15.05.2012
Allgemeines
Arterien (Schlagadern) sind Blutgefäße, die das Blut vom Herzen in Kopf, Bauch, Arme und Beine befördern. In allen diesen Adern können sich Ablagerungen aus Kalk, Blutzellen und Fett (Plaques) bilden, die den Blutfluss behindern (Adernverkalkung, Arteriosklerose). Je nachdem, welche Gewebe und Organe diese Arterien versorgen, ist deren Funktion dann mehr oder weniger beeinträchtigt:
- Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen dazu, dass der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff zur Verfügung hat und nicht voll funktionsfähig ist. Stockt der Blutfluss vollständig in einer oder mehreren Adern, wird der dahinterliegende Bezirk des Herzmuskels nicht mehr durchblutet und es kommt zum Herzinfarkt. Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen werden unter "Koronare Herzkrankheit" erläutert.
- Engstellen in den Schlagadern im Hals stören die Sauerstoffversorgung des Gehirns und stellen somit eine latente Gefahr für einen Schlaganfall dar.
- Sind die Blutgefäße im Gehirn durch Ablagerungen "verkalkt", sind häufig Gedächtnisleistung und Orientierungsfähigkeit beeinträchtigt (vaskuläre Demenz). Alle anderen Hirnleistungsstörungen werden unter "Demenzerkrankungen" besprochen.
- Nicht selten verstopfen Ablagerungen die Arterien im Becken oder in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, abgekürzt PAVK). Dadurch können Behinderungen beim Gehen auftreten (Schaufensterkrankheit, medizinisch: claudicatio intermittens, lateinisch für "vorübergehendes Hinken"). Zudem steigt das Risiko für eine Beinamputation. Bei etwa der Hälfte der PAVK-Patienten sind die Oberschenkelarterien verschlossen, bei einem Drittel geht die PAVK von den Beckenarterien aus, und eher selten (bei Menschen mit Diabetes allerdings häufiger) engen die Ablagerungen die Arterien an Unterschenkel, Fuß und Zehen ein. Die Ablagerungen bilden sich bevorzugt an einer Gefäßverzweigung (Bifurkation), in der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) auch an der Stelle, wo das Blutgefäß oberhalb des Knies durch eine Muskellücke (Adduktorenkanal) hindurch verläuft. Jedes Anspannen der Muskeln drückt die Ader zusammen, und dieser mechanische Reiz führt häufig dazu, dass sich dort Engstellen bilden.
