Kälte und Wärme bei Muskel- und Gelenkbeschwerden
Bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen ist eine Kältebehandlung angebracht. Auf jede Art von Verletzung reagiert der Körper mit einer Entzündung. Die damit einhergehenden Veränderungen lassen sich durch Kälte begrenzen. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße. Dann können sie nicht mehr so viel Blut an die geschädigte Stelle transportieren. Weil aus den Gefäßen nicht so viel Flüssigkeit austreten kann, schwillt das Gewebe weniger stark an. Auch für entzündete Gelenke kann eine kurzzeitige Kältebehandlung hilfreich sein. Die Kälte kann in Form von kalten Umschlägen, Eis- und Kühlkompressen auf die schmerzende Stelle gebracht werden. Um Erfrierungen der Haut zu vermeiden, sollte unter sehr kalten Kompressen ein dünnes Tuch die Haut schützen.
Schmerzhafte Verspannungen und Kreuzschmerzen lassen sich durch Wärme lindern. Zur Wärmebehandlung werden Mittel zum Auftragen und Aufkleben auf die Haut verwendet. Zudem gibt es spezielle Wärmeauflagen. Beispielsweise enthält das Produkt Thermacare einzeln in Beuteln verpackte Auflagen, die sich nach dem Öffnen des Beutels innerhalb von etwa 30 Minuten von selbst erwärmen. Nach einer Anwendungszeit von höchstens zwölf Stunden wird die Auflage entsorgt. Sie kann nicht erneut verwendet werden.
Bei Wärmeanwendungen besteht grundsätzlich die Gefahr von Verbrennungen. Daher sollten Sie die Wärmeträger entfernen, sobald Sie die Wärme als unangenehm empfinden oder Schmerzen auftreten. Auch sollten verschiedene Wärmetherapien nicht zugleich eingesetzt werden.
Darüber hinaus gibt es Produkte, die sich sowohl zur Wärme- als auch zur Kältetherapie eignen. ColdHot- oder HotColdPacks zum Beispiel werden entweder in heißem Wasser erwärmt oder im Tiefkühler abgekühlt und dann auf die Haut gelegt. Bei ihnen kommt die Haut weder mit Arznei- noch mit Klebstoffen in Kontakt. Außerdem sind sie wiederverwendbar.
Auch Enelbin Paste ist sowohl zur Kälte- als auch zur Wärmebehandlung gedacht. Das Produkt trug früher den Zusatz "N" und war als Arzneimittel im Handel. Heute handelt es sich um ein Medizinprodukt, das unter anderem Aluminiumsilikat und verschiedene ätherische Pflanzenöle enthält. Im Vergleich zum früheren Produkt fehlt bei Enelbin Paste jetzt der schmerzlindernde Bestandteil Salizylsäure. Die lindernde Wirkung des heutigen Produkts beruht ausschließlich auf der Wärme beziehungsweise Kälte. Zur Kältebehandlung kann die Paste direkt aus der Tube aufgetragen werden. Für eine Wärmebehandlung wird die Tube in heißem Wasser erwärmt und ihr Inhalt auf die schmerzende Stelle aufgebracht. Über die Paste kommt dann eine Mullauflage, die wiederum mit einer Mullbinde befestigt werden soll. Die Auflage darf nicht luftdicht abgedeckt werden.
