Hugendubel/Weltbild E-Book-Reader: Nichts für Leseratten

15.12.2011

Die Bücherketten Hugendubel und Weltbild verkaufen aktuell einen E-Book-Reader für rund 60 Euro, den TrekStor eBook Reader 3.0. Klingt günstig, ist das Gerät auch gut? Der Schnelltest klärt auf.

Hugendubel/Weltbild E-Book-Reader

Farb­display und 1,5 GB Speicher

60 Euro für einen E-Book-Reader, das scheint zunächst günstig. Hugendubel und Welt­bild verkaufen den TrekStor eBook Reader 3.0 für exakt 59,99 Euro. Das Gerät hat ein Farb­display und andert­halb Gigabyte freien internen Speicher. Je nach Buch­größe reicht das für 1 500 E-Books. Zum Vergleich: Der Amazon Kindle kostet bei ähnlicher Ausstattung 99 Euro – und das ist schon vergleichs­weise günstig. Und beim TrekStor-Reader lässt sich die Speicher­kapazität mittels Speicherkarte noch auf bis zu 32 Gigabyte erweitern.

Viele Formate werden unterstützt

Der E-Book Reader von Hugendubel und Welt­bild liest gängige E-Book-Formate wie epub, pdf, txt, fb2. Auch unterstützt er das verbreitete Kopier­schutz­format Adobe-DRM. So kann er im Gegen­satz zum Kindle E-Books der meisten deutschen Anbieter darstellen. Bücher vom Markt­führer Amazon allerdings nicht. Zusätzlich lässt sich das Gerät als elektronischer Bilder­rahmen verwenden, es zeigt Fotos und spielt MP3-Dateien. Eine Schnitt­stelle zum Internet fehlt. Kein W-LAN, kein Bluetooth: Daten lassen sich nur via USB-Verbindung aufspielen. Oder über eine Speicherkarte.

LCD statt E-Ink

Anders als viele andere E-Book-Reader nutzt das Lesegerät keine elektronische Tinte („E-Ink“), sondern ein Flüssig­kristall-Display („LCD“), das von hinten beleuchtet wird. Dieselbe Technik wie bei Handys und Tablet-Rechnern. Vorteil: Das Display zeigt Farben – das ist schön bei Comics oder reich bebilderten Kochbüchern. Auch reagiert der LCD-Schirm schneller als typische E-Ink-Displays.

Ermüdend für die Augen

Doch zum Lesen längerer Texte ist das LC-Display des TrekStor-Gerätes wenig geeignet. Zwar ist es vernünftig entspiegelt. Doch bei heller Umge­bung wird die Hintergrund­beleuchtung schnell über­strahlt. Außerdem wirkt sie ermüdend für die Augen. Und das Bild ist blick­winkel­abhängig – von der Seite betrachtet nimmt der ohnehin nicht tolle Kontrast schnell ab. Die Testleser empfanden das Lesen schon nach kurzer Zeit als anstrengend. Dafür sind E-Ink-Displays wie das des Amazon Kindle einfach viel besser geeignet.

Akku hält kaum drei Stunden

Ein weiterer Nachteil von beleuchteten LCD-Bild­schirmen: Sie fressen viel mehr Strom als E-Ink. Das führt beim TrekStor-Reader zu ziemlich kurzen Akku­lauf­zeiten. Die tatsäch­liche Lauf­zeit hängt stark davon ab, wie hell das Display einge­stellt ist. Bei maximaler Helligkeit hält der Akku nicht einmal drei Stunden. Dann muss der E-Book-Reader zum Nach­laden an die Steck­dose oder einen PC. Das Auftanken dauert ebenfalls fast drei Stunden. Wer das Display herunter­dimmt, gewinnt Lauf­zeit: Im Test betrug die Lauf­zeit maximal acht Stunden und zehn Minuten. Die Sache hat allerdings einen Haken: Der Text ist auf dem gedimmten Display schwer zu erkennen. Vor allem bei Sonnenlicht brauchen Leseratten die volle Bild­schirm­kraft.

Macken bei der Hand­habung

Der Reader selbst liegt gut in der Hand. Das Gehäuse ist gummi­ert, die Tasten aber schlecht platziert und etwas klein. Schlimmer noch: sie reagieren nicht immer. Die Tester mussten oft mehr­mals drücken, bis das Gerät reagierte und beispiels­weise eine Seite umblätterte.

Test­kommentar: Nichts für Leseratten
Tabelle: TrekStor eBook Reader 3.0
Test: 14 E-Book-Reader im Test (test 10/2010)

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