Handytarife: Schlechte Zeiten fürs Guthaben

Handys Test

test 05/2003

Vorsicht, Kostenfalle: Viele Kunden mit Guthaben­karte können nun auch Bildnachrichten verschicken – und brauchen dabei ihr Guthaben ganz fix auf. Dabei kann Sparen so einfach sein.

Handys

Die bunten Multimedianachrichten MMS traten voriges Jahr an, die dröge Textnachricht SMS zu beerben. Das Ziel ist noch lange nicht erreicht, aber immerhin funktioniert dieser Dienst nun auch für Kunden mit Guthabenkarte von T-Mobile und Vodafone. Mit Kamerahandys wie dem Sony Ericsson T300 für 170 (T-Mobile, Xtra) beziehungsweise 200 Euro (Vodafon, CallYa) wird fotografiert, und das Bild im Handumdrehen verschickt: An andere MMS-Handys oder zu E-Mail-Adressen. All das kostet, und nicht wenig, wie die Tabelle „So viel kostet eine MMS“ zeigt: Innerhalb des eigenen Funknetzes und als E-Mail kosten MMS mindestens 39 Cent. Das ist schon rund doppelt so teuer wie eine SMS (meist 19 Cent). In fremde Funknetze kosten MMS mindestens 59 Cent. Preissteigernd wirken zwei Faktoren: die Dateigröße der Nachricht (bei mehr als 30 Kilobyte kosten sie mindestens 99 Cent) und das Vertragsverhältnis: Kunden mit Guthabenkarte zahlen immer den höheren Preis wie beim Versand in ein fremdes Netz.

Clever sparen

Die Grenze zur „großen“ MMS (immerhin mit einem Aufschlag von 60 Cent) liegt nicht zufällig bei 30 Kilobyte. Wer die maximale Auflösung und beste Qualitätsstufe der Handy-Fotoapparate nutzt, landet meist knapp über dieser magischen 30-Kilobyte-Grenze – und wird heftig zur Kasse gebeten.

Tipp: Wählen Sie für den Versand zu einem MMS-Handy die minimale Auflösung und als E-Mail eine geringe Fotoqualität – bleiben Sie so unter der magischen, teuren 30-Kilobyte-Grenze.

Leitfaden für Neueinsteiger

Das Telefonieren wurde in den letzten Monaten nicht billiger. Umso wichtiger ist die Frage: Welcher Anbieter und welches Tarifmodell passt zu mir? Diese Möglichkeiten haben Sie:

  • Gar keinen Vertrag abschließen, sondern eine Guthabenkarte ohne monatliche Festkosten kaufen (rund 40 Euro). Sie heißen je nach Funknetz Xtra, CallYa, Free & Easy oder Loop. Die Gesprächsminute kostet oft knapp 80 Cent, Handys sind teuer und es gibt wenig Auswahl. Trotzdem lohnt sich die Guthabenkarte für alle, die nur erreichbar sein oder beispielsweise den Sommer über ein Notrufhandy für die Datsche wollen.
  • Einen Vertrag mit Grundpreis plus Mindestumsatz ohne Handy abschließen, wie den immer vorn platzierten „Oha!“ von debitel. Die Gesprächskosten sind nur etwa halb so hoch wie bei Guthabenkarten. Der Mindestumsatz wird jedoch zum Beispiel nicht auf SMS angerechnet. Das lohnt trotzdem für alle, die bereits ein Mobiltelefon haben und insbesondere geringe monatliche Fixkosten wollen.
  • Einen Vertrag mit Grundpreis plus Mindestumsatz und Handy abschließen, wie den Talkline Joy. Das Bonbon eines neuen Handys bei Vertragsabschluss und von Freiminuten (wählbar stattdessen: Frei-SMS) erkauft man sich hier durch einen etwas höheren monatlichen Grundpreis. Auch hier gilt, dass die Gesprächskosten nur etwa halb so hoch sind wie bei Guthabenkarten.
  • Einen Vertrag mit Grundpreis und Handy abschließen, wie den Victor Vox „fair medium City“. Viele Sparoptionen sind möglich, sie senken die Gesprächskosten im Vergleich zu Guthabenkarten um bis zu 90 Prozent. Die Auswahl an Handys ist besonders groß, deren Preis besonders niedrig. Diese Verträge lohnen für Vieltelefonierer mit deutlich mehr als 70 Gesprächsminuten monatlich.

Vertragskunden müssen jedoch bedenken, dass ihr Handy faktisch eine Kreditkarte ist. Wird es verloren, kann der unehrliche Finder damit Hunderte Euro vertelefonieren. Bei Verlust muss es unverzüglich gesperrt werden. Es gehört keinesfalls unbeaufsichtigt in Kinderhand. Sicherer sind Guthabenhandys. Bei denen kann nicht mehr als das Mobiltelefon und das Restguthaben verloren gehen. Sie sind deshalb unter dem Sicherheitsaspekt ideal für Jugendliche geeignet.

Ist die Entscheidung für eine Tarifart gefallen, geht es darum, bei wem man sich den mobilen Telefonanschluss holt. In unserem Tarifvergleich steht beim Preiswettkampf die Telefongesellschaft debitel auf dem Siegertreppchen. Die vier Funknetzbetreiber E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone sind nie am billigsten – wenn es Konkurrenz gibt (nicht bei O2). Der günstige Preis ist nicht der einzige Vorteil von Firmen wie debitel, Hutchison & Co.: Da sie meist mit drei Funknetzbetreibern zusammenarbeiten, können Kunden beispielsweise vom E-Netz (vielleicht weil es störende Löcher aufweist) zu einem der D-Netze (T-Mobil und Vodafone) mit besserer Erreichbarkeit wechseln – und haben immer Anschluss unter ihrer Nummer.

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