15.07.2014

Konservierungsmittel in Augentropfen und Nasensprays oder -tropfen

Augen- und Nasentropfen sowie Nasensprays enthalten häufig Konservierungsmittel. Nicht ohne Grund, denn beim Sprühen oder Tropfen kommen Spraydüse oder Pipette leicht mit der Augen- oder Nasenschleimhaut in Kontakt. Da die Schleimhaut immer von Bakterien und Viren besiedelt ist, gelangen die Keime auch in die Flasche mit dem Medikament. Dort können sie sich stark vermehren und werden bei jedem Tropf- oder Sprühvorgang erneut und in großer Zahl auf Augen- oder Nasenschleimhaut zurückübertragen – mit der Folge, dass sie dort dann Infektionen auslösen können.

Konservierte Augen- und Nasentropfen oder -sprays bleiben etwa vier Wochen lang keimfrei. Danach sollten Sie die angebrochene Packung wegwerfen, auch wenn das Mittel noch nicht ganz verbraucht ist. Damit Sie die Frist nicht überschreiten, empfiehlt es sich, das Datum der ersten Anwendung auf der Packung zu vermerken.

Den hier besprochenen Präparaten sind Benzalkoniumchlorid und Chlorhexidin zugesetzt.

Benzalkoniumchlorid

Benzalkoniumchlorid wirkt gegen viele Keime, nicht aber gegen das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das als Infektionsauslöser am meisten gefürchtet ist. Es gilt als "Problemkeim", weil es sich mit den zur Verfügung stehenden Antibiotika nur schlecht bekämpfen lässt. Gegen Viren wirkt Benzalkoniumchlorid nur schwach.

Bei der Anwendung am Auge verringert Benzalkoniumchlorid die Stabilität des Tränenfilms und kann bei langdauernder Anwendung die Augen austrocknen. Es greift die Hornhaut des Auges bis in die tieferen Zellschichten hinein an. In der Folge wird die oberste Hornhautschicht an punktförmigen Stellen dünner, wodurch sich ein Hornhautgeschwür bilden kann. Wirkt Benzalkoniumchlorid dauerhaft ein, können erhebliche Hornhautschäden auftreten.

Gelegentlich verursacht Benzalkoniumchlorid Allergien. Wenn Sie eine damit konservierte Tränenersatzflüssigkeit ins Auge tropfen und einige Zeit danach Augentropfen mit einem anderen Arzneimittel, kann dieser Wirkstoff schneller und tiefer in die Hornhaut eindringen und damit stärker wirken als sonst. Auch unerwünschte Wirkungen können dann verstärkt auftreten.

Benzalkoniumchlorid in Nasensprays kann die Nasenschleimhaut schädigen, weil es die Bewegung der Flimmerhärchen behindert oder sogar vollständig lahmlegt. Dadurch verringert sich die Selbstreinigungskraft der Nase. Auch lagert es sich in weiche Kontaktlinsen ein und kann die Hornhaut schädigen. Solange Sie mit Benzalkoniumchlorid konservierte Augentropfen anwenden, sollten Sie deshalb keine solchen Linsen tragen.

Wegen dieser möglichen Schäden sollten Sie mit Benzalkoniumchlorid konservierte Augentropfen und Nasensprays nicht über längere Zeit ohne ärztliche Kontrolle anwenden. Dies gilt insbesondere für Mittel mit Cromoglizinsäure, die wochen- oder gar monatelang vorbeugend angewendet werden müssen.

Chlorhexidin

In Form von Chlorhexidindiazetat und Chlorhexidinglukonat wird Chlorhexidin in Augentropfen eingesetzt. Es wirkt gegen die meisten am Auge relevanten Bakterien, jedoch nur schwach gegen Problemkeime wie Pseudomonas aeruginosa. Es hemmt die Vermehrung von einigen Virus- und Pilzarten.

Chlorhexidin kann allergische Reaktionen auslösen. Auch lagert es sich in weiche Kontaktlinsen ein und kann die Hornhaut schädigen. Solange Sie die Augentropfen anwenden, sollten Sie deshalb keine weichen Kontaktlinsen tragen.

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