01.04.2014
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Allgemeines

Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unterschieden. Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum Darmausgang befallen, bleibt aber häufig auf den letzten Dünndarmabschnitt (terminales Ileum) oder den obersten Bereich des Dickdarms (Colon ascendens) beschränkt. Die Entzündung erfasst meist die ganze Darmwand. Colitis ulcerosa betrifft Dick- und Enddarm (Kolon und Rektum); entzündet ist nur die Darmschleimhaut.

Eine Fehlsteuerung des Immunsystems oder speziell eine fehlende Regulation der Entzündungsvorgänge im Körper führt dazu, dass die Krankheiten chronisch werden. Im weitesten Sinn lassen sich die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen deshalb zu den Autoimmunerkrankungen zählen, weil das Immunsystem hierbei körpereigenes Gewebe – in diesem Fall die Darmschleimhaut beziehungsweise das gesamte Darmwandgewebe – angreift.

Manchmal bilden sich Verbindungsgänge (Fisteln) zwischen dem Darm, anderen Organen (Blase, Scheide, andere Darmabschnitte) und Geweben (Bauchhaut), die dann meist operativ entfernt werden müssen.

Wegen der Vielfalt der Krankheitsverläufe, die bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auftreten können, und angesichts der vielen möglichen Begleiterkrankungen ist es sinnvoll, sich für die Betreuung und Behandlung Ärzte zu suchen, die mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen spezielle Erfahrung haben (Gastroenterologen).

Bei Kindern

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können bereits bei Kindern auftreten. Zirka 20 Prozent der Betroffenen sind jünger als sechs Jahre. Morbus Crohn kommt bereits bei Säuglingen vor. Die Erkrankung macht sich durch Appetitlosigkeit und verzögerte körperliche Entwicklung bemerkbar.

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Von Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

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