Mein Medikament: (Wirkstoff )
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Pflanzliches Mittel
Wirkstoff: Keuschlamm
Medikamente: Agnolyt, Agnucaston, Agnus castus AL, Agnus castus STADA, agnus sanol, Biofem, Cefanorm, Femicur N, MÖNCHSPFEFFER-ratiopharm, Sarai
Untersuchungen an Tieren und isolierten Geweben weisen darauf hin, dass der Extrakt von Keuschlamm (Mönchspfeffer, Agnus castus) die Wirkung des Hormons Prolaktin im Gehirn hemmt. Damit könnten sich Zyklusstörungen beeinflussen lassen, denn dieses Hormon ist am Zyklusgeschehen beteiligt. Da die therapeutische Wirksamkeit von Keuschlammextrakt bei Zyklusstörungen jedoch in klinischen Studien nicht ausreichend nachgewiesen ist, werden die Präparate als "wenig geeignet" bewertet.
Auf das PMS könnte Keuschlamm einwirken, weil bei einigen Frauen unter anderem überhöhte Prolaktinspiegel die Ursache für das Gefühl von Brustspannen sind. Welcher Inhaltsstoff des Extrakts für eine Wirkung verantwortlich sein könnte, ist bisher ungeklärt. Darum muss man derzeit davon ausgehen, dass eine in Studien beobachtete Wirkung nur für jeweils den Extrakt oder für das Arzneimittel gilt, mit dem die Studie durchgeführt wurde. Ein anderes Produkt, das zwar aus der gleichen Pflanze, aber auf andere Weise hergestellt wurde, muss nicht notwendigerweise genauso wirken. Solange das Wirkprinzip nicht bekannt ist, muss jedes Produkt seine Wirksamkeit in eigenen Studien nachweisen.
In einer Reihe kontrollierter Studien zur therapeutischen Wirksamkeit bei prämenstruellem Syndrom finden sich zwar positive Aussagen zur Anwendung von Keuschlammextrakt. Allerdings ist die methodische Qualität der Studien so unterschiedlich, dass die therapeutische Wirksamkeit damit noch nicht ausreichend nachgewiesen wird. Es kommt hinzu, dass einige neuere Studien in China und an chinesischen Frauen durchgeführt wurden. Die dabei erhaltenen Ergebnisse können aber nicht ohne Weiteres auf Frauen in Deutschland übertragen werden.
Ob sich die hier genannten Präparate eignen, um Beschwerden im Zusammenhang mit der Regel zu lindern, lässt sich demnach nicht abschließend beurteilen.
Anwendung
Bevor die Wirksamkeit der Mittel zu bewerten ist, müssen sie mindestens zwei bis drei Wochen lang eingenommen werden. Die Hersteller raten zu einer drei- bis sechsmonatigen Behandlung. Eine solche Langzeitbehandlung sollte jedoch vom Arzt begleitet werden.
Achtung
Agnolyt Tropfen, Cefanorm Lösung: Frauen mit Alkoholproblemen dürfen die Tropfen nicht einnehmen. Auch Frauen mit Lebererkrankungen oder mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.
GegenanzeigenBei Tumoren der Hirnanhangdrüse und bei Brustkrebs dürfen Sie Mittel mit Keuschlammextrakt nicht anwenden.
Wenn Sie gleichzeitig Keuschlammextrakt und Medikamente wie Haloperidol oder Chlorpromazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) einnehmen, ist zu beachten, dass sich die jeweiligen Wirkungen abschwächen können.
Unerwünschte Wirkungen
Muss beobachtet werdenBei weniger als 1 von 1 000 Frauen können Halluzinationen, Verwirrtheit und Unruhe auftreten. Dann sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Zwei bis drei Tage, nachdem Sie das Mittel nicht mehr eingenommen haben, sollten die Erscheinungen abgeklungen sein.
Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Hinweise
Für Schwangerschaft und StillzeitIn der Schwangerschaft gibt es keinen Grund, diese Arzneimittel einzunehmen. Sollten Sie in der Zeit, als Sie die Mittel verwendet haben, schwanger geworden sein, brauchen Sie sich dennoch um die Gesundheit Ihres Kindes keine Sorgen zu machen.
Auch während der Stillzeit gibt es keinen Grund, den Zyklus zu regulieren und diese Mittel dafür einzusetzen.
Bedenken Sie darüber hinaus, dass einige flüssige Präparate Alkohol enthalten.
