15.05.2012
Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rückenbeschwerden, Verspannungen

Ursachen

Rheumatische Beschwerden

Rheumatische Erkrankungen, die mit starken entzündlichen Prozessen einhergehen, die den gesamten Körper betreffen (rheumatoide Arthritis), gehen vom Immunsystem aus. Näheres zu dieser Autoimmunkrankheit, bei der sich die Aktivität des Abwehrsystems gegen den eigenen Körper richtet, finden Sie unter "Medikamente vom Arzt".

Einige Arten von Gelenkentzündungen sind die Folge einer Infektion des Körpers mit Krankheitserregern, wie zum Beispiel den von Zecken übertragenen Borrelien.

Näheres zu den Ursachen abnutzungsbedingter Erkrankungen finden Sie unter "Arthrose, Gelenkbeschwerden".

Bei Kindern

Auch Kinder können an entzündlichem Rheuma erkranken. Daher sollten Sie bei länger dauernden oder wiederholt auftretenden Gelenkschmerzen, -schwellungen oder Bewegungseinschränkungen (besonders Gangstörungen) immer einen Kinderarzt um Rat fragen.

Außerdem kann im Alter zwischen vier und acht Jahren nach einem Infekt der oberen Atemwege für ein bis zwei Wochen eine Entzündung im Hüftgelenk (Coxitis fugax, Gelenkschnupfen) auftreten. Die Kinder können sich in dieser Zeit nur eingeschränkt und unter Schmerzen bewegen. Die Erkrankung heilt in der Regel folgenlos ab

Kreuz- und Rückenbeschwerden, Verspannungen

Die Halte- und Stützarbeit der Wirbelsäule wird durch das Zusammenspiel verschiedener Strukturen gewährleistet. Funktioniert ein Teil davon nicht reibungslos, können auch andere Elemente, vor allem die Muskulatur, in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei etwa 85 von 100 Menschen bleiben die Ursachen von Kreuzschmerzen trotz aufwendiger diagnostischer Bemühungen ungeklärt. Mit der Zeit vergehen die Beschwerden aber meist von selbst.

Wenn sich eine Ursache ausmachen lässt, ist es bei Menschen unter 50 Jahren meist ein akuter Bandscheibenvorfall. Dabei tritt Gewebe aus dem Innern des Gallertkerns der Bandscheibe durch Risse im Knorpelring nach außen. Das verlagerte Gewebe kann einen der seitlich gelegenen Nervenwurzelkanäle oder den Rückenmarkkanal einengen. Dadurch entzünden sich die Nerven, die an dieser Stelle aus dem Wirbelkanal austreten, und verursachen Schmerzen.

Bei Menschen, die älter sind als 50 Jahre, gibt es hingegen praktisch keine Bandscheibenvorfälle mehr. In diesem Alter ist der Gallertkern der Bandscheiben meist so weit ausgetrocknet, dass er sich nicht mehr verschiebt. Bei älteren Menschen sind Rückenschmerzen vielmehr oft die Spätfolge eines früheren, vielleicht unbemerkt gebliebenen Bandscheibenschadens. Der damals in den Wirbelkanal vorgefallene Teil der Bandscheibe befindet sich immer noch dort. Erst wenn sich im Alter die Wirbelsäule aufgrund von Verschleißerscheinungen und abnehmender Knochendichte verformt, kommt es zu Irritationen der Nerven. Außerdem beeinträchtigen die veränderten Größenverhältnisse das Gefüge der Wirbelsäule. Die Rückenmuskulatur bemüht sich, das auszugleichen und die Wirbelsäule wieder zu stabilisieren. Das überlastet die Muskeln, sie verspannen sich und tun weh. Bei anhaltender oder besonders starker Muskelanspannung verringert sich zudem die Durchblutung. Durch den Sauerstoffmangel entstehen Stoffwechselprodukte, die den Schmerz verstärken können.

Fehlhaltungen, wie falsches Sitzen am Schreibtisch, ferner psychischer Druck, Stress und Angst verstärken die Nervenirritationen. Das führt zu einer verstärkten Muskelspannung. Unwillkürlich halten und bewegen sich viele Menschen dann so, dass sie die betroffenen Muskelpartien wenig belasten. Das kann aber zu weiteren Fehlhaltungen führen. In der Folge können die Schmerzsensoren in den betroffenen Muskeln, den Sehnenansätzen und dazugehörigen Gelenken empfindlicher werden. So kann sich aus erhöhter Reizbarkeit der Nerven, erhöhter Muskelspannung, schlechter Durchblutung und Schmerzen ein Kreis schließen, in dessen Folge nach mehreren Wochen oder Monaten eine chronische Schmerzkrankheit entsteht.

Bei Kindern

Rückenschmerzen bei Kindern im Alter zwischen 10 und 13 Jahren können auf der Scheuermann-Krankheit beruhen. Hierbei gibt es Veränderungen im Bereich der Wirbelkörper, deren Ursache noch nicht sicher geklärt ist. Diese Erkrankung sollte krankengymnastisch behandelt werden.

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