Allgemeine Maßnahmen
Wärme kann die Schmerzen lindern. Legen Sie eine Wärmflasche, ein mit erwärmtem Öl getränktes Tuch oder einen Umschlag mit warmem Kartoffelbrei auf das Ohr. Prüfen Sie die Temperatur vorher an der Wange, damit Sie die Ohrmuschel nicht verletzen.
Bei Kindern
Für Kinder kann ein Dunstumschlag hilfreich sein. Legen Sie dazu ein feuchtes Tuch auf das Ohr, decken Sie es mit einer Plastikfolie ab und befestigen Sie das Ganze mit einem warmen Wolltuch. Dieser Umschlag kann bis zur Besserung stündlich erneuert werden.
Kinder mit wiederholten Mittelohrentzündungen, die mit einer Flüssigkeitsansammlung (Erguss) einhergehen, bekommen oft ein Paukenröhrchen eingesetzt. Durch dieses wird das Mittelohr belüftet. Der Eingriff erfolgt in der Annahme, dass Kinder mit derartigen Mittelohrentzündungen schlecht hören und darunter ihre geistige Entwicklung leiden kann. Das soll durch das Einsetzen eines Paukenröhrchens verhindert werden. Eine Studie, in der die Entwicklung von Kindern über lange Zeit beobachtet wurde, hat gezeigt, dass man sogar bei Kindern unter drei Jahren nichts versäumt, wenn sie erst dann ein Paukenröhrchen eingesetzt bekommen, nachdem ihre beidseitige Mittelohrentzündung neun Monate lang angehalten hat. Ist nur ein Ohr betroffen, kann die Wartezeit sogar ein Jahr betragen. Doch selbst dann ist es fraglich, ob das Paukenröhrchen überhaupt einen Nutzen hat. Zwar kann sich die Hörfähigkeit zunächst verbessern, doch bei bis zu einem Drittel der Kinder verursacht das Paukenröhrchen Narben im Trommelfell, die die Hörfähigkeit beeinträchtigen können.
Chronische Mittelohrentzündung
Diese Erkrankung lässt sich nur heilen, indem der Defekt des Trommelfells behoben wird. Dazu dient körpereigenes Gewebe (Tympanoplastik).
