15.05.2012
Diabetes

Allgemeines

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse entweder kein oder nicht mehr genügend Insulin produziert oder das vorhandene Insulin an den Zielzellen, allen voran den Muskelzellen, nicht richtig wirken kann. Dadurch nehmen die Zellen nur wenig Glukose aus dem Blut auf, verbrauchen weniger, und das Blut enthält sehr viel Zucker, der ab einer bestimmten Menge mit dem Urin ausgeschieden wird.

Hauptsächlich werden zwei Arten von Diabetes unterschieden: Typ 1 und Typ 2. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Krankheiten. Weil aber beide den Zuckerstoffwechsel betreffen, auf dem völligen Fehlen von Insulin oder seiner unzureichenden Wirkung beruhen und die gleichen Folgekrankheiten nach sich ziehen können, tragen sie den gleichen Namen.

Die beiden Diabetestypen werden gemäß ihrer Ursache unterschieden: Bei Typ-1-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse allmählich die körpereigene Insulinproduktion ein. Diese Menschen müssen meist sofort Insulin spritzen.

Bei Typ-2-Diabetes hält die Bauchspeicheldrüse noch lange Zeit ihre Produktion an Insulin aufrecht. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung schüttet sie sogar mehr Insulin aus. Daher kommen diese Menschen zunächst oft ohne gespritztes Insulin aus.

Früher wurde der Typ-1-Diabetes als Jugendlichendiabetes bezeichnet, weil er vornehmlich Kinder und Jugendliche betrifft. Typ-2-Diabetes galt als Altersdiabetes, weil er vorwiegend bei Personen über 50 Jahren auftritt. Bei dieser Diabetesform kommen fast immer vier Faktoren zusammen: Übergewicht, gestörte Blutfettwerte (wenig HDL-Cholesterin, viel Triglyzeride), hoher Blutdruck und Diabetes. Diese Faktoren fasst man unter dem Begriff metabolisches Syndrom zusammen.

Ein über lange Zeit schlecht eingestellter Blutzucker kann zu lebensbedrohlichen Folgekrankheiten führen. Zunächst stellen sich Schäden an den kleinen Blutgefäßen (Mikroangiopathie) ein – vor allem an denen der Nieren und der Netzhaut der Augen. Endstadien dieser Schäden können Nierenversagen und Erblinden sein. Der hohe Blutzuckerspiegel schädigt aber auch die großen Blutgefäße (Makroangiopathie), sodass als Folgen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten können. Darüber hinaus kann der Diabetes die Nerven beeinträchtigen (Neuropathie). Eine Spätfolge kann das diabetische Fußsyndrom sein, bei dem eine Amputation drohen kann.

Menschen mit Diabetes, denen es gelingt, ihren Blutzuckerspiegel weitgehend normal zu halten, haben fast keine Spätfolgen und annähernd die gleiche Lebenserwartung wie stoffwechselgesunde Menschen. Auch Schwangerschaft und Geburt sind mit einer konsequenten Therapie wesentlich ungefährlicher geworden, als sie es früher waren.

Bei Kindern

Die Behandlung eines diabetischen Kindes kann sich dadurch schwierig gestalten, dass Kinder noch keinem gleichmäßigen Lebensrhythmus folgen, sich manchmal ungeplant intensiv bewegen und sich bei ihrer Ernährung lieber an Gleichaltrigen orientieren als an medizinischen Vorgaben. Darum ist es wichtig, sie so früh wie möglich in einer Schulung zu einer selbstständigen Diabetesbehandlung anzuleiten.

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