Allgemeine Maßnahmen
Manchmal lassen sich die Schmerzen mit einem heißen Bad oder heißen Kompressen bessern.
Viel Bewegung, heiße Bäder und reichlich Flüssigkeit – egal, ob medizinischer Tee oder Wasser – können dazu beitragen, dass Nierensteine von selbst abgehen. Bei 80 Prozent der Steine ist das letztlich der Fall. Dieses abzuwarten, setzt voraus, dass die Steine eine bestimmte Größe nicht überschreiten und die Abflusswege nicht einengen. Darüber hinaus müssen die Schmerzen mit Medikamenten beherrschbar sein, und es dürfen keine fieberhaften Harnweginfekte auftreten.
Ernährung
Etwa die Hälfte der Menschen mit Harn- oder Nierensteinen weist innerhalb der nächsten zehn Jahre erneut einen Stein auf; innerhalb von 20 bis 30 Jahren trifft es sogar 80 Prozent. Es ist also sinnvoll, sich bereits nach dem ersten Stein so zu ernähren, dass das Risiko einer erneuten Steinbildung verringert wird.
Für Personen, bei denen Harnsäuresteine nachgewiesen wurden, kann eine purinarme Ernährung die sonstigen Maßnahmen, mit denen der Bildung weiterer Steine vorgebeugt werden soll, unterstützen. Purine sind Bausteine des genetischen Materials im Zellkern. Sie gelangen mit der Nahrung, vor allem durch eiweißreiche Produkte wie Fleisch und Fisch, in den Körper. Purinarme Ernährung bedeutet vor allem, Innereien, Krustentiere, Ölsardinen, Sardellen und Heringe vom Speisezettel zu streichen und den täglichen Fleischkonsum auf etwa 150 Gramm zu beschränken. Auf Alkohol sollte ganz verzichtet werden.
Menschen mit Oxalatsteinen sollten oxalatreiche Nahrungsmittel meiden. Dazu gehören Kakao, Nüsse, Okraschoten, Rhabarber, Mangold, rote Bete und Spinat.
Außerdem soll die täglich aufgenommene Menge Kochsalz 2 Gramm nicht überschreiten. Offenbar ist das Risiko, dass sich erneut Steine bilden, geringer, wenn zusätzlich zur purin- oder oxalatarmen Ernährung auch die Kochsalzaufnahme gering ist. Letzteres lässt sich erreichen, indem das Essen salzarm zubereitet und ein natriumarmes Mineralwasser als Getränk ausgewählt wird. Darüber hinaus noch die Kalziumaufnahme einzuschränken – wie es bisher oft empfohlen wurde -, ist nicht notwendig.
Ferner wird ein Blasentraining empfohlen. Dabei gewöhnt man sich daran, in festgelegten Zeitabständen zur Toilette zu gehen – unabhängig davon, ob man Entleerungsdrang spürt oder nicht – und dabei darauf zu achten, dass die Blase wirklich komplett entleert wird. So vermeidet man, dass andauernd Urin in der Blase zurückbleibt, was sowohl Harnweginfektionen als auch eine Steinbildung begünstigt.
