15.05.2012
Empfängnisverhütung

Allgemeines

Paare können für die Familienplanung aus einer Vielzahl von Verhütungsmethoden die für sie am besten geeignete auswählen: natürliche Verhütung durch Messen der Temperatur und Prüfen des Scheidensekrets, Barrieremethoden mit Kondom, Diaphragma und spermientötenden Gelen oder Scheidenzäpfchen, Spirale, hormonhaltiger Vaginalring, unter die Haut gepflanztes Hormonstäbchen, Depotspritze, Hormonpflaster, Minipille, Pille, für den Notfall die Pille danach und als endgültigen Entschluss die Sterilisation. Da die Methoden – abgesehen von Kondom und Sterilisation – alle von der Frau angewendet werden, muss vor allem sie sich mit der getroffenen Wahl wohlfühlen. Wie positiv sie der Verhütungsmethode gegenübersteht, beeinflusst ganz entscheidend die Sicherheit der Methode. Wenn einer Frau die tägliche Einnahme einer Pille widerstrebt, ist es wahrscheinlicher, dass sie sie vergisst, als bei einer, die diese Verhütungsmethode als Segen empfindet. Nicht zuletzt dadurch erklärt sich die große Schwankungsbreite beim Pearl-Index.

Von Zeit zu Zeit sollte jede Frau überprüfen, ob die einmal getroffene Entscheidung für eine Verhütungsmethode noch passt: Eine veränderte Lebenssituation, zunehmendes Alter und hinzugekommene Krankheiten können es sinnvoll machen, sie zu revidieren. Das sollte ganz besonders bedacht werden, wenn es sich um die Pille oder die Spirale handelt. Folgende Fragen sind bei der Wahl der Verhütungsmethode zu beantworten:

  • Wie groß ist der Anspruch an die Verhütungssicherheit? Die sichersten Methoden (Sterilisation, Implantat, Pille, Verhütungsring, -pflaster, Spirale) greifen am stärksten in den Körper ein.
  • Welchen Stellenwert hat die Forderung, bald nach dem Absetzen der Methode ein Kind bekommen zu können? Die Temperatur-, Schleim- und Barrieremethoden sind in dieser Hinsicht am günstigsten.
  • Wie groß ist die Bereitschaft, durch die unerwünschten Wirkungen der Methode ein gesundheitliches Risiko einzugehen? In dieser Hinsicht sind die hormonellen Mittel (Minipille, Pille, hormonhaltige Spirale, Implantat, Pflaster, Vaginalring, Spritze) am stärksten belastet.
  • Wie viel Initiative besteht, sich mit den Verhütungsmethoden auseinanderzusetzen? Für die natürlichen Methoden muss die Frau mit ihrem Körper sehr vertraut sein, seine Zeichen gut wahrnehmen und deuten können. Ihre Durchführung muss erlernt und geübt werden; das Gleiche gilt für den Gebrauch eines Diaphragmas.
  • Ist der Partner bereit, die Verhütung verlässlich zu übernehmen? Dafür steht, wenn eine Sterilisation nicht infrage kommt, nur das Kondom zur Verfügung. Der Coitus interruptus ("Aufpassen") ist zu unsicher und belastet das Liebesleben.
  • Wie geregelt oder wechselhaft ist das Alltagsleben? Die Pille ist nur sicher, wenn sie verlässlich eingenommen wird. Ganz besondere Disziplin muss bei der Minipille, die nur das Hormon Gestagen enthält, an den Tag gelegt werden. Wenn ein Diaphragma benutzt werden soll, muss die Frau daran denken, es mitzunehmen, wenn sie nicht zu Hause übernachtet; da es individuell angepasst ist, lässt sich nicht überall schnell Ersatz beschaffen.
  • Wie häufig kommt es durchschnittlich zum Sex? Eine kontinuierliche Verhütung (Minipille, Pille, Spirale, Implantat, Pflaster) könnte unnötig sein, wenn es nur selten etwas zu verhüten gibt.

Im Folgenden werden Empfängnisverhütungsmittel besprochen, die von Ärztin oder Arzt verschrieben werden müssen. Rezeptfrei erhältlich sind spermientötende Produkte. Näheres hierzu finden Sie unter "Medikamente selbst gekauft".

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