Drucker-Scanner-Kombis: Nur einer druckt gut

Drucker-Scanner-Kombis Test

test 08/2004

Praktisch sind die Drucker-Scanner-Kombigeräte schon, aber nicht einmal die teuren schneiden im Test so gut wie vergleichbare Einzelgeräte ab.

Drucker-Scanner-Kombis

Das Angebot klingt verlockend: Ein Scanner-Drucker-Kopierer-Kombigerät für weniger Geld, als mancher gute Drucker alleine kostet. Wer jetzt schwach wird, weil er beispielsweise mit seinem Platz im Büro oder zu Hause geizen muss, sollte sich nicht blenden lassen. Während das Scannen von Papiervorlagen mit solchen Geräten noch recht gut klappt, kommt insbesondere ihre Druckqualität nicht ganz an die von Einzelgeräte heran. Immerhin taugen die Kombis auch als Farbkopierer – ohne Umweg über den Computer.

test hat sieben Drucker-Scanner-Kombis zum Preis von 150 bis 350 Euro geprüft. Und zwar unter den gleichen Bedingungen, wie die Drucker (test 7/2004) und die Scanner (test 8/2004). Somit sind die Testergebnisse direkt miteinander vergleichbar.

Canon MP 700: Druck gut und billig

Drucker-Scanner-Kombis Test
Bessere Kopie: Die Farbflächen sind etwas grießiger und der Kontrast etwas schwächer als beim Original (Canon SmartCase MP 370).

Unser erster Vergleich gilt dem Druck: Wer hier rundum gute Qualität haben möchte, kommt am Canon MP 700 nicht vorbei. Und schneller als die anderen Multis druckt der Canon allemal. Lediglich der einfache Text-Schwarzdruck gelingt ihm nur befriedigend, da liegen die beiden HP-Modelle vorn.

Epson RX 500: Bester beim Scan

Drucker-Scanner-Kombis Test
Schlechtere Kopie: Flaue Farben, wenig Kontrast, streifige, grießige Flächen, damit ist kein Staat zu machen (Lexmark X 5250).

Beim Scannen erreichte Canon nicht die besten Ergebnisse. Da gefiel uns der Epson Stylus Photo RX 500 besser. Der scannt nämlich nicht nur gut, sondern schafft das auch in der kürzesten Zeit. Und noch ein Plus: Der Epson bietet mit 650 mal 512 Bildpunkten pro Quadratzentimeter (1 650 mal 1 300 dots per sqare-inch – dpi) die höchste Auflösung der sieben Geräte im Test.

Als Zugabe zu dem Stylus Photo RX 500 spendiert Epson dem Scannerteil noch eine Durchlichteinheit für Kleinbilddias oder Kleinbildnegativfilme. Die hat im Test immerhin befriedigend funktioniert.

Durch die recht hohe Auflösung eignet sich der Epson auch gut für Detailvergrößerungen von Auflichtvorlagen wie Bilder oder flache Gegenstände. Und die Kleinbild- und Diafilmscans wären qualitativ gut genug für hochwertige Drucke im DIN-A5-Format. Leider sind gute Ausdrucke mit dem nur befriedigenden Druckwerk des Epson kaum möglich.

Im Übrigen entsprechen die Scannerteile der Kombis in ihren technischen Daten (Auflösung und Scangeschwindigkeit) in etwa den Auflichtscannern aus dem Scannertest. Auch die Qualität der Scans ist vergleichbar.

Apropos Qualität: Für einen Fotodruck genügt eine Auflösung von 300 dpi (siehe Tabelle), die auch alle Tintendrucker schaffen. Für einfache Texte reichen sogar 150 dpi. Und das bieten die Scannerteile der geprüften Kombis locker.

HP 1350: Kopiert langsam, aber gut

Drucker-Scanner-Kombis Test
Das Original: Schon die Kopiervorlage ist leicht grießig, aber in Kontrast und Farbe kommen die Kopien nicht annähernd an die Vorlage heran.

Kopieren einfach auf Knopfdruck, ohne den angeschlossenen Computer, in dieser Disziplin spielen die Kombis ihre Vorteile aus. Aber einzig der HP bekam im Test noch gute Noten für Schwarzweiß- und Farbkopien in Standardauflösung. Kopien von Fotos waren längst nicht mehr so gut. Und die Kopierzeit – zweieinhalb Minuten für eine simple Textseite – ist schon eine arge Geduldsprobe für den Benutzer. Allenfalls für die gelegentliche Kopie ist das noch akzeptabel.

Die besseren Kopien gibt es, wenn Scan und Druck – wie bei Einzelgeräten – über einen Computer gesteuert werden. Der Scan kann nämlich über eine Bildbearbeitungssoftware in Farbe, Schärfe und Kontrast deutlich verbessert werden. Und: Vergrößern, verkleinern, verzerren, retuschieren, montieren, die ganze Palette an Variationsmöglichkeiten kann per Computer, Bildschirm und Tastatur genutzt werden.

Lexmark: Teurer Druck

Auch die Druckkosten gehen in unser test-Qualitätsurteil ein. Und wer hier aufpasst, kann viel Geld sparen, denn die geringen Gerätekosten des Lexmark (148 Euro) zeigen nur eine Seite der Medaille. 4,40 Euro kosten Lexmarks DIN-A4-große Fotoprints. Wer das gleiche Bild mit dem Canon MP 700 druckt, einem Gerät, das 344 Euro kostet, bekommt es für 90 Cent. Schon nach 56 A4-Fotodrucken sind die Gesamtkosten beim Canon – Gerätekaufpreis plus Tinte – niedriger als beim Lexmark. Zudem machen Tintenkosten von 2,7 Cent pro Textseite Schwarzdruck sowie 10 Cent für Farbgrafik den Canon auch noch für Vieldrucker interessant.

Unterm Strich: Letztlich lohnt sich der Kauf eines Kombigeräts nur für den, der an seinem Computerarbeitsplatz nicht viel Raum zum Aufstellen von Zusatzapparaten zur Verfügung hat, oder wenn die einfache Bedienung statt hohe Qualität die entscheidende Rolle spielt.

Geht es doch um die Qualität von Ausdrucken und Kopien, dann kosten Kombis mit einem „Gut“ beim Scannen und der Note „gut“ beim Druck stolze 350 Euro (Canon MP 700).

Wer stattdessen beim Kauf von Einzelgeräten scharf kalkuliert, bekommt rundum gute Qualität für unter 200 Euro. Zum Beispiel mit dem Canon Drucker i560 (137 Euro) aus dem Druckertest im Juliheft und dem Canon Scanner CanoScan LiDE 20 (59 Euro) aus dem Scannertest im Augustheft. Die Kombigeräte in diesem Preisbereich hinken diesem Duo deutlich hinterher.

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