Allergisch gegen Jod?
Manche Menschen meinen, sie könnten aufgrund einer Jodallergie kein jodiertes Speisesalz verwenden und keine Jodidtabletten einnehmen. Meistens ist das jedoch ein Irrtum. Allergien auf Jod, das über den Mund aufgenommen wird, sind sehr selten. Voraussetzung für eine allergische Reaktion des Immunsystems ist, dass die Moleküle der Substanz, die die Reaktion auslösen, relativ groß sind. Das ist zum Beispiel bei jodhaltigen Röntgenkontrast- und Desinfektionsmitteln wie Povidon-Jod der Fall. Hier ist jedoch nicht das Jod für die Allergie verantwortlich, sondern das gesamte große Molekül, in dem Jod ein Bestandteil ist.
Die Jodverbindungen, die in Jodsalz und in Tabletten enthalten sind, sind hingegen so klein, dass sie keine solche Immunantwort hervorrufen können. Nur ganz selten bekommt jemand dennoch Hautausschlag, gerötete Augen, Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen, wenn er mit Jodhaltigem in Kontakt kommt – allerdings muss das schon eine außergewöhnlich große Menge Jod sein. Diese Personen vertragen kein Jod und reagieren darauf in der beschriebenen Weise. Für sie kann bereits die Jodmenge in Depottabletten, die nur einmal in der Woche eingenommen werden müssen, eine Gefahr darstellen. Die geringe Menge Jod, die in den Präparaten zur täglichen Einnahme oder in jodiertem Speisesalz enthalten ist, stellt dagegen kein Problem dar.
Jodhaltige Verbindungen, die auf Haut und Schleimhaut aufgetragen werden, können zu Kontaktallergien führen; diese sind aber auf den Ort begrenzt, an dem das Mittel eingewirkt hat. Ungeachtet dieser Reaktionen kann eine überhöhte Zufuhr von Jod für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen gefährlich werden, weil es eine Überfunktion auslösen kann.
