09.10.2012
Zytostatika

Allgemeines

Die Bezeichnung "Zytostatika" leitet sich von der Wirkweise der Substanzen ab, die zu diesen Medikamenten gehören. Sie bringen das Wachstum der Tumorzellen (Zyto = Zelle) zum Stillstand (stasis = Stillstand), indem sie die Erbsubstanz der Zellen schädigen. Dann kann sich die Zelle nicht mehr teilen und stirbt ab. Auf diese Weise verkleinert sich der Tumor.

Tumorzellen teilen sich meistens sehr rasch. Zytostatika wirken dann besonders gut. Allerdings beeinflussen sie nicht nur die Tumorzellen, sondern stören auch die Teilungsfähigkeit der gesunden Körperzellen, vor allem, wenn diese sich ebenfalls rasch teilen. Betroffen sind in erster Linie Schleimhaut-, Haarwurzel-, Keimdrüsen- und Knochenmarkzellen (besonders die, aus denen sich die weißen Blutkörperchen entwickeln). Wenn Zytostatika diese Zellen in ihrem raschen Erneuerungszyklus stören, folgen daraus die typischen Beschwerden einer Chemotherapie: Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen (z. B. im Mund), Haarausfall, gestörte Blutbildung.

Zytostatika unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus, manche haben mehrere Wirkungen gleichzeitig. Bei einigen Substanzen ist noch unklar, wie sie in den Zellstoffwechsel eingreifen.

Ob und wie nachhaltig die Zellgifte das Wachstum eines Tumors aufhalten, ist sehr verschieden. Bei manchen Krebsarten wirkt die Chemotherapie sehr gut oder sogar heilend (z. B. bei Leukämie und Hodenkrebs), bei anderen hat sie kaum einen Nutzen. Teilweise können Zytostatika die Tumormasse verkleinern und damit Beschwerden lindern, beispielsweise Schmerzen und Appetitlosigkeit. Das wirkt dann zwar nicht heilend, kann den Krankheitsverlauf jedoch abmildern.

Bei bestimmten Krebsarten kann es sinnvoll sein, verschiedene Zytostatika miteinander zu kombinieren, weil sie sich in ihrer Wirkung ergänzen. Dieser Vorteil ist dann gegen die möglicherweise verstärkt auftretenden unerwünschten Wirkungen abzuwägen. Im Folgenden werden die für alle Zytostatika geltenden Informationen zusammengefasst. Besonderheiten der einzelnen Mittel lesen Sie im jeweiligen Wirkstofftext. Diese sind zu folgenden Gruppen zusammengefasst: Alkylanzien, Anthrazykline, Antibiotika, Antimetabolite, Platinverbindungen, Taxane, Vincaalkaloide, weitere Zytostatika.

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