptsächlich Kurzgespräche? Dann sollten Sie die Finger von Tarifen mit Takt 60/1 lassen. Sie berechnen die erste Minute immer voll. Fast alle Pauschaltarife (außer Relax 200/500) machen das so. Gegen Aufpreis kann man auch hier eine andere Taktung wählen.
Vorn: Talkline und debitel
Bei diesen Einschränkungen ist es kein Wunder, dass die Pauschaltarife nicht die Billig-Hitlisten anführen. Wenn sie sich platziert haben, dann oft nur über die Sparoption, bei der man auf ein subventioniertes Handy verzichtet. Ganz vorn liegen in den meisten Fällen Talkline und debitel. Bei der Wahl eines Handyvertrags und -tarifs helfen unsere Profile: Wenn Sie zum Beispiel pro Monat rund 150 Minuten lang, meist am Tage, mit dem Handy telefonieren und etwa 20 SMS verschicken, dann finden Sie die besten Angebote im Profil „Vieltelefonierer“. Wer weniger Handygespräche führt (70 Minuten), wird beim „Normaltelefonierer“ fündig. Weichen Sie in Punkten wie Gesprächszeit oder Anrufziel deutlich von einem sonst für Sie passenden Nutzertyp ab, sollten Sie sich die einzelnen Preise für den jeweiligen Bereich ansehen.
Teuer: Bildnachrichten per Handy
Ein weiterer Kostenfaktor sind Multimedia-Nachrichten (MMS): In Deutschland kostet ihr Versand 39 Cent bis 1,29 Euro – je nach Netz und Datenumfang. Aus dem Urlaub wird es noch kostspieliger (zum Beispiel 3,49 Euro aus Portugal). Ärgerlich, wenn dann nur halbe Fotos ankommen.
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