Ursachen
Reizauslöser im Magen können verdorbene Nahrungsmittel oder Giftstoffe (z. B. aus Pilzen oder E. coli-Bakterien) sein, ebenso ein Übermaß von Fett im Essen.
Auch Schlafmangel, Hunger, abgestandene Luft, ekelerregende Gerüche, niedriger Blutdruck, Nervosität und eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür können Übelkeit auslösen. Oft ist sie auch das erste Anzeichen für einen Migräneanfall.
Morgendliche Übelkeit bei Frauen ist eine häufige Begleiterscheinung in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft. Wenn der vierte Monat erreicht ist, legt sich das meistens wieder.
Wenn Kummer "auf den Magen schlägt" oder ein Schock noch nicht "verdaut" ist, kann beides anhaltende Übelkeit verursachen. Sie besteht meist so lange, bis das Problem gelöst ist.
Einige Menschen reagieren nach Operationen und endoskopischen Eingriffen mit Übelkeit und Erbrechen.
Außerdem können viele Medikamente (z. B. bei Husten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Pilz- und Harnweginfektionen, starken Schmerzen) sowie die Pille Übelkeit hervorrufen.
Übelkeit ist oft auch Vorbote eines Herzinfarkts. Vor allem bei Frauen stehen Anzeichen wie Übelkeit bis hin zum Erbrechen, unklare Beschwerden im oberen Bauchraum, Atemnot und Erschöpfung im Vordergrund, während bei Männern vornehmlich bis in die Arme ausstrahlende Schmerzen im Brustkorb, Schwindel, Übelkeit und Schwächegefühl als typische Warnsignale gelten. In beiden Fällen müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen.
Übelkeit und Erbrechen sind auch typische Symptome der Reisekrankheit. Dabei wird das Gleichgewichtsorgan im Innenohr stark gereizt, zum Beispiel durch Schiffsbewegungen bei Wellengang, Gerüttel im Flugzeug bei Turbulenzen, Autofahrten auf kurvenreicher Strecke. Der schwankende und sich ständig verändernde Untergrund vermittelt dem Gleichgewichtssinn im Innenohr keine einheitlichen Informationen. Wenn die gesamte Umgebung in Bewegung ist, haben auch die Augen keinen Fixpunkt mehr. Die Reize, die dann im Nervensystem ankommen und weitergeleitet werden, können das Brechzentrum aktivieren und Übelkeit auslösen.
Übelkeit und Erbrechen treten darüber hinaus auch im Rahmen von Chemotherapie oder Bestrahlungen bei Krebs auf. Hier sind drei Formen zu unterscheiden:
- Akutes Erbrechen, das eine bis vier Stunden nach der Gabe des Zytostatikums auftritt und einige Stunden, manchmal auch mehrere Tage lang anhalten kann.
- Verzögert einsetzendes Erbrechen, das erst etwa 24 Stunden nach der Chemotherapie beginnt und drei bis fünf Tage lang anhalten kann.
- Erbrechen, das schon im Voraus einsetzt, bevor ein Medikament es überhaupt auslösen kann (antizipatorisches Erbrechen). Meist beruht es auf negativen Erfahrungen beim vorangegangenen Zyklus der Chemotherapie, wenn dabei das Erbrechen nicht ausreichend gut unterbunden wurde.
Wie lange das Erbrechen anhält und welche Form auftritt, hängt von dem jeweiligen Zytostatikum ab. Manche verursachen kaum oder nur wenig, andere sehr starke Übelkeit. Zu so gut wie gar nicht Übelkeit auslösenden (minimal emetogenen) Mitteln gehören zum Beispiel Bevacizumab, Fludarabin, Vinblastin, Vincristin und Vinorelbin. Bei diesen Wirkstoffen muss weniger als 1 von 10 Behandelten erbrechen. 5-Fluorouracil, Docetaxel, Etoposid, Mitoxantron, Paclitaxel und Topotecan lösen bei 10 bis 30 von 100 Behandelten Übelkeit und Erbrechen aus und gehören somit zu den niedrig emetogenen Zytostatika; als mittelgradig emetogen (30 bis 90 von 100 Behandelten wird schlecht) gelten die Wirkstoffe Carboplatin, Ifosfamid und niedrig dosiertes Cyclophosphamid. Wirkstoffe wie Cisplatin, Carmustin sowie Cyclophosphamid in hoher Dosierung lösen so gut wie immer (bei mehr als 90 von 100 Behandelten) starke Übelkeit und Erbrechen aus und gelten deshalb als hoch emetogen.
Bei Kindern
Säuglinge im ersten Lebenshalbjahr können nicht reisekrank werden, weil sie sich noch nicht mit den Augen im Raum orientieren können.
Bei älteren Kindern besteht unmittelbar nach einem Magen-Darm-Infekt noch etwa vier Wochen lang eine verstärkte Bereitschaft für Reisekrankheit.
Ursache des ketonämischen Erbrechens ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht kommt und sich verstärkt Ketonkörper (Azeton, Azetessigsäure) bilden, die mit dem Urin und über die Atemluft ausgeschieden werden (daher der obstähnliche Geruch, den das Kind verströmt).
Auslöser für die Stoffwechselstörung sind Infekte (z. B. Grippe, Erkältung), sehr fettes Essen, seelische Konflikte (z. B. Heimweh, Trennungsängste, Schulprobleme) oder zu wenig Schlaf. Bei einigen Kindern tritt diese Stoffwechselstörung wiederholt auf.
