Handys: Das richtige für jeden Zweck

Handys Test

test 01/2009

In diesem Test haben wir sie alle geprüft: Handys einfach nur zum Telefonieren, Multimediahandys für Fotos und Musik, Smartphones für E-Mails und Surfspaß.

Handys

Viele Menschen haben nur zwei Erwartungen an ein Handy: Es soll gut telefonieren und einfach zu bedienen sein. Sie haben keine Lust, für Extras zu bezahlen, die sie nicht in Anspruch nehmen. Andere wiederum sind erpicht auf raffinierte Funktionen. Um bei der Suche nach dem richtigen Handy den Überblick zu erleichtern, sortieren wir die Mobiltelefone jetzt je nach Ausstattung für unterschiedliche Ansprüche: Wer einfach nur telefonieren will, findet die Bewertung für vier aktuelle Einfachhandys in einer separaten Tabelle. Legt man auch Wert auf die Fotofunktion oder den Musikspieler, wird man vielleicht unter den zwölf Multimediahandys fündig. Wer auch die Internetfunktionen moderner Handys nutzen möchte, sollte einen Blick auf die fünf Smartphones werfen.

„Gut“ telefonieren ab 49 Euro

Das günstigste Einfachhandy, das LG KP130, kostet nur 49 Euro. Mit diesem Billighandy kann man „gut“ telefonieren. Für 109 Euro bekommt man mit dem Sony Ericsson R300i ein Mobiltelefon, das auch in beiden amerikanischen GSM-Netzbändern funktioniert. Außerdem bringt es einen ausdauernderen Akku und ein Radio mit UKW- und MW-Empfang mit. Auch solche Einfachhandys haben oft eine rudimentäre Musikspielerfunktion. Eine Kamera, allerdings meist nur mit sehr geringer Bildauflösung, ist ebenfalls oft inklusive. Was einfachen Mobiltelefonen auf jeden Fall fehlt, ist Speicherplatz: Der interne Speicher ist klein und lässt sich mangels Speicherkartensteckplatz nicht erweitern.

Speicherplatz für Fotos und Musik

Das ist bei vollwertigen Multimediahandys anders. Sie haben nicht nur eine Kamera mit mindestens 1 Megapixel Auflö­sung und ein Musikspielerprogramm, sondern auch eine Möglichkeit, größere Mengen von Musik oder Bildern zu speichern. Die meisten nutzen dafür Speicherkarten. Anders etwa das Sony Ericsson W980: Es hat keinen Steckplatz für Speicherkarten, aber einen sehr großen internen Speicher von 8 Gigabyte. Das reicht je nach Dateiformat für weit über hundert Stunden Musik.

Gute Fotos schnell geknipst

Unter den Multimediahandys hat das Nokia 6124 die beste Fotofunktion. Bei normaler Beleuchtung macht es „gute“, bei schwacher immerhin noch „befriedigende“ Bilder. Außerdem löst die Kamera vergleichsweise flott aus. Das Nokia 6210 Navigator und das Samsung G400 schaffen bei genügend Licht zwar auch „gute“ Bilder, doch bei ihnen dauert es deutlich länger, bis die Kamera nach Betätigen des Auslösers tatsächlich aufnimmt. Für spontane Schnappschüsse sind sie daher weniger geeignet.

Das Handy als Musikspieler

Einen „guten“ Musikspieler bieten mittlerweile etliche Handys. Unter den Multime­diahandys liegt hier das Sony Ericsson W980 vorn, das allerdings stattliche 480 Euro kostet. Für nur 179 Euro bekommt man das Sony Ericsson W350i, das Musik ebenfalls „gut“ abspielt. Am besten schneidet die Musikspielerfunktion des iPhone ab: Sie ist identisch mit der des iPod Touch (siehe Multimediaspieler-Test). Entsprechend gut sind Klang und Bedienung. Dafür kostet dieses Smartphone mit zweijähri­gem T-Mobile-Vertrag mindestens 970 Euro.

Smartphones für E-Mail und Surfspaß

Handys Test
Mikroskopisch:Beim T-Mobile MDA braucht man zur E-Mail-Eingabe den Eingabestift.

Mit dem iPhone ist eine Geräteklasse ins Rampenlicht gerückt, für die sich lange Zeit vor allem professionelle Handynutzer interessierten: die Smartphones. Ursprünglich bezeichnete dieser recht schwammige Begriff Handys für Geschäftsleute, die auf Funktionen sogenannter „persönlicher digitaler Assistenten“ (PDA) Wert legten: Adressbuch, Terminkalender, Bürofunktionen, E-Mail. Mit der Vermarktung an priva­te Nutzer hat sich die Bedeutung verschoben. Für sie stehen Internetfunktionen wie Surfen und E-Mail im Vordergrund.

Zwar kann man prinzipiell auch mit den meisten Multimediahandys im Netz surfen und E-Mails versenden, doch mit den meist recht kleinen Displays hält sich der Surfspaß arg in Grenzen. Und wer versucht hat, auf einer normalen Telefontastatur eine etwas längere E-Mail einzutippen, weiß: Auch da kommt wenig Freude auf. Darum testen wir die Internetfunktionen nur bei Mobiltelefonen, die zwei Kriterien erfüllen: einen Bildschirm, der zumindest etwa halb so groß ist wie beim Apple iPhone, und eine vollwertige Buchstabentastatur.

Kleiner Sonderling mit Volltastatur

Im aktuellen Testfeld hat nur das kleine LG KS360 eine richtige Texteingabetastatur, die man unter dem Display hervorschieben kann. Bei den übrigen vier Smartphones werden die Tasten bei Bedarf auf dem berührempfindlichen Bildschirm (Touch­screen) dargestellt. Die Smartphones von HTC, Samsung und T-Mobile versuchen, der einfachen Touchscreen-Bedienung des iPhone nachzueifern. So wurde bei allen drei Mobiltelefonen eine zusätzliche Software-Ebene über die Bedienoberfläche des Betriebssystems Windows Mobile gelegt, die man auch per Fingerdruck bedienen kann. Schon bei den Grundfunktionen ist diese Bedienung aber recht zäh. Und wenn man Einstellungen ändern oder E-Mails schreiben will, verliert man sich schnell in den fummeligen Untiefen von Windows Mobile, wo man ohne den mitgelieferten Eingabestift kaum weiterkommt.

Apple beim Surfen ganz vorn

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Übersichtlich: Der Internetbrowser des iPhone 3G kann auch komplexe Seiten ordentlich darstellen.

Auch beim Surfen liegt das iPhone klar vorn: Kein anderes Handy im Test stellt so viele Webseiten so schnell und brauchbar dar. Am schwersten tut sich hier das kleine LG-Gerät: Bei der Darstellung von Webseiten scheitert es komplett, sofern sie nicht in einer speziell für Mobilgeräte geeigneten Form vorliegen. Auch sonst fällt das mit 179 Euro recht günstige LG-Handy unter den großen Smartphones aus dem Rahmen: Es funktioniert nicht in UMTS- oder lokalen WLan-Funknetzen, und sein relativ kleiner Touchscreen dient nur zum Wählen von Telefonnummern. Wegen seiner Tastatur haben wir es in den Smartphone-Test aufgenommen, um zu sehen, inwieweit es zumindest als mobiles E-Mail-Gerät taugt. E-Mails im HTML-Format kann es nicht darstellen. Nur mit reinen Text-Mails kommt es ganz ordentlich zurecht. Als SMS- und E-Mail-Handy für bescheidene Ansprüche mag es also immerhin taugen.

Gängelei kostet iPhone den Testsieg

Trotz vorbildli­cher Ergebnisse etwa bei Musikspieler und Internet platziert sich das iPhone nicht an der Spitze. Das liegt an den Hürden, die Apple den Nutzern in den Weg stellt, bis sie ihr iPhone in Betrieb nehmen können. Als einziges Gerät muss man es „aktivieren“. Ohne Computer (Mac oder Windows) geht das nicht, und man braucht auch noch das Programm iTunes, das nicht mitgeliefert wird. Vor allem aber muss sich der iPhone-Käufer unter Angabe persönlicher Daten ein Nutzerkonto für Apples Musik-, Video- und Softwaredienst iTunes einrichten, um das Gerät nutzen zu können. Diese Gängelung bei der Inbetriebnahme kostet das iPhone den Testsieg.

Acht mit GPS-Empfänger an Bord

Acht Handys in diesem Test haben Empfänger für das Satellitenortungssystem GPS. Aber nur das Samsung i900 Omnia funktioniert von vornhe­rein als eigenständiges Navigationsgerät, da es mit der Navigationssoftware Route 66 samt Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz ausgeliefert wird.

Nokias Navigator und E66 kommen mit dem Programm Nokia Maps, das ebenfalls eine Routenführung bietet – allerdings als Dienst, bei dem für die Navigation und für die Datenübertragung weitere Kosten entstehen. Die anderen GPS-Handys werden mit den Kartenprogrammen Google Maps oder Yahoo! Go geliefert, die eine lokale Orientierung, aber keine Routenführung bieten. Für Handys mit dem Betriebssystem Symbian oder Windows-Mobile kann man Navigationsprogramme samt Kartenmaterial nachkaufen, für das iPhone gibt es so etwas bislang nicht.

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