15.05.2012
Erhöhte Blutfette

Allgemeines

Es gibt zwei Arten von Blutfetten (Lipide): Cholesterin und Triglyzeride (Neutralfette). Triglyzeride sind energiereiche Verbindungen und dienen dem Organismus als Energiespeicher, in Form einer Fettschicht unter der Haut als Polster für innere Organe sowie zur Wärmeisolierung.

Cholesterin wird in der Leber benötigt, um Gallensäuren herzustellen, die Nebennieren bauen daraus das Hormon Kortisol auf. Die normalen Körperzellen benötigen Cholesterin für den Aufbau der Zellwand, und die Geschlechtsorgane verwenden es zur Produktion der weiblichen und männlichen Hormone.

Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, wird es mit wasserlöslichen Eiweißkörpern (Proteine) umhüllt. Solche Fett-Eiweiß-Verbindungen werden als Lipoproteine bezeichnet. Diese lassen sich physikalisch nach ihrer Dichte unterscheiden. Die wichtigsten Untergruppen des Cholesterins sind das HDL (high density lipoprotein) und das LDL (low density lipoprotein). Bei Blutuntersuchungen werden das Gesamtcholesterin sowie diese beiden Untergruppen und der daraus errechenbare Quotient (LDL geteilt durch HDL) wie auch der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL bestimmt. Die für Männer und Frauen gleichermaßen gültigen Richtwerte sind unter "Cholesterin-Richtwerte für Männer und Frauen" zusammengestellt.

Wenn das Blut zu viel Cholesterin enthält, lagert sich dieses verstärkt in feine Risse in der Arterieninnenwand ein. Auch ein Übermaß an Triglyzeriden begünstigt Ablagerungen in den Arterien und leistet somit einer Arteriosklerose (Adernverkalkung) Vorschub. Diese bildet sich vor allem in den dünnen Herzkranzarterien aus, aber ebenso in der großen Körperschlagader (Aorta) oder in den Arterien der Beine. Näheres hierzu lesen Sie unter "Arterielle Durchblutungsstörungen".

Ob die Blutfette ansteigen, hängt auch davon ab, wie gut der Organismus die mit der Nahrung aufgenommenen Fette verwertet. Manche Menschen können sehr fettreich essen und haben dennoch normale Cholesterinwerte. Auch ist es offenbar weniger entscheidend, wie viel Fett über die Nahrung aufgenommen wird, als vielmehr, um welches Fett es sich handelt und wie hoch der Anteil an gesättigten Fettsäuren ist. Davon und von den erblichen Anlagen hängt es ab, ob der Körper selbst viel Cholesterin herstellt und deshalb eine Neigung zu erhöhten Blutfetten und infolgedessen auch zu Arteriosklerose besteht.

Ob ein bestimmter Cholesterinspiegel das Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, ist abhängig von Alter, Geschlecht und Blutdruck sowie davon, ob Sie Diabetes haben und/oder rauchen. Bei gleichen Ausgangsbedingungen haben Frauen bis zum 65. Lebensjahr im Vergleich zu Männern ein insgesamt viermal niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorausgesetzt, es besteht kein Diabetes. Wenn Sie Ihr persönliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter Berücksichtigung dieser Faktoren ermitteln wollen, können Sie dies im Internet unter www.chd-taskforce.de tun. Sie müssen dazu Ihren Blutdruck und Ihre Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) kennen.

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