DVD-Rekorder von Real: Fingerübung
04.04.2007
Mit einem DVD-Rekorder der Fernost-Marke Mustek für knapp 100 Euro wirbt Real in dieser Woche um Käufer. Eine Festplatte ist nicht drin. Auf einem DVD-Rohling ist je nach Aufnahmequalität für ein bis sechs Stunden Fernsehprogramm Platz. DVB-T kann der Rekorder nicht empfangen. Er beherrscht nur herkömmlichen Antennen- und Kabel-Empfang. Im Schnelltest musste der Rekorder zeigen, ob Aufnahme und Wiedergabe reibungslos klappen.
Reichlich Handarbeit
Den ersten Ärger gibts schon kurz nach dem Einschalten. Der automatische Sendersuchlauf klappt zwar, schreibt die Programme aber stumpf in der Reihenfolge ihres Auftretens in die Senderliste. Sortieren ist beim Mustek-Rekorder aus dem Real-Angebot Handarbeit. Ärgerlicherweise übernimmt der Rekorder nicht mal die Senderbezeichnungen aus dem Äther. Also müssen Käufer des Geräts alle Senderkürzel umständlich von Hand eingeben.
Senderliste in Gefahr
Auch weitere Einstellungen sind dem Sonderangebots-Rekorder recht mühsam beizubringen. Durch bis zu vier einzelne Menüs müssen sich Aufnahmewillige manövrieren, bis sie ihre Wünsche dem Gerät mitgeteilt haben. Besondere Vorsicht ist im „Channel-Setup“-Menü angebracht. Wer den ersten Menüpunkt „Automatischer Suchlauf“ aktiviert, verliert die ganze bisherige Senderliste. Eine sonst übliche Sicherheitsabfrage wie „Wirklich alle Sender löschen?“ fehlt.
Programmierung ohne System
Zur Steuerung von Aufnahmen dienen allein die Anfangs- und Endzeiten der Sendungen. Die Programmierung per Showview- und VPS-System ist nicht möglich. Damit sind bei Programmänderungen Verluste vorprogrammiert. Ebenfalls ärgerlich: Zeiten jenseits der Vier-Wochen-Begrenzung lassen sich eingeben und führen erst später zu einer Fehlermeldung.
Gebrauchtgerät statt Neuware
Eins der test-Geräte hatte eine fiese Macke: Nach fast jedem Einlesen einer DVD sprang die Einstellung des Videoausgangssignal auf den NTSC-Modus. Die Folge bei den meisten Fernsehern: Das Bild wird schwarz-weiß und etwas matschig. Die Korrektur per Fernbedienung ist mühsam. Überraschung bei der Gegenprobe an einem zweiten test-Gerät: Das als Neuware gekaufte Gerät ist offensichtlich gebraucht. Im Laufwerk steckt eine DVD mit einem allenfalls für Erwachsene genießbaren Inhalt. Das Gehäuse des Geräts ist verschmutzt. Zusätzlich findet sich im Karton eine DVD mit einer Aufnahme vom 16. Februar. Womöglich ist da ein Rückläufer wieder in den Verkauf gelangt. Das dritte test-Gerät schließlich ist neu und funktioniert insoweit einwandfrei.
Kaum Fehlerkorrektur
Allen drei test-Geräten gemeinsam: Die Fehlerkorrektur funktioniert so schlecht wie noch bei keinem anderen DVD-Rekorder, den das test-Labor je untersucht hat. Die eigens für Tests der Fehlerkorrektur vorgesehenen DVDs provozieren heftige Bildfehler und sind kaum noch genießbar. Selbst Filme von Kauf-DVDs gibt das Mustek-Gerät oft genug nur mit Störungen wieder.
Stromverbrauch ohne Ende
Auch beim Stromverbrauch schlägt das Mustek-Gerät über die Stränge. Nach dem Abschalten verbraucht es immer noch neun Watt. Ein echter Netzschalter fehlt. Mit anderen Worten: In einem Jahr verbraucht das Gerät Strom für knapp 25 Euro, ohne überhaupt einmal in Betrieb gewesen zu sein.
Bilder ohne Beanstandung
Wenn es jetzt noch von Interesse ist: Die Bild- und Tonqualität ist soweit in Ordnung. Gute Markengeräte sind noch etwas besser, aber auch Aufnahmen vom Mustek-Rekorder können sich gut sehen lassen. Selbst bei Einstellung der 2. und 3. Qualitätsstufe liefert er noch ganz ansehnliche Aufnahmen.
test-Kommentar: Bilderspeicher
Technische Daten & Ausstattung: Im Überblick
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