Handykosten im Ausland: Surfen noch teuer
28.06.2011
Mobil surfen ist im Ausland immer noch teuer. Schon eine einzige E-Mail kann 25 Euro kosten. Der EU-Tarif deckelt zwar die Rechnung, macht das Surfen aber nicht billiger.
46 000 Euro für ein Video
46 000 Euro sollte ein deutscher Tourist im Jahr 2009 an seinen Mobilfunkanbieter zahlen, nachdem er in Frankreich eine TV-Sendung auf sein Notebook geladen hatte. Der Chef der BILD-Zeitung, Kai Dieckmann bekam eine ähnliche Rechnung von T-Mobile. Roaming-Kosten für das Hochladen von Daten. Dieckmann hatte im Januar 2010 Urlaub in Marokko gemacht. Er drehte Urlaubsvideos und lud sie aus Marokko direkt in sein Weblog im Internet. Mit Hilfe seiner deutschen SIM-Karte. Ein teurer Fehler. Damit ist nun Schluss: Der EU-Tarif deckelt die Kosten.
Limit gilt automatisch
Das Limit von 60 Euro gilt automatisch. Seit 1. Juli 2010. Die EU schreibt drei Schutzstufen vor: Eine SMS oder Mail mit den Preisen, eine Nachricht, wenn 80 Prozent des Limits erreicht sind und schließlich die Abschaltung, wenn der Kunde das Limit erreicht. Die Nachricht mit den Preisen bekommt der Kunde beim Einbuchen in das fremde Funknetz. Im allgemeinen per SMS. Ist das Preislimit erreicht, muss der Anbieter die Datenverbindung trennen. Es sei denn, der Kunde wählt vorher eine andere Option für seine Datenverbindungen. Die EU-Verordnung lässt Raum dafür: Es gibt Tarife ohne Abschaltung und auch Tarife ohne Limit. Für diese Tarife muss sich der Kunde dann aber bewusst entscheiden.
80 Cent pro Megabyte
Eine echte Preisobergrenze gibt es für Datenverbindungen nicht. Nur intern: Die EU-Roaming-Verordnung legt das so genannte Vorleistungsentgeld für Datenroaming fest. Das ist der Preis, den der Mobilfunkanbieter an den fremden Netzbetreiber zahlen muss, wenn seine Kunden über das fremde Netz surfen. Obergrenze derzeit: 80 Cent pro Megabyte, plus Mehrwertsteuer. Am 1. Juli 2011 soll das Vorleistungsentgeld für Datenroaming auf 50 Cent pro Megabyte sinken. Die Obergrenze gilt aber nur für die interne Abrechnung von Anbieter zu Anbieter. Der Kunde zahlt mehr. Bis zu 20 Euro für ein Megabyte sind durchaus üblich. Außerhalb der EU sogar noch mehr!
EU-Datentarif ab 1. Juli 2012
Einen Maximalpreis – wie beim Telefonieren – soll es für Datenverbindungen erst im kommenden Jahr geben. Die EU plant eine Obergrenze von 90 Cent pro Megabyte. Zum 1. Juli 2012.
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