15.05.2013
Allergie allgemein

Vorbeugung

Häufig wird der Grundstein für eine Allergie schon im ersten Lebensjahr gelegt. Dem können Sie selbst – zumindest teilweise – entgegenwirken:

  • Während Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Sie auf eine ausgewogene Kost achten, die den Kalorienbedarf ausreichend deckt. Es ist nicht belegt, dass das Kind später keine Allergie bekommt, wenn Sie auf allergieträchtige Lebensmittel (z. B. Nüsse, Sellerie) verzichten. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sich das Risiko für Neurodermitis beim Kind verringern kann, wenn Sie in der Schwangerschaft viel Fisch essen. Zu bedenken ist jedoch, dass Meeresfische häufig mit Schwermetallen belastet sind.
  • Neugeborene sollten möglichst mindestens vier Monate lang gestillt werden. Der Darm des Säuglings ist vor allem in den ersten Lebensmonaten noch sehr durchlässig. Werden ihm in dieser Zeit beispielsweise über Fertigmilchnahrung Eiweißstoffe zugeführt, die für den kindlichen Organismus artfremd sind, kann das oft der erste Anstoß für eine allergische Reaktion sein. Muttermilch dagegen enthält keine solchen Eiweißstoffe, sondern ist exakt auf den kindlichen Organismus abgestimmt.
  • Kinder, die nicht gestillt werden können und allergiegefährdet sind (z. B. weil beide Elternteile an einer Neurodermitis leiden), sollten Sie ausschließlich mit hypoallergener Fertignahrung füttern. Diese Kunstmilch ist weitgehend frei von Fremdeiweiß, mit ihr lässt sich das Allergierisiko verringern. Soja-Kindernahrung sollten Sie besser nicht verwenden. In den bisher vorliegenden Studien schützen Sojaprodukte nicht besser als normale Kuhmilch-Babynahrung vor Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Ekzemen und Asthma.
  • Lassen Sie Kleinkinder ruhig auf dem Boden und in Sand und Matsch spielen. Selbst wenn sie gelegentlich etwas davon in den Mund bekommen, schadet ihnen das meist nicht. Im Kontakt mit solchen Stoffen übt das Immunsystem, Krankheitskeime abzuwehren. Dann wird es auch mit Fremdstoffen und natürlichen Reizstoffen, die von außen auf den Körper einwirken, besser fertig. Auch auf den Boden gefallene Schnuller brauchen Sie nicht zu desinfizieren, sondern nur mit Wasser abzuspülen oder abzuwischen.
  • Hören Sie mit dem Rauchen bereits vor der Schwangerschaft auf und bleiben Sie auch danach abstinent. Auch alle mit im Haushalt wohnenden Personen sollten nicht rauchen, um das Kind vor dem Kontakt mit Tabakrauch zu schützen.

Wollen Sie eine Ausbildung beginnen, in der Sie mit Allergenen in Berührung kommen können (z. B. als Bäcker, im Friseurhandwerk oder in der Chemiebranche), sollten Sie sich vorher beim Hautarzt beraten lassen, wie Sie sich am besten dagegen schützen.

  • Ernähren Sie sich möglichst mit naturbelassenen Lebensmitteln ohne Zusatz-, Farb- und Konservierungsmittel.
  • Es gibt Hinweise, dass flüchtige organische Verbindungen wie beispielweise Formaldehyd das Risiko für allergisches Asthma erhöhen. Solche Chemikalien werden verstärkt aus neuen Pressspan-Möbeln oder bei Maler- und Renovierungsarbeiten freigesetzt. Vollholzmöbel enthalten kein Formaldehyd. Verzichten Sie bei einem neuen Anstrich auf säurehärtende Lacke (SH-Lacke) und verwenden Sie nur Wandfarben mit dem Umweltzeichen "Der blaue Engel". Ein frisch renoviertes Zimmer sollten Sie einige Tage gut durchlüften, bevor Sie darin wieder schlafen.
  • Außerdem kann sich das Risiko für allergisches Asthma erhöhen, wenn Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen. Dort ist die Belastung durch Stickoxide und Feinstaub besonders hoch. Wenn Sie allergiegefährdet sind, sollten Sie sich deshalb möglichst eine Wohnung in ruhigeren Vierteln der Stadt suchen.

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