20.05.2008
Hormone

Allgemeines

Die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron können das Wachstum von Tumoren fördern, wenn deren Gewebe spezielle Bindungsstellen (Rezeptoren) für Hormone aufweist. Das wird im Rahmen einer feingeweblichen Untersuchung geprüft, nachdem die Geschwulst operativ entfernt wurde. Finden sich Rezeptoren, lautet das Ergebnis „hormonrezeptorpositiv“. Dann ist eine Behandlung mit Hormonen, die die Produktion der körpereigenen Hormone unterdrücken, sinnvoll.

Vor allem Brust- und Prostatatumore wachsen in Abhängigkeit von Hormonen. Buserelin, Goserelin, Leuprorelin und Triptorelin sind Substanzen, die den vom Hypothalamus im Gehirn freigesetzten Substanzen ähneln (GnRH-Analoga). Sie werden sowohl bei Brust- als auch bei Prostatakrebs eingesetzt. Alle vier Substanzen sind ähnlich wirksam und unterscheiden sich auch im Spektrum der unerwünschten Wirkungen nicht wesentlich. Bei Prostatakrebs stellen sie als „chemische Kastration“ eine Alternative zur operativen Entfernung der Hoden dar.

Buserelin ist der älteste und am besten untersuchte Wirkstoff aus dieser Substanzgruppe.

Medroxyprogesteron und Megestrol sind Gelbkörperhormone (Gestagene) und werden bei Prostatakrebs angewendet.

Männern mit Prostatakrebs stehen zwei Therapiewege offen: Sie können lebenslang diese Medikamente einnehmen oder sich die Hoden entfernen lassen (Orchiektomie). Beides läuft auf das gleiche hinaus: Im Körper wird kaum noch Testosteron gebildet. Der Tumor wächst daher nicht oder nur sehr langsam und bildet keine oder erst sehr spät Metastasen (es sei denn, er hat schon vorher Tochterzellen in die Blutbahn gestreut, deren Wachstum dann aber ebenfalls gebremst wird).

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