DVB-T-Empfänger: 15 Modelle für TV und PC

DVB-T-Empfänger Test

test 03/2007

Gut sieben Millionen Empfangsgeräte wurden in Deutschland bis­­her schon verkauft. Wir haben 15 Modelle getestet und zwei „gute“ gefunden.

DVB-T-Empfänger

Drei von vier Deutschen wohnen im Einzugsgebiet des digitalen Anten­nen­fernsehens DVB-T. Im März 2007 geht es auch in der Lüneburger Heide und im Wendland an den Start.

Die passenden Empfänger gibt es in vielen Variationen: Geräte mit und ohne Festplatte, darunter kleine zum direkten Einstecken in den Fernseher, und Empfänger für DVB-T am Computer. Diese kleinen Sticks steckt man einfach in Notebook oder PC. Ist die mitgelieferte Software ins­talliert, kann man so auch draußen oder bei der Arbeit fernsehen.

Gute Bilder liefern alle zwölf getesteten Set-Top-Boxen. Die drei Geräte für den Com­puter schneiden schlechter ab. Große Unterschiede gibt es in der Handhabung und in der Ausstattung.

Miniboxen für die Scartbuchse

DVB-T-Empfänger Test
Infrarot­empfänger für die Minibox.

Wer die normalen Boxen zu sperrig findet, kann auch ein Gerät kaufen, das direkt in die Scartbuchse des Fernsehers gesteckt wird, wie der Schwaiger und der Skymaster DTS 200. Sie sind kleiner und sparen Platz. Allerdings müssen die Anschlüsse an der Rückseite des Fernsehers so angeordnet sein, dass sich die Miniboxen überhaupt einstecken lassen. Der Skymaster ist durch ein Gelenk in dieser Hinsicht flexibel. Beide Geräte können aber auch über ein Extra-Scartkabel mit dem Fernseher verbunden werden.

Da die kleinen Boxen hinter dem Fernseher verschwinden, haben sie einen separaten Infrarotempfänger für die Fernbedienung. Der wird auf oder neben dem Fernseher platziert. Billiger als die normalen Boxen sind die Scart-Minigeräte mit ihren rund 90 Euro allerdings nicht. Außerdem haben sie keine Tasten oder Anzeigen.

Damit stehen sie jedoch nicht allein: Auch die größeren Boxen von SEG und Thomson lassen sich nicht am Gerät bedienen. Wer hier die Fernbedienung verlegt, hat Pech. Fehlende Anzeigen sind auch ein Problem, wenn man per DVB-T Radio hören möchte. Das ist in Berlin und Brandenburg möglich, ohne Anzeige am Gerät aber sehr unbequem. Denn um lesen zu können, welchen Sender man gerade hört, müsste man den Fernseher einschalten. Der Großteil der Boxen hat eine Anzeige für die Programmplatznummern. Komfortabler sind Sendernamen. Die zeigt aber nur der Homecast an.

Maxiboxen mit Festplatte

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Zuhause lieber eine Box, die liefert gute Bilder.

Der Homecast ist aber auch eine der teuersten Boxen, denn er hat eine eingebaute Festplatte. Mit ihr lässt sich das Fernsehprogramm ohne zusätzlichen DVD- oder Videorekorder aufzeichnen. Auf die 80-Gigabyte-Festplatte des Homecast passen etwa 50 Stunden Programm. Wer mehr unterbringen möchte, muss auf den Topfield mit 160 Gigabyte zurückgreifen oder auf den Skymaster DTR 4000. Der wird zwar ohne Festplatte verkauft, kann aber mit einer bis zu 240 Gigabyte großen Festplatte nachgerüstet werden.

Zeitversetztes Fernsehen ist mit allen Festplattengeräten möglich. Die Aufnahmen lassen sich allerdings kaum bearbeiten. Und nur der Homecast und der Topfield erlauben es, Werbeblöcke herauszu­schneiden. Ein weiterer Nachteil der Festplattengeräte: Bis auf die Universum-Festplattenbox brauchen sie meist mehr Strom (mehr zum Thema siehe Stromverbrauch). Im Standby hat sie den niedrigsten Stromverbrauch (0,6 Watt) und auch im Betrieb ist sie mit gut fünf Watt sehr sparsam.

Praktische Doppelempfänger

Geräte mit zwei Empfängern haben einen entscheidenden Vorteil: Man kann gleichzeitig ein Programm sehen und dabei ein anderes per Video- oder DVD-Rekorder aufzeichnen. Im Test bieten die Empfänger von Siemens und von Homecast einen zweiten DVB-T-Tuner. Über einen zusätzlichen digitalen Sat-Empfänger verfügt der Topfield. Diese sogenannten Twin-Boxen sind aber teuer.

DVB-T am Computer

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Mit den kleinen Sticks fürs Notebook gibts DVB-T auch am See.

Wer einen leistungsfähigen Computer besitzt, braucht keine zweite Box und auch keinen zweiten Fernseher, um beispielsweise im Arbeitszimmer, auf dem Balkon oder im Garten fernzusehen. Ein kleiner DVB-T-Stick kann auch den Computer fernsehtauglich machen.

Exemplarisch haben wir drei dieser Sticks getestet: zwei USB-Empfänger und eine sogenannte PCMCIA-Karte. Für die bei­den USB-Geräte ist eine USB-2.0-­Schnittstelle erforderlich, Win­dows XP und mindestens ein Gigahertz Prozessorleistung. Für die PCMCIA-Karte reicht ein Pentium III. Sie ist außerdem mit vielen älteren Notebooks kompatibel, die noch keine USB-2.0-Schnittstelle haben.

Die Software für die kleinen Empfänger lässt sich für geübte PC-Anwender einfach installieren. Gute Bilder liefern die kleinen Geräte aber nicht. Für sie heißt es in der Bildqualität zweimal „befriedigend“ und einmal sogar nur „ausreichend“. Vor allem bewegte Bilder ruckeln. Die Laufschriften bei Nachrichtenkanälen beispielsweise werden so schlecht lesbar.

Weil die Geräte am Computer gesteuert werden, haben sie keine Tasten oder Anzeigen. Für den DVB-T-Stick von TerraTec gibt es aber eine Fernbedienung.

Alle drei Produkte bieten die Möglichkeit, die Daten auf der Festplatte des Computers zu speichern und dann mit entsprechender Software zu bearbeiten. Beim TerraTec wird ein einfaches Videoschnittprogramm sogar mitgeliefert.

Strom brauchen die kleinen Sticks nicht viel – nur ein bis zwei Watt. Dafür nehmen sie Computerleistung in Anspruch. Was bei den beiden USB-Sticks kaum ins Gewicht fällt, kann mit der PCMCIA-Karte von Viola Probleme bereiten: Selbst bei unserem modernen Testnotebook mit 1,6 Gigahertz beanspruchte der Fernsehempfang fast die Hälfte der Prozessorleistung. Bei älteren Notebooks mit weniger Leistung sieht die Bilanz viel schlechter aus. Die Konse­quenz: Bei parallelen Anwendungen wird der Computer langsam. Gleichzeitig fernsehen und schnell im Internet surfen ist dann nicht mehr drin.

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