09.10.2012
Signalübermittlungs-Hemmstoffe

Allgemeines

Als Signalübermittlungs-Hemmstoffe – wissenschaftlich: Signaltransduktions-Inhibitoren – wird eine relativ neue Gruppe von Substanzen bezeichnet, die die Übertragung von bestimmten Signalen an die Zelle blockieren. Solche Signale sind ausschlaggebend, damit die Zelle wachsen und sich teilen kann. Sie werden häufig von speziellen eiweißhaltigen Stoffen (Enzymen) vermittelt, die als Botenstoffe fungieren.

Tumorzellen verfügen meist über spezielle Eiweißstoffe (Protein-Tyrosinkinasen) als Bestandteile von bestimmten Bindungsstellen in der Zellwand, um ihr Wachstum zu fördern. Bei bestimmten Krebsarten sind diese Stoffe besonders aktiv und sorgen dafür, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. Werden sie blockiert, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Zelle kein Signal erhält, sich zu teilen oder zu wachsen, und dann abstirbt.

Die Wirkstoffe Dasatinib, Erlotinib, Gefitinib, Imatinib, Lapatinib, Nilotinib, Pazopanib, Sorafenib und Sunitinib blockieren diese Tyrosinkinasen. Sie werden auch als Tyrosinkinase-Hemmer bezeichnet.

Die verschiedenen Tyrosinkinase-Hemmer unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus vor allem hinsichtlich ihrer Bindestellen:

  • Erlotinib und Gefitinib binden an die Tyrosinkinase des Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) und hemmen diese. Dann können die Signale, die das Tumorwachstum anregen sollen, nicht ins Zellinnere gelangen.
  • Lapatinib hemmt zwei verschiedene Rezeptoren, die beide auf Tyrosinkinasen angewiesen sind: EGFR und HER2.
  • Dasatinib, Imatinib und Nilotinib binden an spezielle Eiweißkörper, die nur bei Leukämie in krankhaft veränderten blutbildenden Zellen vorkommen. Die Bindung an diesen Eiweißkörper verhindert die unkontrollierte Bildung von weißen Blutkörperchen aus der Stammzelle.
  • Pazopanib, Sorafenib und Sunitinib hemmen verschiedene Tyrosinkinasen, die unter anderem an der Zellteilung, der Entwicklung von Metastasen oder der Bildung von blutversorgenden Gefäßen im Tumor beteiligt sind.

Everolimus und Temsirolimus hemmen ebenfalls einen Tumor-Eiweißstoff (mTOR, eine Serin-Threoninkinase), der Zellwachstum und -vermehrung beeinflusst und in Tumorzellen häufig besonders aktiv ist.

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