Das Gehtraining bei PAVK
Ein tägliches Gehtraining ist bei peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen (PAVK) besonders wichtig. Es ist wichtiger als alle anderen Therapiemaßnahmen und durch keine Sportart zu ersetzen. Schwimmen oder Radfahren beispielsweise können die Durchblutung in den Beinen nicht wesentlich steigern, das Laufen schon, vor allem, wenn Sie täglich üben.
Das Gehtraining besteht darin, dass Sie in möglichst raschem Tempo gehen (etwa 90 bis 120 Schritte pro Minute), und zwar so lange, bis leichte bis mittelstarke Schmerzen in den Beinen auftreten. Dann bleiben Sie stehen und warten ab, bis die Schmerzen abklingen. Anschließend gehen Sie weiter, bis die Schmerzen in vergleichbarer Stärke erneut einsetzen. Das Ganze wiederholen Sie 20 bis 30 Minuten lang. Absolvieren Sie diese Übung zwei- bis dreimal täglich, sodass Sie insgesamt auf eine Trainingszeit von einer Stunde kommen.
Obwohl methodisch hochwertige Studien bislang fehlen, die den Nutzen eines Gehtrainings hieb- und stichfest belegen, steht nicht infrage, dass dieses die Gehstrecke insgesamt und – wichtiger noch – die schmerzfreie Gehstrecke verlängern kann, vor allem, wenn Sie aufgrund der Durchblutungsstörungen nur noch kurze Strecken ohne Beschwerden bewältigen und zwischendurch immer wieder stehenbleiben müssen (Claudicatio intermittens).
Der Effekt besteht darin, dass sich durch den erhöhten Sauerstoffbedarf der Muskulatur beim Gehen Umgehungsblutgefäße (Kollateralen) ausbilden, mit denen sich die Durchblutung verbessert. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie aber wirklich täglich gehen, sonst ist der Anreiz für den Körper zu schwach. Deshalb kommt es ganz besonders auf Ihre eigene Initiative an: Je konsequenter Sie üben, desto effektiver ist das Training. Am besten lernen Sie es in einer speziellen Gefäßsportgruppe, die es mittlerweile vielerorts gibt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt danach.
Nur in manchen Fällen verhindern Begleiterkrankungen das tägliche Üben: Bei Herzschwäche kann Atemnot auftreten, bei schwerer Rheumatoider Arthritis oder Arthrose fällt das Gehen oft schwer, bei neurologischen Störungen wie multipler Sklerose oder bei Parkinsonkrankheit ist an ein Gehtraining ebenfalls nicht zu denken.
