AV-Surround-Receiver: Für den satten Sound

AV-Surround-Receiver Test

test 08/2003

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: AV-Receiver

Brillanter HiFi-Klang muss nicht übermäßig teuer sein: Die mehrheitlich mit „gut“ bewerteten AV-Surround-Receiver kosten akzeptable 310 bis 540 Euro.

AV-Surround-Receiver

Anfang der neunziger Jahre hießen Receiver (Empfänger) noch Steuergeräte. Mittlerweile ist diese Bezeichnung für die Kombination aus Verstärker und Radioteil fast völlig in Vergessenheit geraten. Heute, im Zeitalter des Kinoklangs im Wohnzimmer, werden diese kompakten Geräte AV-Receiver genannt. Sie verstärken Ton-(Audio-)Signale und leiten Bild-(Video-)Signale durch. Alle elf untersuchten Modelle beglücken mit räumlichem Rundumklang (Surroundsound), wenn der HiFi-Freund die entsprechenden Lautsprecher anschließt. Und sie eignen sich uneingeschränkt als AV-Schaltzentrale, da sie viele Audio- und Videoaus- und -eingänge besitzen. Doch sind nicht alle mit Y/C-Buchsen für optimale Bildqualität versehen. Thomson und Yamaha haben noch Komponentenanschlüsse für beste Bildqualität von DVD-Spielern mit passenden Ausgangsbuchsen, Kenwood und Philips einen Phonoeingang für „altmodische“ Plattenspieler.

Die Verstärker

AV-Surround-Receiver Test
Denon hat eine der besten Fern­bedienungen.

Die Verstärker verfügen über mindestens fünf Endstufen für die Kanäle, das heißt für die ringsum zu platzierenden Lautsprecher – für eine Box in der Mitte (Center) sowie je zwei Front- und rückwärtige (Rear-)Boxen. An den Subwooferkanal kann aber kein passiver Basslautsprecher (Subwoofer) angeschlossen werden. Wer die mächtig tiefen Töne nicht missen will, muss also in jedem Fall eine aktive Bassbox aufstellen.

Sämtliche Verstärker bieten Surrounddecoder für die wichtigsten Raumklangvarianten: Dolby Digital, Dolby Prologic und das besonders eindrucksvolle dts (digital theatre system). Einen Prologic-II-Decodermodus sucht man nur bei Pioneer vergebens.

Alle Receiver können mit ihren Klang- und Raumklangprogrammen aber auch zweikanalige Musik, also Stereo, aufbereiten. Ebenso lassen sich Pegel und Laufzeiten an Raum und Lautsprecher anpassen. Bis auf den kleinen Pioneer kann bei allen Fabrikaten der Klang mithilfe von Bass- und Höhenreglern verändert werden. Die beiden Panasonic-Modelle haben einen voll digitalen Verstärker. Vorteil: ein deutlich höherer Wirkungsgrad der Endstufe. Folglich kann das Netzteil und somit auch das Gehäuse erheblich niedriger ausfallen. Die Geräte sind auffällig flach und wiegen nur etwa dreieinhalb bis vier Kilogramm.

Die Radios

AV-Surround-Receiver Test
Thomson bietet Video-Komponentenanschlüsse für optimale DVD-Bildqualität.

Die Radioteile, auch Tuner genannt, liefern UKW- und Mittelwelle, Philips und Thomson sogar Langwelle, die prinzipiell jedoch kaum hörenswert ist. Alle haben mindestens 30 Senderspeicherplätze. Eine bequeme Speicherautomatik vermissten wir nur bei Harman/Kardon, Pioneer und JVC. Sämtliche Geräte lassen sich manuell von Stereo auf Mono umschalten. Selbstverständlich sind auch die wesentlichen RDS-Funktionen (Radiodatensystem), zumindest die Anzeige von Stationsnamen und Programmtyp. Bei den meisten Fabrikaten können auch die Frequenzen der Sender direkt eingegeben werden.

Der Hörtest

Im Vergleich zu den unlängst getesteten DVD-Heimkinoanlagen ist das Klangniveau der AV-Receiver allgemein sehr hoch. Das kommt mit billigen Lautsprechern aber nicht zum Tragen. Deshalb prüften wir die Tonqualität mit einer besonders hochwertigen Lautsprecheranlage. Die machte Unterschiede zwischen den Geräten hörbar. Am schwächsten klang Panasonic SA-XR 25 EG (495 Euro) – nicht nur im Stereo-, sondern für kritische Zuhörer auch im Surroundbetrieb. Die Wiedergabe wirkte etwas weniger füllig, dynamisch und räumlich als beispielsweise bei Marantz (540 Euro). Bei reinem Stereosound waren Marantz und Thomson (460 Euro) Spitze. Im Surroundmodus verfehlten nur Pioneer, Yamaha und der Panasonic-Sechskanal-Verstärker das „Sehr gut“.

Die Fünfkanal-Modelle Pioneer (415 Euro) und JVC (310 Euro) haben wir im Verstärkerteil wegen relativ schwacher Ausgangsleistung abgewertet. Vor allem JVC betreibt beim Surroundsound bereits zum wiederholten Mal unziemlichen Etikettenschwindel: Getreu dem Motto „Mit Watt fängt man Kunden“ gibt JVC eine weitaus größere Leistung an, als wir tatsächlich pro Kanal gemessen haben. Im Unterschied zu Stereo-Receivern, die nur zwei Frontkanäle mit Strom versorgen müsssen, haben die Surround-Geräte ihre Kraft unter mindestens fünf Kanälen aufzuteilen. Das bedeutet: An den einzelnen Boxen kommt weniger an. Einige Hersteller führen aber den Gesamtwert an und protzen so mit enorm hohen Wattzahlen. Für den zweikanaligen Stereoeinsatz mag das noch angehen, aber für den Surroundbetrieb in den heimischen vier Wänden ist es überhaupt nicht praxisgerecht.

Die Handhabung

AV-Surround-Receiver sind weitaus komplizierter zu bedienen als einfache Stereoanlagen. Rätsel geben weniger die Tasten am Gerät oder auf der Fernbedienung auf als vielmehr das Dickicht der Anschlüsse auf der Gehäuserückseite. Um sich dort zurechtzufinden, ist eine ausführliche, übersichtliche Gebrauchsanleitung unerlässlich. Und daran hapert es häufig, vor allem bei Harman/Kardon.

An der Gehäusefront sind Bedienelemente rar. Sie beschränken sich meist auf die Grund- und einige Sonderfunktionen. Besonders wenig zu steuern gibt es an den flachen Geräten von Pioneer und Panasonic. Bei Pioneer kann man nur die Lautstärke und die Tonquellenwahl einstellen, alles andere muss über die Fernbedienung geregelt werden. Generell sehen die Fernbedienungen oft zu eintönig aus.

Relativ genügsam zeigen sich die getesteten Receiver im Stromverbrauch. Jedenfalls sind sie spürbar sparsamer geworden als zu der Zeit, da sie noch Steuergeräte hießen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Unser Rat

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Weitere Angebote