Medion-Smartphone bei Aldi Nord: Groß und träge
21.10.2011
Im Oktober bot Aldi Nord es schon einmal an: das erste Smartphone von Medion – damals im Schnelltest auf test.de. Ab 15. Dezember ist es erneut zu haben. Das 199-Euro-Handy kommt mit Android-Betriebssystem in Version 2.3.5 und großem Touchscreen. KFZ-Halterung und Navigationssoftware sollen das Aldi-Smartphone auch als Navi empfehlen. Doch der Schnelltest zeigt Schwächen.
[Update: 14. Dezember 2011] Ab sofort sind die ausführlichen Testergebnisse zum Medion Life P4310 (MD 98910) im Produktfinder Handys abrufbar. [Ende Update]
Großes Display, zähes Arbeitstempo
Augenfälligste Attraktion des Medion-Smartphones ist sein großer Touchscreen. Mit einer Diagonale von 10,9 Zentimeter und einer Auflösung von 480 x 800 Pixel spielt das Display in der Smartphone-Oberliga. Darauf lassen sich Websites deutlich besser darstellen als auf kleineren Bildschirmen. Bei Kontrast und Helligkeit kann das Display freilich nicht mit teureren Spitzenmodellen wie dem Samsung Galaxy S II oder dem Apple iPhone 4 mithalten. Ein weiterer Unterschied zu „echten“ Oberklasse-Handys: Das Aldi-Smartphone arbeitet insgesamt deutlich langsamer. Eingabemenü, Internetbrowser, Apps: Alles reagiert zuweilen unerfreulich zäh. Auch die Akkulaufzeiten können nicht recht überzeugen: Beim Surfen im Internet ist zum Beispiel schon nach drei Stunden Schluss.
Kamera schwach, Kopfhörer leise
Größte Schwäche des Geräts ist seine Kamera. Schon bei Fotos ist die Bildqualität nicht berauschend, bei Videos ist sie richtig schwach. Die Auflösung der Videos ist gering, bewegte Bilder ruckeln und zeigen teils deutliche Bildfehler. Und beim Fotografieren verstreichen ganze zwei Sekunden, bis die Kamera endlich auslöst. Schnappschüsse sind so kaum möglich. Der Musikspieler ist brauchbar, spielt aber keine WMA-Dateien ab. Außerdem sind die mitgelieferten Kopfhörern recht leise.
Navigation nur mit Datenverbindung
Keine Selbstverständlichkeit auch bei teureren Geräten: Für die Autonavigation liegen dem Aldi-Smarpthone eine einfache KFZ-Halterung und ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder bei. Neben dem Navigationsprogramm Google Maps Navigation ist außerdem das Medion-Navigationsprogramm GoPal Navigator vorinstalliert. Dieses Programm kann das Kartenmaterial länderweise auf dem Handy speichern – zum Beispiel übers heimische WLan. Das spart teuren Datenverkehr per Mobilfunk. Doch ganz ohne Datenverbindung funktioniert auch dieses Navigationsprogramm nicht. Im Ausland ist es daher angesichts der immer noch hohen Preise fürs Datenroaming nur eingeschränkt nutzbar. (Weitere Informationen zur Medion-Navi-App im Schnelltest Samsung-Smartphone bei Aldi Nord)
Es gibt interessante Alternativen
Im Verhältnis von Preis und Bildschirmgröße mag das Medion-Smartphone derzeit konkurrenzlos sein. Für preisbewusste Smartphone-Einsteiger ist es damit durchaus interessant. Wer aber mit einem kleineren Bildschirm vorlieb nimmt, findet unter den Android-Handys im Produktfinder Handys einige interessante Alternativen. So ist zum Beispiel das schon etwas angejahrte Sony Ericsson Xperia X8 im Online-Handel inzwischen unter 150 Euro zu haben. Und um die 200 Euro gibt es bei günstigeren Online-Händlern das HTC Wildfire S, das im Test trotz kleinerem Display insgesamt deutlich besser abschneidet als das Medion-Smartphone.
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