15.05.2012
Übelkeit, Erbrechen, Reisekrankheit

Ursachen

Reizauslöser im Magen können verdorbene Nahrungsmittel oder Giftstoffe (z. B. aus Pilzen oder E. coli-Bakterien) sein, ebenso ein Übermaß an Fett im Essen.

Auch Schlafmangel, Hunger, abgestandene Luft, ekelerregende Gerüche, ein Widerwillen gegen bestimmte Speisen, niedriger Blutdruck, Erkrankungen des Innenohrs, die mit einem dauerhaften Schwindelgefühl einhergehen (Menière Krankheit), Nervosität sowie ein Magengeschwür, eine Magenschleimhaut- oder Blinddarmentzündung können Übelkeit auslösen. Sie ist zudem oft das erste Anzeichen für einen Migräneanfall.

Morgendliche Übelkeit bei Frauen ist eine häufige Begleiterscheinung in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft. Wenn der vierte Monat erreicht ist, legt sich das meistens wieder.

Wenn Kummer "auf den Magen schlägt" oder ein Schock noch nicht "verdaut" ist, kann beides anhaltende Übelkeit verursachen. Sie hält meist so lange an, bis das Problem gelöst ist.

Außerdem können viele Medikamente (z. B. die Pille, Mittel bei Husten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Pilz- und Harnweginfektionen sowie bei starken Schmerzen) Übelkeit hervorrufen.

Übelkeit ist oft auch Vorbote eines Herzinfarkts. Vor allem bei Frauen stehen außerdem unklare Beschwerden im oberen Bauchraum, Atemnot und Erschöpfung im Vordergrund, während bei Männern bis in die Arme ausstrahlende Schmerzen im Brustkorb, Schwindel, Übelkeit und Schwächegefühl als typische Warnsignale gelten. In beiden Fällen müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Übelkeit und Erbrechen sind auch typische Symptome für eine Reisekrankheit. Dabei wird das Gleichgewichtsorgan im Innenohr stark gereizt, zum Beispiel durch Schiffsbewegungen bei Wellengang, Gerüttel im Flugzeug bei Turbulenzen oder Autofahrten auf kurvenreicher Strecke. Der schwankende und sich ständig verändernde Untergrund vermittelt dem Gleichgewichtssinn im Innenohr keine einheitlichen Informationen. Wenn die gesamte Umgebung in Bewegung ist, haben auch die Augen keinen Fixpunkt mehr. Die Reize, die dann im Nervensystem ankommen und weitergeleitet werden, können das Brechzentrum aktivieren und Übelkeit auslösen.

Bei Kindern

Übelkeit und Erbrechen sind bei Kindern am häufigsten eine Reaktion auf eine akute Infektion des Magen-Darm-Trakts.

Säuglinge im ersten Lebenshalbjahr können nicht reisekrank werden, weil sie sich noch nicht mit den Augen im Raum orientieren können. Bei älteren Kindern besteht nach einem Magen-Darm-Infekt noch etwa vier Wochen lang eine erhöhte Bereitschaft für Reisekrankheit.

Ursache des ketonämischen Erbrechens ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht kommt und sich verstärkt Ketonkörper (Azeton, Azetessigsäure) bilden. Sie werden mit dem Urin und über die Atemluft ausgeschieden, wobei das Kind einen obstähnlichen Geruch verströmt. Auslöser für die Stoffwechselstörung sind Infekte (z. B. Grippe, Erkältung), sehr fettes Essen, seelische Konflikte (Heimweh, Trennungsängste, Schulprobleme) oder zu wenig Schlaf. Bei einigen Kindern tritt diese Stoffwechselstörung immer wieder auf.

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