DVB-T-Empfänger: Die besten Boxen
Mit oder ohne Festplatte, mit doppeltem oder einfachem Empfangsteil: Bei Set-Top-Boxen für DVB-T gibt es schon bei der Ausstattung große Unterschiede.
Auf etwa eineinhalb Millionen schätzen die Betreiber die Zahl derer, die sich in Deutschland ihr Fernsehprogramm hauptsächlich über das digitale Antennenfernsehen DVB-T holen. Dabei sind die Verkaufszahlen der entsprechenden Empfangsgeräte viel höher. Zwischen zweieinhalb und drei Millionen Set-Top-Boxen sollen bislang verkauft worden sein – mobile Empfänger und DVB-T-Adapter für Computer nicht mitgerechnet. Vermutlich hängen viele Empfänger nicht am Hauptfernseher im Wohnzimmer, sondern an einem Zweitgerät im Kinderzimmer, im Wochenendhaus oder Wohnmobil.
Zwischen 68 und 465 Euro
Für die verschiedenen Einsatzgebiete gibt es eine entsprechend breite Palette sehr unterschiedlich ausgestatteter Empfangsgeräte. So reicht die Preisspanne bei unserem Testfeld von 68 bis zu stolzen 465 Euro. Vier der teureren Geräte haben eine eingebaute Festplatte. Neben programmierten Videoaufnahmen dienen sie vor allem zum so genannten „zeitversetzten Fernsehen“ („Time Shift“): Dabei lässt sich das laufende Programm mit der „Pause“-Taste anhalten und später an gleicher Stelle fortsetzen. Das ist praktisch, wenn während des „Tatorts“ mal das Telefon klingelt oder andere Bedürfnisse vom TV-Genuss ablenken. Es ist wohl auch die Hauptanwendung für die eingebauten Laufwerke; einen DVD-Rekorder mit Festplatte können die Geräte mangels Bearbeitungs- und Archivierungsmöglichkeiten nicht ersetzen.
Doppelter Empfang
Ein anderes preistreibendes Merkmal ist ein „Twin Tuner“, ein doppeltes Empfangsteil. Das braucht man, um ein laufendes Programm anzusehen und gleichzeitig ein anderes aufzunehmen – sei es per eingebauter Festplatte oder mit einem angeschlossenen Videorekorder (siehe „Aufnahmebereit“). Mit dem Gerät von Topfield kann man sogar zwei Programme aufnehmen und noch ein weiteres ansehen! Bei DVB-T werden nämlich je vier Programme zu einem so genannten „Multiplex“ gebündelt. Der Topfield kann bis zu drei Programme gleichzeitig empfangen, sofern sie nicht mehr als zwei dieser Multiplexe entstammen.
Kompetenter Minimalist
Am anderen Ende des Ausstattungsspektrums steht der Empfänger von TechniSat, der einem sehr minimalistischen Konzept folgt: Nicht nur, dass er weder Festplatte noch Twin Tuner hat. Auf seiner Rückseite findet sich neben den obligatorischen Antennenbuchsen und dem Anschluss für das externe Netzteil lediglich ein einziger Scart-Anschluss. Eine zusätzliche Scart-Buchse für den Videorekorder sucht man ebenso vergeblich wie etwa einen Audioanschluss für digitalen Rundum-Klang. In ein technisch sehr anspruchsvoll ausgestattetes Wohnzimmer fügt sich so ein Gerät wohl weniger gut ein. Dafür mag es wegen seiner 12-Volt-Stromversorgung neben Technikmuffeln, die nur die nötigsten Funktionen brauchen, etwa auch für Wohnmobilbesitzer interessant sein.
Die spartanische Ausstattung bedeutet jedenfalls nicht, dass der TechniSat seine Sache schlecht macht, im Gegenteil: Neben der Bildqualität liegt er auch bei der Handhabung vorn – und das, obwohl die Box selbst über keinerlei Tasten oder Schalter verfügt und ausschließlich über die Fernbedienung gesteuert werden kann. Dafür überzeugt sie mit einer sehr komfortablen elektronischen Programmübersicht („EPG“) und einem durchdachten Bildschirmmenü.
Nicht ganz so gut schlägt sich das Gerät bei der Empfindlichkeit des Empfangsteils. Die ist dann wichtig, wenn der Empfänger auch mit relativ schwachen Signalen zurechtkommen muss, etwa weil man unter schwierigen Empfangsbedingungen noch eine Zimmerantenne benutzen möchte (siehe auch den Antennentest). Hier liegt der TechniSat zusammen mit den Festplattengeräten von Topfield und Zehnder nur im Mittelfeld, am besten schlagen sich SEG und Kathrein.
Hoher Stromverbrauch
Ein trauriges Bild gibt das Testfeld bei den Umwelteigenschaften ab: Die Receiver von Homecast und Zehnder verbrauchen mit ihren Twin Tunern im Stand-by-Modus doppelt so viel Strom wie manch andere im Betrieb! Insgesamt ist der Stromverbrauch bei nicht weniger als neun von dreizehn Geräten so hoch, dass es Abzüge beim Qualitätsurteil geben musste. Schade besonders für Topfield und Skymaster, die sonst ein „Gut“ geschafft hätten.
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