Allgemeines
In der Zeit, in der sich beim Embryo die Organe entwickeln, werden bei einem Jungen auch die Hoden angelegt. Sie liegen zunächst im Bauchraum und wandern durch einen Verbindungsgang in den Hodensack. Bei etwa 3 von 100 neugeborenen Knaben ist dieser Prozess bis zur Geburt noch nicht abgeschlossen (Kryptorchismus). Meist geschieht das dann im ersten Lebensjahr, sodass danach nicht einmal mehr 1 von 100 Jungen einen Hodenhochstand hat.
Hat einer der Hoden oder haben beide in dieser Zeit den Bestimmungsort nicht von selbst erreicht, muss ärztlich eingegriffen werden; andernfalls drohen schwerwiegende Schäden. Die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt sein, im schlimmsten Fall droht Sterilität. Das beruht darauf, dass bei der Temperatur, die im Bauchraum herrscht, in den Hoden keine befruchtungsfähigen Spermien reifen. Darüber hinaus steigt das Risiko, dass sich im Hoden Krebs entwickelt. Üblicherweise erkrankt einer von 50 000 Männern an Hodenkrebs. Wenn nicht dafür gesorgt wird, dass die Hoden außerhalb des Körpers liegen, steigt dieses Risiko um mehr als das Sechsfache.
