01.05.2013
Nikotinabhängigkeit

Allgemeines

Die Zahl der Raucher in Deutschland ist zurückgegangen – allerdings bei Weitem nicht so sehr wie in anderen Ländern und wie es der Forderung der Weltgesundheitsorganisation entspricht. Im Jahr 2009 waren 26 von 100 Frauen und 34 von 100 Männern Raucher. Die Mehrzahl von ihnen ist abhängig. Mindestens die Hälfte der rauchenden Männer gehört dazu.

97 Prozent der Raucher greifen zu Zigaretten, Zigarren- und Pfeifenraucher sind die Ausnahme. Gesundheitsgefährdend sind aber alle Arten von Tabakkonsum, also auch der von Kau- und Schnupftabak und auch das Rauchen von Wasserpfeifen (Shisha, Hubble-Bubble). Detaillierte Untersuchungen zu allen Aspekten liegen zwar noch nicht vor, doch muss man davon ausgehen, dass das Rauchen von Wasserpfeifen ähnliche Gesundheitsgefahren birgt wie das von Zigaretten.

Eine Zeit lang wurden die Gefahren des Rauchens vornehmlich dem Hauptinhaltsstoff des Tabaks, dem Nikotin, angelastet. Und in der Tat ist Nikotin für die Entwicklung der Abhängigkeit verantwortlich und belastet das Herz-Kreislauf-System. All die anderen schädlichen Auswirkungen des Rauchens kommen jedoch durch jene etwa 4 000 Substanzen zustande, die beim Verbrennen einer Zigarette entstehen. Für eine Vielzahl dieser Chemikalien im Tabakrauch ist eine krebserregende Wirkung nachgewiesen. Diese Substanzen sind sowohl in dem Rauch enthalten, der inhaliert wird, als auch in jenem, der in die Luft entweicht und auch von anderen eingeatmet wird (Passivrauchen).

Wer in Gegenwart anderer Menschen raucht, gefährdet mit dem Rauch nicht nur seine, sondern auch die Gesundheit der anderen. Passivrauchen ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten. Ganz besonders die Gesundheit von Kindern leidet, wenn sie anhaltend Zigarettenrauch ausgesetzt sind.

Rauchen ist eine bedeutende Krankheitsursache. Das Gesundheitsrisiko steigt mit der Zahl der gerauchten Zigaretten.

Rauchen während der Schwangerschaft beeinträchtigt die körperliche Entwicklung und die Gesundheit des Kindes.

Mit dem Rauchen aufzuhören, ist in jeder Phase des Lebens sinnvoll. Je früher es geschieht, desto geringer fällt die lebensverkürzende Wirkung des Rauchens ins Gewicht. Wer als 30-Jähriger mit dem Rauchen aufhört, braucht keinen Verlust an Lebenszeit zu befürchten. Gelingt die Rauchabstinenz erst mit 60 Jahren, darf mit drei Jahren mehr Lebenszeit gerechnet werden als wenn weiter geraucht würde. Es gibt sogar Hinweise, dass sich selbst bei Lungenkrebs, wenn er im Frühstadium entdeckt und behandelt wird, ein Rauchstopp im Hinblick auf die Lebenserwartung lohnen kann.

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