01.04.2014
Herzschwäche

Allgemeines

Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) hat das Herz nicht genügend Kraft, um das Blut von der rechten Herzkammer zur Lunge und von der linken Herzkammer in den Körper zu pumpen. Es staut sich vor dem linken Vorhof bis zur Lunge zurück, und vor dem rechten Vorhof in der großen Hohlvene, die das Blut aus Beinen und Bauchraum heranführt.

Zu unterscheiden sind Funktionsstörungen der Herzkammer beim Zusammenziehen (systolische Ventrikelfunktionsstörung) und solche beim Erschlaffen des Herzmuskels (diastolische Ventrikelfunktionsstörung). Der Herzmuskel ist dann entweder zu schwach, um das Blut mit ausreichender Kraft in den Kreislauf auszuwerfen, oder er ist so verändert, dass er sich nicht mehr gut dehnen kann, sodass sich das Herz nicht mehr gut mit Blut füllt. Am häufigsten ist die linke Herzkammer betroffen (Linksherzinsuffizienz), es können aber auch die rechte (Rechtsherzinsuffizienz) oder beide Herzkammern in Mitleidenschaft gezogen sein (globale Herzinsuffizienz).

In diesem Kapitel wird die Auswurfschwäche der Herzkammern besprochen. Die Form der Herzschwäche, bei der die Auswurfleistung zwar erhalten ist, aber die Füllung des Herzens erschwert ist, weil der Herzmuskel sich nicht mehr gut dehnen kann, wird hier nicht thematisiert.

Je länger die Herzschwäche besteht, desto stärker verändert sich die Struktur des Herzmuskels. Die Herzkammern – insbesondere die linke – weiten sich zunehmend, schaffen es aber immer weniger, das Blut in den Kreislauf zu pumpen. So wird das Herz mit der Zeit immer größer, gleichzeitig aber auch kraftloser: Die Wände werden dünner, die Muskeln schlaffer.

Diese Veränderungen bilden sich zumindest teilweise zurück, wenn das Herz entlastet wird (Remodeling). Andernfalls verschlimmert sich die Krankheit, oft langsam über Jahre hinweg, manchmal aber auch sehr schnell innerhalb weniger Monate.

Eine Herzschwäche entsteht überwiegend im Zusammenhang mit einer koronaren Herzkrankheit, bei hohem Blutdruck oder einer Herzmuskelerkrankung.

Eine chronische Herzschwäche lässt sich in vier Schweregrade einteilen:

  • Schweregrad I: Es besteht bereits eine Herzerkrankung, die körperliche Leistungsfähigkeit ist aber noch nicht beeinträchtigt. Die Diagnose wird oft nur durch Zufall gestellt.
  • Schweregrad II: In Ruhe treten keine Beschwerden auf. Luftnot, Herzrhythmusstörungen, Erschöpfung oder Angina Pectoris setzen nur unter Belastung (z. B. beim Treppensteigen) ein.
  • Schweregrad III: Schon geringfügige Anstrengungen (z. B. Gehen auf gerader Strecke) machen große Mühe und verursachen Atemnot.
  • Schweregrad IV: Die Beschwerden treten auch in Ruhe auf oder beim kleinsten Anlass körperlicher oder seelischer Belastung. Meist ist Bettruhe erforderlich.

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