Mit den neuen Betriebssystemen Windows 8 und RT und dem Tablet Surface als Hardware stürmt Microsoft auf den Tablet-Markt. Windows 8 hat die Experten wenig überzeugt. Aber wie gut schlägt sich die Hardware? Im Schnelltest zeigt test.de, was das Surface kann.
Neue Bedienoberfläche wenig intuitiv
Bereits der Test von Windows 8 und Windows RT zeigte Schwächen im neuen Bedienkonzept des Betriebssystems. Diese zeigen sich logischerweise auch im Tablettest. Gleich zwei Oberflächen bekommt der Nutzer angeboten. Zum einen die Kacheloberfläche, bei der sich hinter verschieden großen Kacheln entweder Live-Information wie Wetter oder Nachrichten anzeigen oder Programme wie die E-Mail-Anwendung oder das Adressbuch starten lassen. Zum anderen gibt es die gewohnte Desktopansicht, allerdings ohne Startbutton. Diese Ansicht lässt sich auf dem Tablet nur schwer bedienen, weil sie nicht für die Bedienung per Fingerzeig konzipiert ist. Icons sind zu klein und lassen sich daher mit der Fingerspitze nur schwer anvisieren. Für die Steuerung müssen Nutzer viele neue Gesten lernen, die teilweise je nach genutzter Oberfläche unterschiedliche Funktionen haben. Das funktioniert wenig intuitiv. Umso schwerer wiegt die Tatsache, dass Microsoft kein ausführliches Handbuch mitliefert. Im Vergleich zu den etablierten Tabletbetriebssystemen Android von Google und iOS von Apple wirkt Windows RT auf dem Surface unausgereift.
Mit Tastatur und integriertem Ständer
Immerhin: In der teuersten Version mit 64-Gigabyte Speicher liefert Microsoft eine Displayabdeckung mit, auf dessen Rückseite sich eine Tastatur und ein Touchpad zur Mausbedienung verbergen. Touchcover heißt das Ganze und stellt im Arbeitsalltag eine gute Erleichterung dar, wenn auch aufgrund des fehlenden Druckpunktes nicht ganz das Gefühl einer echten Tastatur aufkommen mag. Besser als auf der Bildschirmtastatur funktioniert das Tippen aber allemal. In den günstigeren Modellvarianten gibt es das Cover hingegen nur gegen Aufpreis.
Display und Akku überzeugen
Überzeugt sind die Tester von der Akkuleistung. Beim Internetsurfen hält er gute neun Stunden, beim Filmgucken sogar fast zehn Stunden. Mit diesen Werten muss sich das Surface nicht verstecken. Im jüngsten Tablettest waren nur wenige Geräte besser. Auch das Display kann sich sehen lassen: Mit einer Auflösung von 1 366 mal 768 Bildpunkten macht es einen guten Eindruck. Das Format ist hingegen unüblich. Besonders im Hochformat wird die Oberfläche recht schmal. Einziger Nachteil: Wie bei Tablets üblich, spiegelt auch das Display des Surface recht stark.
Schwache Kamera und langsam in der Datenspeicherung
Die Kamera ist hingegen deutlich schwächer als bei der Konkurrenz. Mit nur einem Megapixel Auflösung gelingt keine überzeugende Bildqualität. Auch die Bedienung ist ungewohnt. Es fehlt ein Auslösebutton. Geknipst wird per Fingerzeig auf dem Display. Bei anderen Systemen stellt der Nutzer durch diese Geste den Fokus ein. Beim Speichern von Daten ist das Surface recht langsam. So benötigt es für das Kopieren eines 100 Megabyte großen Ordners, der mit mehreren hundert Dateien gefüllt ist, von einer SD-Speicherkarte fast 37 Sekunden. Das langsamste Tablet im letzten Test brauchte dafür 30 Sekunden, das schnellste nur 8 Sekunden. Einzelne Dateien, zum Beispiel größere Fotos, werden mit dem Surface wesentlich schneller kopiert.
Das Problem mit den Apps
Ein weiteres Argument spricht derzeit noch gegen das Surface beziehungsweise gegen alle Tablets mit der abgespeckten RT-Version von Windows 8. Unter RT gibt es nur einen sehr eingeschränktem Zugang zu Programmen. Der Windows-Store kann beim App-Angebot noch nicht mit Apples App Store oder Googles Playstore mithalten. Tablets mit einer vollständigen Windows 8-Version haben das Problem nicht. Hier können Nutzer auch Software aus anderen Quellen installieren. Das Surface mit Windows 8 war zum Testzeitpunkt allerdings noch nicht verfügbar.
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Kommentare (6)
weitere Kommentare anzeigen