15.05.2012
Arterielle Durchblutungsstörungen

Anzeichen und Beschwerden

Durchblutungsstörungen am Herzen

Wenn die Herzkranzgefäße verstopft sind, entsteht bei körperlicher Anstrengung (Laufen, Treppensteigen, Anheben von Lasten) ein beängstigendes und schmerzhaftes Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris). Häufig kommt das Gefühl hinzu, nicht mehr richtig durchatmen zu können. In Ruhe, also im Sitzen oder Liegen, bessern sich die Beschwerden.

Durchblutungsstörungen im Gehirn

Ablagerungen in den Hals- und Kopfschlagadern können Empfindungs- und Wahrnehmungsstörungen hervorrufen, beispielsweise ein vorübergehendes Taubheits- und Schwächegefühl in einem Arm oder Bein, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Sehen. Das sind Anzeichen dafür, dass das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Solche nur wenige Minuten oder auch bis zu 24 Stunden anhaltenden, mit Blutmangel einhergehenden Anfälle (medizinisch als "transitorische ischämische Attacken" bezeichnet, abgekürzt TIA) sind meist Vorboten eines Schlaganfalls.

Durchblutungsstörungen im Gehirn können auch die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen. Eine solche vaskuläre Demenz entwickelt sich langsam und verstärkt sich über Jahre hinweg immer mehr. Im Allgemeinen beginnt sie mit Schwindelgefühlen. Mit der Zeit entwickeln sich Vergesslichkeit und Störungen der Gedächtnisleistung: Beispielsweise wird die Geldbörse liegen gelassen, ohne dass dazu eine Erinnerung existiert; der Schlüssel steckt noch Stunden nach dem Aufschließen im Schloss, obwohl steif und fest behauptet wird, er sei abgezogen worden. Später kommen Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit dazu, sodass die Betroffenen nicht mehr allein gelassen werden können.

Durchblutungsstörungen in den Beinen (Periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK)

Ablagerungen in den Becken- und Beinarterien verursachen im Anfangsstadium keine Beschwerden (Stadium I einer PAVK).

Erst wenn sich die Blutgefäße im Lauf der Zeit (über Jahre oder Jahrzehnte hinweg) weiter verengen und schließlich nur noch 30 bis 50 Prozent der Ader durchlässig sind, machen sie sich mit Schmerzen bemerkbar. Diese kommen und gehen, mal sind sie schlimmer, dann stagnieren sie wieder. Häufig sind auch die Füße kalt, oder die Zehen fühlen sich taub an. Die Schmerzen betreffen vorwiegend die Bereiche unterhalb der Engstellen. Sind die Beckenarterien verstopft, schmerzen also meist die Gesäßregion und/oder die Oberschenkel. Sind die Oberschenkelarterien betroffen, tun die Waden weh, ähnlich wie bei einem Muskelkater. Bei Ablagerungen in den Unterschenkelgefäßen zeigen sich die Beschwerden eher an den Füßen. Es kann aber ebenso gut sein, dass Waden- oder Fußschmerzen auf verengte Beckenarterien zurückgehen.

Die Schmerzen treten anfangs nur beim Gehen auf und verschwinden in Ruhe (Stadium II der PAVK). Mit der Zeit nehmen sie so zu, dass im fortgeschrittenen Stadium nur noch wenige Meter am Stück schmerzfrei zurückgelegt werden können. Deshalb wird die PAVK auch als "Schaufensterkrankheit" (medizinisch: Claudicatio intermittens, auf Deutsch: vorübergehendes Hinken) bezeichnet: Die Schmerzen zwingen dazu, vor jedem Schaufenster stehen zu bleiben. Nach einer Weile lassen die Beschwerden nach, und es kann wieder ein Stück weitergehen, bis wieder Schmerzen auftreten.

Wenn die Krankheit fortschreitet, verschwinden die Schmerzen auch in Ruhe nicht mehr und bleiben sogar nachts bestehen (Stadium III der PAVK). Sie lassen oft nach, wenn das Bein nach unten aus dem Bett hängt. Viele PAVK-Kranke schlafen deshalb im Sitzen, weil sie die Schmerzen im Liegen nicht ertragen.

Im letzten Krankheitsstadium ist die Durchblutung so schlecht, dass Teile des Fußes absterben (Stadium IV der PAVK), meist zuerst an den Zehen (Nekrose, Gangrän). Dann ist eine Amputation von Zehen, Fuß oder Unterschenkel oft nicht mehr zu vermeiden. Nur so lässt sich verhindern, dass sich die Gangrän ausdehnt und eine Blutvergiftung auslöst.

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