Datensicherheit im Netz: Kundenkonten schwer zu löschen
07.12.2011
Für viele Internetnutzer ist das Löschen ihrer Kundenkonten ein Problem. Nur ein Drittel derjenigen, die das schon einmal versucht haben, konnten ihren Account problemlos löschen. Das geht aus einer Umfrage des Forschungsinstituts Aris hervor. Im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) befragte das Institut über 1 000 Internetnutzer.
Hindernisse beim Account löschen
Der vzbv beklagt, dass Anbieter von Internetdiensten wie sozialen Netzwerken ihren Kunden den Ausstieg erschweren, indem sie die Kündigungsoptionen verstecken. Dagegen ist die Anmeldung bei Facebook oder Onlineshops meist ganz leicht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Aris im Auftrag vzbv. Nur jeder zweite Nutzer, der seinen Account bereits schon einmal löschen wollte, fand die nötigen Schritte erst nach längerem Suchen. Nachdem sie diese gefunden hatten, waren die meisten Nutzer mit weiteren Hindernissen konfrontiert. Nur jeder Dritte meinte, der Löschvorgang sei unproblematisch gewesen. Viele Kunden fanden es laut Umfrage abschreckend, dass eine Kündigung nicht immer per Mausklick möglich sei, sondern sie dafür eine E-Mail abschicken müssen.
Löschanleitung nur über Häufig gestellte Fragen auffindbar
In der Tat ist es bisweilen nicht sonderlich einfach, die Kündigungsoption zu finden. Am schnellsten geht es meist, in der Hilferubrik des Anbieters – zum Beispiel bei den Häufig gestellten Fragen (FAQ) – nach „kündigen“ oder „löschen“ zu suchen. Dort sollte die Prozedur beschrieben sein oder sie kann von dort direkt gestartet werden. Dabei müssen Nutzer aufpassen, ob ihr Konto tatsächlich unwiderruflich gelöscht wird. Facebook zum Beispiel bietet gut auffindbar nur die Möglichkeit, ein Konto zu deaktivieren – die Daten bleiben komplett erhalten und können wiederhergestellt werden. Das Löschen eines Kontos ist nur auf dem Umweg über die FAQ möglich.
Tipp: Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um. Seien Sie vorsichtig dabei persönliche Informationen im Internet zu hinterlassen.
Wie Kunden das Löschen kontrollieren können
Der Nutzer von sozialen Netzwerken kann nicht überprüfen, ob seine Daten wirklich gelöscht sind. Facebook sichert seinen Kunden die Löschung des Kontos zu. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Inhalte eines ehemaligen Nutzers, die dieser zuvor mit anderen geteilt hat oder die von anderen kopiert wurden, auch nach der Kündigung weiter auf deren Profilen zu finden sind. Zwar wird die Identität des Ex-Nutzers nicht länger mit diesen Informationen verknüpft. Denn statt seines Namens und Profilfotos erscheint die unpersönliche Anzeige „Anonymer Facebook-Nutzer“. Auf Fotos wäre eine Person jedoch noch zu erkennen, von ihr verfasste Kommentare blieben lesbar.
Tipp: Wollen Sie genau erfahren, welche Ihrer persönlichen Daten das Unternehmen gelöscht hat, welche noch existieren und welche es an Dritte weitergegeben hat, müssen Sie schriftlich eine Auskunft verlangen. Laut Paragraf 34 Bundesdatenschutzgesetz muss Ihnen jeder Internetzdienst sagen, welche Daten er über Sie speichert.
Das Internet vergisst nichts
Es besteht immer die Möglichkeit, dass Informationen auch nach dem Löschen eines Benutzerkontos an anderer Stelle im Netz weiter existieren und damit einsehbar sind. Suchmaschinen wie Google etwa speichern alte Versionen von Netzinhalten eine Zeit lang. Es gibt auch Anbieter, die alte Seitenversionen zu Archivzwecken dauerhaft speichern. Wer einzelne Daten löscht, aber nicht sein komplettes Konto, kann auch nicht davon ausgehen, dass sie damit wirklich vernichtet sind: Bei Facebook beispielsweise sind solche Daten dann zwar nicht mehr einsehbar – sie liegen aber weiter auf den Facebook-Servern.
Tipp: Reagiert der Internetdienst nicht oder gibt er unbefriedigende Auskünfte, schreiben Sie an Ihren Landesdatenschutzbeauftragten. Er fordert vom Unternehmen eine Stellungnahme. Adressen finden Sie unter: www.datenschutz-berlin.de.
Surfer haben Rechte
Mehr Informationen zu den Einzelheiten der Studie „Löschen von Accounts und Kundenkonten“ finden Nutzer auf der Homepage des vzbv.
Über die Rechte von Internetznutzern informiert die Seite http://www.surfer-haben-rechte
Wie Facebook-Nutzer ihre Daten schützen, sagt das Gewusst Wie.
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