Handys: Musikhandys mit Tücken

Handys Test

test 05/2008

Neue Bedienkonzepte, neue Designs, neue Funktionen. Doch beim Klang der Musikspieler gibt es bei einigen Geräten unangenehme Überraschungen.

Handys

Mobiltelefone wandeln sich zu immer mächtigeren Kommunikations- und Multimediamaschinen. Um die Funktionsvielfalt in den Griff zu bekommen, müssen sich die Anbieter neue Bedienkonzepte einfallen lassen. Doch selbst bei althergebrachten Funktionen wie dem Musikspieler zeigen sich im Test teils ärgerliche Störungen.

Knacksen bei Nokias Musikhandy

Viele Musikhandys können bei Klang und Bedienung mit reinen MP3-Spielern mithalten. Doch im aktuellen Test gibt es auch Negativausreißer: Mehrere Nokia-Modelle lassen bei der MP3-Wiedergabe gelegentlich störende Aussetzer hören. Besonders peinlich ist das beim 5610 XpressMusic. Laut Nokia verspricht es „Musikerlebnisse einer neuen Dimension“. Tatsächlich leidet sein Musikspieler nicht nur an den beschriebenen Aussetzern, auch seine Maximallautstärke ist mit 107 Dezibel viel zu hoch – schon bei 100 Dezibel drohen Gehörschäden. Die beiden Motorola-Handys klingen über die mitgelieferten Kopfhörer nur „ausreichend“, Buchsen für bessere Standardkopfhörer haben sie nicht.

Handykameras immer besser

Ein wichtiges Verkaufsargument sind auch die immer aufwendigeren Kameras: LG bewirbt sein Viewty als „kleines Kamerawunder“, Samsung wirbt, sein G800 biete „mobile Fotografie für höchste Ansprüche“. Tatsächlich schneidet seine Fotofunktion mit dem Dreifach-Zoom recht ordentlich ab. Ein paar andere können es noch besser: Das Nokia 6500 Slide macht besonders gute Bilder bei guten Lichtverhältnissen. Und das Nokia N82 schafft dank Blitzlicht auch bei wenig Umgebungslicht noch „gute“ Aufnahmen.

Neue Wege für Handyvideos

Die meisten Mobiltelefone können auch Videofilmchen aufnehmen. Das LG Viewty bietet hier eine Besonderheit: Es kann Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde aufzeichnen – damit sind interessante Zeitlupenaufnahmen möglich. Nun ist ein kleines Handydisplay aber nicht ideal, um sich darauf Filme anzusehen. Das N82 und das 6500 slide von Nokia lassen sich über ein mitgeliefertes Kabel auch an einen Fernseher anschließen. Bei Motorola scheint man dagegen zu glauben, dass Nutzer auf dem winzigen Handymonitor sogar zweistündige Spielfilme ansehen: Dem Moto Z8 liegt eine Speicherkarte mit dem Film „Die Bourne Identität“ bei, an einen Fernseher kann man das Handy aber nicht andocken.

Mehr Kommunikation

Neben dem Telefonieren, das ohnehin alle können, neben Kamera und Musikspieler rücken auch andere Funktionen in den Vordergrund. Die meisten Handys im Test können E-Mails senden, empfangen und im Internet surfen. Acht Geräte sind in der Lage, in UMTS-Netzen Daten mit dem besonders schnellen Standard HSDPA zu empfangen. Das Nokia N82 kann Internetverbindungen auch über WLAN-Funknetze aufbauen. Außerdem hat es als Einziges im Test einen GPS-Empfänger und Software für Nokias kostenpflichtigen Navigationsdienst.

Bedienkonzepte zum Anfassen

Um die vielen Funktionen greifbarer zu machen, setzen Anbieter zunehmend auf haptische Bedienelemente: Das LG Viewty und das Samsung Qbowl haben berührungsempfindliche Displays, sogenannte Touchscreens, die die Bedienung etwa beim Internetsurfen vereinfachen können. Das Viewty wird allerdings nicht nur per Finger bedient, sondern über einen Eingabestift, mit dem man auch Text eingeben kann.

Neben Touchscreens werden auch Bewegungssensoren beliebter. Das Nokia N82 sowie das K850i und das W910i von Sony Ericsson schalten damit die Displayanzeige je nach Position zwischen Hochformat und Breitformat um. Beim N82 funktioniert das aber nicht perfekt. Beim W91oi soll man durch Schüttelbewegungen auch den Musikspieler steuern können. Doch diese nette Spielerei ist eher unpraktisch: Beim Schütteln muss man gleichzeitig eine winzige Musiktaste gedrückt halten.

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