Fernseher: Die besten Modelle fürs Heimkino
Winterzeit ist Fernsehzeit. Große Röhren- und LCD-Geräte oder riesige Plasmafernseher – welche taugen als Weihnachtsgeschenk? „Gute“ gibt es nur unter den Flachen.
Unterm Weihnachtsbaum könnte es eng werden. Denn ein richtig großer Fernseher ist dieses Jahr ein schlauer Geschenktipp, wenn er rechtzeitig vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer gekauft wird. Die Plasmageräte im Test haben über einen Meter Bildschirmdiagonale, die LCD-Fernseher immerhin 80 bis 94 Zentimeter. Das kleinste Bild haben die zwei Röhrengeräte mit etwa 75 Zentimetern, die als Besonderheit auch hochaufgelöste HDTV-Bilder darstellen können. Bei LCD- und Plasmageräten nichts Ungewöhnliches, ist das bei Röhrenfernsehern die Ausnahme.
Flachbild oder Röhre?
Für manchen Wunschzettelschreiber stellt sich damit eine alte Frage ganz neu: Flachfernseher oder Röhre? Das ist eine Platz- und auch eine Geldfrage. Die Plasma- und LCD-Geräte kosten erheblich mehr als die Röhrenapparate und sind trotz größerer Bildfläche weniger raumgreifend. Neben Preis und Größe gibt es weitere Unterschiede, deren Bedeutung vielfach Geschmackssache ist. Manche TV-Liebhaber schwören auf die seit Jahrzehnten gewohnte Farbdarstellung einer Bildröhre. Tatsächlich mangelt es LCD-Schirmen oft an Farbtiefe, auf den Betrachter wirkt das Bild dann irgendwie „künstlich“. Im Test zeigen aber auch die Röhren eine typische Schwäche: Ihre Bilder sind zu den Bildrändern hin unscharf, weil die „Bildpunkte“ hier weiter auseinanderliegen. Diesen Bildfehler kennen LCD- und Plasmaschirme nicht. Sie sind über die Fläche gleichmäßig scharf.
Plasma oder LCD?
Wer sich für einen Flachen entscheidet, steht gleich vor der nächsten Alternative: Plasma- oder LCD-Gerät? Plasmabildschirme erlauben noch riesigere Bildgrößen als LCDs. Außerdem ermöglichen sie einen größeren Betrachtungswinkel. Bei den LCDs hat es zwar sichtbare Verbesserungen gegeben, aber außerhalb eines bestimmten Blickwinkels verlieren sie noch immer deutlich an Kontrast und Farbtreue. Wer häufig in größerer Runde vor dem Bildschirm sitzt, tut das besser und bequemer vor einem Plasmagerät.
Größter Nachteil von Plasmafernsehern: Sie leuchten weniger hell als die LCD-Konkurrenten. Wegen ihrer spiegelnden Oberfläche sind sie zudem viel anfälliger für störende Reflexionen. Das Plasmabild genießt man am besten in einem abgedunkelten Raum ohne Lichtquellen im Hintergrund. Wer dagegen lieber bei Tageslicht fernsieht, für den ist ein LCD-Gerät erste Wahl.
Kabel, Satellit oder Antenne
Ob Plasma, LCD oder Röhre, entscheidend ist auch, wie die Bilder auf den Schirm kommen. Schon beim Fernsehempfang gibt es mehrere Übertragungswege: analog oder digital, per Kabel, Satellit oder Antenne. Hinzu kommen DVD-Filme oder Fotos. Kaum ein Gerät stellt alles gleich gut dar. Bei der Suche nach dem richtigen Fernseher muss klar sein, welche Bildquellen einem wichtig sind.
Alle geprüften Fernseher haben einen analogen TV-Tuner, aber ein „gutes“ Fernsehbild schaffen damit nur vier: die Plasmafernseher von Panasonic und Samsung, der LCD von Sharp und das Röhrengerät von Samsung. Noch spielt das analoge Fernsehen eine dominierende Rolle. Mehr und mehr Zuschauer nutzen allerdings das Digitalfernsehen DVB, das mit Annehmlichkeiten wie dem elektronischen Programmführer (EPG) lockt. Wer auf digital setzt, dem kann die Qualität des Analogtuners ziemlich egal sein.
Interner oder externer Tuner
Ein Weg, den digitale Fernsehbilder auf den Schirm nehmen, führt über einen Digitalreceiver, der an einen Videoeingang angeschlossen wird. Nur vier Fernseher zeigen im Test die Bilder solcher externen Pal-Videoquellen in „guter“ Qualität: die Plasmaschirme von Panasonic und Samsung und die LCDs von Philips und Humax. In der Tabelle steht dieses Urteil der Bildqualität an erster Stelle, weil es neben DVB-Receivern auch für andere externe Videoquellen, etwa für DVD-Player, gilt.
Für das digitale Antennenfernsehen DVB-T ist bei vielen Fernsehern der jüngsten Generation kein externer Receiver mehr nötig. In 12 Geräten im Test ist ein DVB-T-Tuner bereits eingebaut. Für die Bildqualität kann das ein Vorteil sein: Bei den LCD-Fernsehern von Sony, Technisat und Sharp ist sie über den eingebauten Tuner deutlich besser als über den Videoeingang. Auch für andere Verbreitungswege kommen interne Tuner in Mode: Der Loewe-LCD hat einen fürs digitale Kabel, der Humax für Satelliten, der Technisat sogar für beides.
DVD, Analogfernsehen oder DVB-T – die Bilder werden bisher in herkömmlicher Pal-Auflösung aufbereitet. Doch ein teurer Fernseher sollte fit sein für die Zukunft. Und allmählich kommt das hochaufgelöste Fernsehen HDTV in Gang: Außer über Satellit sind inzwischen auch in einigen Kabelnetzen ein paar HDTV-Programme zu empfangen. Vor Weihnachten sollen zudem erste Abspielgeräte für die DVD-Nachfolgeformate HD-DVD und Blu-ray auf den deutschen Markt kommen – eine weitere Quelle für hochaufgelöste Filmbilder.
Scharfe Bilder durch HDTV
Bei HDTV-Bildern zeigen die Flachen erst so richtig, was sie drauf haben: Mit zwei Ausnahmen schaffen sie alle ein „Gut“ – trotz deutlich höherer Qualitätsmaßstäbe als bei Pal-Bildern. Die beiden Röhrengeräte können da nicht mithalten: Sie liefern hier nur „befriedigende“ Ergebnisse. Der Samsung trägt das „HD ready“-Logo, das volle Kompatibilität zum HDTV-Standard garantieren soll. Der Philips dagegen verzichtet darauf, obwohl er die benötigten Anschlüsse hat und im Test auch kopiergeschützte Bilder wiedergibt.
Fotos per DVD-Spieler und USB
Neben Fernsehen und Video kann der Hobbyfotograf zum Beispiel auch seine Urlaubsfotos auf dem Fernseher zeigen. Der beliebteste Weg geht über eine Foto-CD im DVD-Spieler, der per Scartkabel angeschlossen ist. Das Problem: Unabhängig von der Größe der Bilddateien auf der CD rechnet der DVD-Player die Bilder auf die relativ geringe Pal-Auflösung um.
Dafür bietet der LCD von Philips eine clevere Lösung: Er verfügt über einen USB-Anschluss, an den man Speichersticks, Festplatten, Speicherkartenleser oder die Digitalkamera selbst anschließen kann. Schickt man seine Digitalbilder per USB auf den Schirm, werden sie in höchstmöglicher Auflösung präsentiert – und sehen „sehr gut“ aus. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Auch der Hitachi kann Digitalbilder per USB-Anschluss anzeigen, doch in kaum besserer Qualität als per DVD-Player.
Fotos vom PC
Außer dem Plasmagerät von Philips haben alle Flachen im Test einen VGA-Eingang. Daran kann man zum Beispiel ein Notebook anschließen, um darauf gespeicherte Digitalbilder auf den Fernsehschirm zu bringen. Die Plasmageräte von Hitachi und Samsung und die LCDs von Sony, TechniSat, Samsung, Toshiba sowie der kleinere von Sharp machen das „gut“.
Ab und an finden wir in Fernsehgeräten Spuren von Flammschutzmitteln. Wie schon einmal im Test Fernsehgeräte sind wieder LCDs von Humax und Toshiba und ein Röhrengerät von Samsung davon betroffen. Zwar besteht keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung, aber es reicht nicht für mehr als ein „Befriedigend“ im Prüfpunkt Umwelteigenschaften.
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