01.04.2014

Äußerlich anzuwendende Arzneimittel

Hautkrankheiten werden meist äußerlich behandelt – mit Gel, Schüttelmixtur, Lotion, Creme, Salbe oder Fettsalbe. In der genannten Reihenfolge steigt der Fettgehalt an, und der Wassergehalt nimmt ab. Pasten enthalten zusätzlich Feststoffe (z. B. schwer lösliche Salze, Pulver, Puder). Wasserreiche Zubereitungen wie Gele trocknen die Haut aus und kühlen, indem das Wasser verdunstet.

Eine Schüttelmixtur enthält feste, in der Flüssigkeit nicht lösliche Bestandteile, zum Beispiel Zinkoxid. Die Feststoffe müssen vor Gebrauch aufgeschüttelt werden. Wenn der Wasseranteil auf der Haut verdunstet, bleibt eine puderige Schicht zurück, die leicht austrocknend und kühlend wirkt.

Lotionen gibt es in zwei verschiedenen Formen: als Wasser-in-Öl- oder als Öl-in-Wasser-Emulsion, je nachdem, ob der wässrige oder der ölige Anteil die äußere Phase bildet. Öl-in-Wasser-Emulsionen sind gut abwaschbar, weil sich die äußere Phase gut mit dem Wasser vermischt, sie enthalten aber in der Regel relativ wenig Fett. Ist die Emulsion für besonders trockene Haut gedacht, sollte eher eine Wasser-in-Öl-Emulsion mit einem höheren Fettanteil verwendet werden. Bei solchen Emulsionen kann der Wasseranteil nicht verdunsten, weil hier das Fett die äußere Phase bildet.

Noch mehr Fett steckt in einer Creme, Salbe oder Fettsalbe. Pasten sind in Abhängigkeit von ihrem Gehalt an Feststoffen mehr oder weniger gut verstreichbar. Sie bilden eine schützende, weiße, undurchsichtige Schicht auf der Haut.

Welche Zubereitung sich am besten eignet, hängt davon ab, ob und wie die Haut geschädigt ist. Auf akute, nässende Ekzeme und Entzündungen sollten nur wässrige Lösungen oder Schüttelmixturen aufgebracht werden. Trockene Haut dagegen wird eher mit Creme oder Salbe behandelt, um ihr Fett und damit Feuchtigkeit zuzuführen.

Salben haften gut auf der Haut und wirken lange ein, bilden aber oft eine unangenehm fettige Schicht. Cremes ziehen schnell ein und wirken kürzer. Das sollte man bei der Anwendung berücksichtigen und Cremes eher tagsüber, Salben dagegen vorwiegend abends auftragen.

Wie sie wirken

Sofern die Haut nicht geschädigt ist, dringen die Substanzen eines äußerlich anzuwendenden Mittels überwiegend in die oberen Hautschichten ein und erreichen den Blutkreislauf nur in geringen Mengen. Deshalb wirken äußerlich anzuwendende Mittel normalerweise nicht im ganzen Körper (systemisch) und haben oft auch weniger unerwünschte Wirkungen im Organismus als Mittel zum Einnehmen. Nur wenn die Haut entzündet oder verletzt ist, wenn ein Ekzem vorliegt oder die behandelte Hautstelle mit einem luftundurchlässigen Verband (Okklusivverband) abgedichtet wird, ist das "Tor" zu den tiefer gelegenen Hautschichten und damit auch zu den Blutgefäßen weiter offen.

Bei äußerlich anzuwendenden Mitteln ist hingegen das Risiko, dass die Haut auf Arznei- oder Hilfsstoffe allergisch reagiert, größer als bei innerlich angewendeten Mitteln. Es nimmt mit der Dauer der Behandlung zu und ist bei geschädigter Haut am größten. Der jeweilige Wirk- oder Hilfsstoff kann dann auch als Bestandteil von Tabletten, Dragees oder Kapseln allergische Reaktionen auslösen. Die Substanzen dürfen zukünftig nie wieder angewendet werden, weil sonst eine schwere allergische Reaktion bis hin zum Schock einsetzen kann.

Um einen Arzneistoff äußerlich anzuwenden, wird er in eine Grundlage eingearbeitet. Schon diese allein weist eine Wirkung auf, ohne einen arzneilichen Wirkstoff zu enthalten. So kann zum Beispiel ein Gel kühlen und dadurch Juckreiz lindern, ohne dass ein juckreizstillender Wirkstoff vorhanden sein muss. Ein anderes Beispiel ist Harnstoff. Er kommt in der oberflächlichen Hornschicht vor und trägt dazu bei, den Wasserhaushalt der Haut zu regulieren. Vielen Kosmetika oder Cremes ist eine geringe Menge Harnstoff zugesetzt, um die Feuchtigkeit der Hornschicht zu erhöhen. In höherer Konzentration dient er als Arzneimittel, um eine unerwünschte Verhornung zu vermeiden oder eine Hornschicht abzulösen (z. B. bei Nagelpilzen). Auch Salizylsäure oder Milchsäure tragen dazu bei, dass die obere Hornschicht der Haut aufgeschlossen wird und die Wirkstoffe tiefer in die Haut eindringen können.

Wirkstofffreie Creme- oder Salbengrundlagen (Basiscremes oder -salben) pflegen die Haut, wenn kein Wirkstoff benötigt wird (z. B. bei Neurodermitis in der Zeit, in der keine kortisonhaltigen Mittel angewendet werden). Sie werden auch eingesetzt, um trockene Haut zu fetten.

Bei Kindern

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Haut generell dünner und durchlässiger, auch für Wirkstoffe von Arzneimitteln. Auch ist die Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer als bei Erwachsenen. Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden, können deshalb leichter unerwünschte Wirkungen hervorrufen, und zwar nicht nur an der Haut, sondern im ganzen Organismus.

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