15.05.2013
Allergie allgemein

Allgemeine Maßnahmen

Wenn es Ihnen gelingt, das Allergen zu meiden, tritt die Allergie gar nicht erst auf.

Wenn Sie auf Pollen allergisch reagieren, sollten Sie sich in der Apotheke einen Pollenflugkalender besorgen. Eine aktuelle Pollenflugvorhersage der Wetterdienste ist auch in vielen Zeitungen abgedruckt oder im Internet abzurufen. Außerdem gibt es telefonische Ansagedienste. Wenn sie diese Hinweise berücksichtigen, wissen Sie etwa, wann Sie mit der Anwendung vorbeugend wirkender Medikamente beginnen sollten und wie lange diese erforderlich sind.

Versuchen Sie, Ihren Urlaub in die Pollenflugzeit zu legen und dann ans Meer oder ins Hochgebirge zu fahren. Dort ist die Luft weitgehend frei von Pollen.

Reagieren Sie auf Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze allergisch, sollten Sie Ihre häusliche Umgebung so gestalten, dass diese so wenig wie möglich von den Allergenen belastet ist:

  • An "Staubfängern" wie Teppichen, Teppichböden und Gardinen haften Staub, Blütenpollen, Tierhaare und Pilzsporen besonders gut. Zugluft und Bewegung im Raum wirbeln den Staub immer wieder auf, wodurch die Allergenbelastung im Raum steigt. Sie sollten deshalb glatte Fußbodenbeläge und an den Fenstern Jalousien bevorzugen. Eine neue Studie zeigt bei Glattböden im Vergleich zu Teppichböden allerdings eine höhere Feinstaubbelastung in Innenräumen. Auswirkungen auf die Allergenbelastung wurden dabei jedoch nicht untersucht. Eine allgemeine Empfehlung für Allergiker lässt sich aus dieser Studie daher noch nicht ableiten.
  • Achten Sie auf die Zusammensetzung der Farben, mit denen Sie die Wände streichen. Bei einer Hausstaubmilbenallergie sind glänzende Dispersionsfarben ratsam, bei Schimmelpilzallergie dagegen eher Kalk-, Kreide- und Leimfarben, weil sie Feuchtigkeit durchlassen und damit der Schimmelbildung entgegenwirken.
  • Verzichten Sie auf Zimmerpflanzen oder ersetzen Sie sie durch Hydrokulturen. Pilze halten sich in Blumenerde besonders gut, ihre Sporen werden bei jedem Luftzug aufgewirbelt und verteilen sich in der Raumluft. Das können Sie verhindern, wenn sie die Oberfläche der Blumentöpfe mit Sand bedecken. Im Schlafzimmer sollten Sie auf Pflanzen verzichten.
  • Lüften Sie die Räume so oft wie möglich.
  • Ihr Staubsauger sollte mit einem Filter für Schwebstoffe (HEPA-Filter) ausgestattet sein und ein möglichst großes Staubrückhaltevermögen aufweisen.
  • Milben siedeln in Matratzen und Kissen und ernähren sich von Hautschuppen, die an der Bettwäsche haften bleiben. Um ihnen den Lebensraum und Nährboden zu entziehen, können Matratzen und Kissen mit Hüllen (Encasings) aus synthetischem Spezialmaterial versehen werden, die abziehbar und waschbar sind. Allerdings ist nicht ganz klar, ob die Allergie dadurch tatsächlich nachlässt. Wenn Sie Encasings benutzen, sollten Sie diese einmal monatlich waschen. Bettwäsche wechseln Sie am besten wöchentlich und waschen sie bei mindestens 60 °C. Kuscheltiere sollten Sie alle zwei Wochen für etwa 48 Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Bei Temperaturen unter minus 18 °C sterben Milben meist nach einigen Stunden ab. Nach zwei Tagen sind dann bestimmt keine mehr am Leben.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind bereits eine Allergie haben (z. B. auf Pollen), sollten Sie sich besser keine Haustiere anschaffen, weil ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich dann auch zusätzlich eine Tierhaarallergie ausbildet.
  • Wenn Sie Ihre Haare jeden Abend waschen (und ebenso Bürste und Kamm), sind diese zumindest in der Nacht pollenfrei.
  • Beim Umgang mit Reinigungsmitteln und Chemikalien sollten Sie Gummihandschuhe tragen, damit die Haut nicht mit diesen Substanzen in Berührung kommt.
  • Wenn Sie auf Nickel allergisch reagieren, ersetzen Sie nickelhaltige Knöpfe (z. B. an Jeans) durch andere (z. B. aus Horn, Kunststoff). Meiden Sie Modeschmuck aus unedlen Metallen, die häufig Nickellegierungen enthalten.
  • Achten Sie bei Kosmetika auf die Liste der Inhaltsstoffe (stehen auf dem Etikett). Konservierungsmittel sowie Farb- und Duftstoffe müssen dort aufgeführt sein.

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