01.04.2014
Chronisch obstruktive Bronchitis

Allgemeines

Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis sind die Bronchien verengt und können sich nicht mehr richtig erweitern. Gleichzeitig sind sie als Reaktion auf einen anhaltenden Reiz – meist Zigarettenrauch oder Umweltschadstoffe – chronisch entzündet. Zusätzlich kann die Lunge überbläht sein (Lungenemphysem), wodurch die Lungenbläschen mit der Zeit irreversibel zerstört werden, sodass weniger Sauerstoff aufgenommen und weniger Kohlendioxid abgegeben werden kann. Im fortgeschrittenen Krankheitszustand wird die Atemnot dann zum Dauerzustand. Der Fachbegriff COPD (englisch: chronic obstructive pulmonal disease = Erkrankung mit chronisch verengten Atemwegen) umfasst beide Krankheitsbilder (chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem) oder deren Kombination.

Als Obstruktion wird die Verengung der Bronchien bezeichnet, die auch darauf beruht, dass sich die ringförmige Bronchialmuskulatur verkrampft (Bronchospasmus). Gleichzeitig schwillt die Schleimhaut in den Bronchien an und produziert vermehrt einen immer zäher werdenden Schleim, der nur noch schwer abgehustet werden kann.

In Deutschland leiden drei bis fünf Millionen Menschen an einer COPD. Die Krankheit gehört mit Platz 4 zu den häufigsten Todesursachen weltweit (mit steigender Tendenz). Im Gegensatz zu Asthma sind nicht alle Altersgruppen gleichermaßen betroffen, sondern vorwiegend Menschen über 50 Jahre. Das hängt damit zusammen, dass es Jahre oder gar Jahrzehnte dauert, bis sich eine COPD entwickelt.

Bei allen COPD-Formen ist die Lungenfunktion bereits eingeschränkt – das Verhältnis der Einsekundenkapazität, FEV1, zur Vitalkapazität der Lunge liegt dann häufig schon unter 70 Prozent. Die Einteilung der Schweregrade der COPD erfolgt anhand der Einsekundenkapazität als ein spezifisches Maß für die Lungenfunktion. Demgemäß wird die COPD in vier Stadien eingeteilt.

  • Leichtgradige COPD (Schweregrad I): Die Einsekundenkapazität liegt über oder bei 80 Prozent des Sollwertes. Es kann ein chronischer Husten mit oder ohne Auswurf bestehen. Bei starker körperlicher Belastung kann Atemnot auftreten.
  • Mittelgradige COPD (Schweregrad II): Die Einsekundenkapazität liegt nur noch zwischen 50 und 80 Prozent des Sollwerts. Es kann ein chronischer Husten mit oder ohne Auswurf vorliegen. Bei leichter bis mittelschwerer Belastung (normale Alltagsaktivitäten) kann Atemnot auftreten.
  • Schwere COPD (Schweregrad III): Die Einsekundenkapazität liegt über 30, aber unter 50 Prozent des Sollwerts. Es besteht chronischer Husten mit Auswurf. Die Atemwege sind stark verengt, schon bei geringer Belastung tritt Atemnot auf.
  • Sehr schwere COPD (Schweregrad IV): Die Einsekundenkapazität liegt unter 30 Prozent des Sollwerts, oder sie beträgt bei chronischer Atemnot, die mit Sauerstoffmangel und einer starken Belastung des Herzens einhergeht (respiratorische Insuffizienz), weniger als 50 Prozent des Sollwerts. Es besteht Husten mit Auswurf, die Atemnot tritt bereits in Ruhe oder bei geringster Belastung auf. Im Spätstadium wird der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr über einen Atemschlauch notwendig ist. Durch den erhöhten Druck in der Lungenschlagader (pulmonale Hypertonie, Cor pulmonale) wird das rechte Herz belastet, sodass sich eine " Rechtsherzinsuffizienz" ausbildet.

Seit kurzem wird die Schwere einer COPD-Erkrankung umfassender beurteilt. Neben der Lungenfunktion werden verstärkt auch die individuellen Beschwerden einbezogen, ebenso das Risiko für akute Verschlechterungen und weitere, gleichzeitig bestehende chronische Erkrankungen. Dafür gibt es spezielle Fragebögen.

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