15.05.2013
Blutarmut

Allgemeines

Blutarmut (Anämie) bedeutet, dass der Körper zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten) hat und es ihm an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) mangelt. Hämoglobin ist ein eisenhaltiger Eiweißstoff, der den Blutkörperchen ihre rote Farbe gibt und für den Sauerstofftransport zuständig ist. Hämoglobin bindet den in der Lunge eingeatmeten Sauerstoff, der über die Blutbahn zu den Organen transportiert und dort an das Gewebe abgegeben wird. Enthält das Blut zu wenig Hämoglobin, verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers.

Ob ein Eisenmangel und in dessen Folge auch ein Mangel an roten Blutkörperchen besteht, lässt sich anhand einer Blutuntersuchung feststellen, bei der die Serum-Ferritin-Konzentration gemessen wird. Ferritin gilt als Speichereisen, auf das der Körper bei hohem Eisenbedarf zurückgreift. Werte von 20 bis 250 Mikrogramm pro Liter liegen im Normbereich. Werte unter 12 Mikrogramm pro Liter sind ein klarer Hinweis auf einen Eisenmangel.

Entzündliche Prozesse können die Werte der Serum-Ferritin-Konzentration verfälschen. Daher bestimmt der Arzt außer dem Ferritin auch noch die Serum-Eisenkonzentration, das Transporteiweiß für Eisen (Transferrin), sowie die Sättigung des Transferrins mit Eisen.

Wenn im Magen zu wenig von einem speziellen Transportstoff (Intrinsic Factor) produziert wird, kommt es zu einem Mangel an Vitamin B12, oft begleitet von einem Mangel an Folsäure. Beides fördert eine bestimmte Form der Blutarmut, die perniziöse Anämie. Folsäure ist auch am Aufbau der Erbsubstanz menschlicher Zellen beteiligt. Wenn der Körper zu wenig Folsäure zur Verfügung hat, kann die Blutbildung im Knochenmark gestört sein, vor allem auch in der Schwangerschaft. Dies kann bei der Schwangeren zu Blutarmut und beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führen.

Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.

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